Archiv für August 2009

herzenswunsch

wenn man nachts gegen 1 uhr im bett liegt und eine frage hin und her wälzt und dann aufsteht und eine + und – liste schreibt und dann wieder im bett liegt und wieder alles hin und her wälzt, kann man das auf die nacht schieben und darauf, dass man nächtens sowieso alles mißinterpretiert und vorallem überinterpretiert.

wenn man dann aber morgens aufwacht und man im lauf der stunden feststellt, dass es tatsächlich ernstzunehmende gedanken sind, die nicht einfach abgetan werden können – dann, ja dann hat man wohl erstmal ein kleines problem.

wie gut, dass es menschen gibt die mich aufgeregtes kleines seelchen immer wieder beruhigen können und mir versichern: was geht geht und was nicht geht geht eben nicht – mein herzenswunsch hat priorität. uff.

pädagogische quizfrage

wenn man mit kindern unterwegs ist begegnet man immer auch anderen kindern, mit denen dann die eigenen kinder anfangen zu spielen. grundsatz eins. grundsatz zwei – hinter jedem kind stecken eltern und die haben gewissen erziehungsprinzipien, die sich nicht unbedingt mit den eigenen decken. kommt grundsatz eins und grundsatz zwei zusammen kommt man in folgende situation:

wir sitzen im biergarten. ben nimmt kontakt zu einem kleinen vierjährigen auf, die beiden beginnen miteinander scheisselkram zu spielen. ein kleiner blumentopf ist schnell gefunden, ein brunnen auch – der topf wird befüllt, in die wiese ausgeschüttet, befüllt, in die wiese ausgeschüttet, befüllt, in die wiese ausgeschüttet. alles kein problem – die sonne scheint, wir sind draussen, die beiden sind versunken in ihr spiel und vorallem spielen sie schön zusammen. in diese idülle ruft plötzlich die mutter des jungen: „jo mei! was machst denn! naaa, hear auf! sofort!“ der junge lässt unter murren alles stehen und liegen und ben steht da, schaut in meine richtung und wartet auf anweisungen: soll er auch aufhören oder soll er weiter machen?

ja, tja - was soll er denn nun tun?

soll ich mein kind auch zurückpfeiffen, damit das andere kind nicht mit großen augen und schwerem herzen zusehen muss? oder lass ich mein kind weiterspielen, damit nicht zum schluss zwei kinder mit großen augen und schwerem herzen dastehen und überhaupt nicht spielen? wie gehe ich damit um wenn meine kinder mit kindern spielen, deren eltern andere erziehungsvorstellungen haben? ich meine damit nicht so sachen wie das eine kind haut oder macht groben scheisselkram – da habe ich eine ziemlich klare meinung. ich spreche von eigentlich völlig normalen situationen, die man aber durchaus unterschiedlich beurteilen kann – eben durch ein differierendes wertesystem oder auch unterschiedliche ansichten von ordnung, ruhe oder sinnhaftigkeit.

ich habe mit einem echten pädagogischen burner reagiert – nämlich gar nicht. ich sass einfach da, dachte angestrengt nach und starrte mein kind an. und das kind mich. auf dauer keine lösung. also – wie handhabt ihr das?

dankedankedanke!

GlamNYP1 via the satorialist.

und der artikel dazu hier.

(ich hab modelmaße! juchee!)

aufi aufn berg.

(ich schreibe mal nicht, dass wir 40 euro für 2 berg und talfahrten gezahlt haben. nicht, dass der liebste und ich diskussionen im stil von „du kannst doch mit zwei sooo kleinen kindern nicht auf sooo einen hohen berg!“ „hä!? was dachtest du denn, wie hoch der berg ist als ich sagte der berg ist 1973m hoch?“ „da geht es 200m steil in die tiefe!“ „da sind absicherungsseile!“ „die kinder sind zu klein!“ „die müssen auch mal an die berge herangeführt werden!“ „ich gehe wieder runter!“ „ich bleibe hier!“ „papaaaaa! ich komm mit!“ „mamaaaaa! ich bleib hier!“ ……ich lass die bilder für sich sprechen und verdaue noch ein bisschen mein tiroler gröstl mit kraut aus dem schönsten biergarten im salzburger land.)

sonntag1 sonntag2

sonntag3 sonntag4

sonntag5 (erwähnte ich schon mal, dass ich gondel/seilbahn/sessellift fahren wirklich und unter gar keinen umständen ab kann? dieses bild der absoluten meditation („ich überlebe diese gondelfahrt. ich überlebe diese gondelfahrt.“) entstand beim passieren eines seilbahnmastes. da macht die gondel so „huuuiiii!“ nach unten und alle leute in der gondel wippen mit und machen „ohhhhhhhOOHH!“ während ich nur denke, dass ich jetzt mit solchen vollidