meine tochter ist mir sehr ähnlich. so ähnlich, dass ich bei fast allem was sie tut die motivation dahinter durchschaue. manchmal, wenn ich sie in einer bestimmten situation beobachte dann denke ich „jetzt würde ich das machen.“ und sie macht es prompt. genau so. und manchmal, wenn wir beide im gleichen geschehen stecken, dann fange ich plötzlich einen blick von ihr auf. wir schauen uns an und ich weiss, was sie denkt. natürlich könnte sie das nie formulieren, was sie da denkt, ich kanns daher auch nicht wirklich überprüfen ob ich richtig liege mit meiner vermutung. aber ihr blick verrät sie und sehr oft muss ich schmunzeln, weil es das gleiche zu sein scheint, was ich von der sache halte.
mit dem großen kind geht mir das ganz selten so. er ist mir mit seiner denke manchmal sehr fremd – ich steige nicht hinter seine handlungen, seine gedanken und gefühlswelt. das ist totales neuland, weil er so ganz anders tickt als ich. es reizt mich das kennenzulernen und es ist gleichzeitig sehr anstrengend wirklich zu verstehen, was er braucht. madämsche kann mir das viel leichter vermitteln.
dabei bin ich doch aber eigentlich der jungserlebniswelt von meiner art her viel näher als der dekoschnickeldiwelt meiner tochter! wenn sie täschchen schwenkend und röckchen drehend durch die gegend wirbelt, dann finde ich das weltentzückend und es ermuntert mich nahezu, doch einfach auch mal täschchen zu schwenken und röckchen zu drehen – aber meine welt ist das dennoch nicht. kommt aber der große mit stöcken, matsch und steinen zum bauen oder will kämpfen, schreie ich hier und stürze mich ins getümmel. ob das tatsächlich damit zusammen hängt, dass ich meiner tochter näher bin als meinem sohn, einfach weil ich zum einen frau bin und zum anderen selber mal tochter war? oder präferiert man, unabhängig vom geschlecht, manchmal tatsächlich ein kind mehr als das andere – einfach weil es einem näher ist? eine beängstigende, aber wohl realistische frage resultiert daraus: kann man eigentlich immer gleich viel liebe verteilen?
Guten Morgen!
Ich glaube weder, dass das en Mann-Frau-Ding ist, noch dass man deshalb seine Liebe ungleich verteilt. Irgendwann habe ich hier schon einmal etwas zu dem Thema geschrieben. Marta ist mir ein Rätsel – in jeder Hinsicht, ein süßes Rätsel, aber eben ein Rätsel. Und Eliano ist mir sehr nahe. Ich weiß sehr genau, warum er so oder so ist und warum er so oder so reagiert. Und gerade deshalb rasseln wir ständig aneinander, weil wir uns so ähnlich sind.
Ich denke, das hat vielleicht auch etwas mit der Geschwisterkonstellation zu tun. Marco und ich sind beide wie Eliano Erstgeborene. Bei Marta schütteln wir immer nur wieder irritiert den Kopf und murmeln uns zu Wie der *mein mittlerer Bruder* oder wie die *seine kleine Schwester* – genau so!.
Du erkennst halt bei Lilly die Charakterzüge wieder, die dich auch prägen. Dadurch entsteht, denke ich mal, leicht der Eindruck, dass du ihr „näher“ bist. Einfach weil du das so ja schon kennst.
Ben ist eben anders. Ben ist Neuland für dich…
Manchmal hat man bestimmt den Eindruck ein Kind mehr zu lieben, tief in deinem Herzen liebst du beide aber gleich, da bin ich mir sicher :)
Sicherlich liebt man beide Kinder gleich.
Jan ist mir in vielerlei Hinsicht ein absolutes Rätsel. Ich versehe oft nicht warum er in manchen Situationen so reagiert wie er reagiert. Sein Vater hingegen schon. Jan ist halt Papas Sohn.
Tim hingegen ist mir so sehr ähnlich, dass ich mich oft erschrecke. Er ist ein ebenso impulsiver Mensch wie ich. Seine Charakterzüge erinnern mich so oft an mich selbst. Daher kann ich ihn so gut verstehen und habe dadurch wahrscheinlich automatisch eine ganz andere Bindung zu ihm. Das begann bereits im Wochenbett und zieht sich bisher durch unser gemeinsames Leben. Es ist manchmal sehr anstengend einen anderen Menschen so gut verstehen zu können. Vorallem wenn man diesen kleinen Menschen auch noch erziehen soll.
Es ist wirklich schwer zu beschreiben. Aber ich liebe beide Jungs gleich viel. Vielleicht nur ein klein wenig anders.
Ich denke die Liebe ist dieselbe, sie zeigt sich aber vielleicht einfach anders.
Hmm… kann man denn die „Unendlichkeit“ halbieren?
Ich schätze, die Antwort hierauf ist dieselbe wie die auf Deine Frage.
Das ist ja eine kluge Antwort!
Danke dafür.
LG Heike
Gab es hier nicht schon mal eine ähnliche Frage ? Irgendwie kommmt mir das so bekannt vor …
Ich denke, eine Mutter liebt alle ihre Kinder gleich stark, aber auf unterschiedliche Weise. Ich leide bei beiden Kinder mit wenn sie traurig sind oder sich weh tun, ich würde bei beiden umkommmen wenn ihnen etwas zustoßen würde, bei Beiden geht mir in manchen Momenten das Herz auf und ich könnte vor Glück heulen.
Aber vom Verständnis her ist mir mein Zweitgeborener näher (und das obwohl ich selber Erstgeborene bin, soviel zu der Theorie mit der Geburtenfolge). Das hat nichts mit Liebe zu tun, ich verstehe ihn einfach besser, sehe es wie Sie in seinem Blick, was gerade in seinem Kopf vorgeht, was er als nächstes tun wird, u.s.w. …
Meine Tochter ist dagegen – leider – ein Buch mit sieben Siegeln für mich. Ich komme kaum an sie heran, verstehe viele ihrer Handlungen und Reaktionen nicht und das macht mich oft sehr traurig :-(
Vielleicht liegt es daran, daß mein Sohn genauso impulsiv ist wie ich, sein Herz quasi auf der Zunge trägt und jedes Gefühl so auslebt, wie es gerade daherkommt.
Meine Tochter war schon immer eher introvertiert, sagt nie von sich aus wo der Schuh drückt, hasst es, vor uns oder anderen zu Weinen und könnte wahrscheinlich sehr gut Pokern, da man ihr ihre Gefühle kaum ansehen kann.
Ich liebe sie sehr, aber das hilft trotzdem nicht, den Menschen der in ihr drin steckt zu durchschauen und zu verstehen. Und das ist oft frustrierend. Ähnlich wie in einer Partnerschaft, da ist oft viel Liebe da, aber vieles bleibt trotzdem fremd, auch nach Jahren. Und vielleicht ist das gerade interessant und hält die Beziehung lebendig.
Die Liebe zu meinem Sohn ist eben mehr von Leichtigkeit geprägt, ich bin freier im Umgang mit ihm, da wir uns vom Charakter her ähneln.
Vielleicht ändert sich das auch mit der Zeit. Wer weiß wie sich diese Gefühle entwickeln, wenn die Kinder erwachsen werden.
Wenn ich merke, ein Kind bekommt gerade zu wenig Zuwendung und Aufmerksamkeit (und mittlerweile habe ich einigermaßen gelernt, die Zeichen bei meiner Tochter richtig zu deuten), dann wende ich mich diesem Kind verstärkt zu und erkläre dem anderen gleichzeitig, daß der Bruder/die Schwester eben gerade in diesem Moment mehr Mama braucht und leider nur eine Mama vorhanden ist.
Die Liebe wird vielleicht nicht immer exakt geteilt, aber mal bekommt der eine mehr, dann wieder der andere.
Hmm, alles vielleicht etwas wirr, aber ich schreibe eben immer, was mir gerade durch den Kopf geht :-)
Liebe Grüße,
Katrin, die beide Kinder abgöttisch liebt und absolut wunderbar findet
ich möchte nur nochmal betonen, dass ich meine kinder beide sehr liebe. aber manchmal stellt sich mir einfach die frage: muss ich angst haben, dass etwas aus der balance gerät, weil mir eins in seiner art näher ist?
Solange, wie Sie sich diese Frage stellen, müssen Sie keine Angst haben, denke ich.
das klingt gut:)) danke!
Die Liebe drückt sich einfach anders aus: Das eine Kind versteht man von der Art her besser, weil man ähnlich ist, das andere findet man spannend, weil es eben so anders ist. Wenn einem die Gedankenwelt eines Menschen fremd ist, bedeutet dies ja noch lange nicht, dass man ihn nicht liebt.
Hi Ami,
ich bin erst vor kurzem auf deinen Blog gestossen. Du schreibst über Dinge die mich auch beschäftigen ;)
Zu deinen Fragen: ich liebe beide Kinder gleich stark – aber total anders. Und ich glaube das ich trotzdem irgendwann zum einen einen besseren Draht haben werde. Das war mit meinen Eltern auch so.
Meine Kinder sind mir beide von der Art her sehr ähnlich – und doch ganz anders. Gerade die Welt meines Sohnes ist mir oftmals nicht so leicht zugänglich. Obwohl ich als kleines Mädchen lieber mit Autos und Legos spielte als mit Barbie und Puppen ^^
Im Gegenzug mache ich mir oftmals Gedanken darüber ob ich die Fehler die meine Mutter bei mir machte bei meiner Tochter wiederholen werde…
Liebe Grüsse
cgb
cgb schrieb:
Im Gegenzug mache ich mir oftmals Gedanken darüber ob ich die Fehler die meine Mutter bei mir machte bei meiner Tochter wiederholen werde…
Das wirst du nur bedingt, denn spätestens, wenn es dir das erste Mal aufgefallen ist, wirst du höllisch aufpassen, dass das nicht noch einmal passiert.
Liebe Grüße
cat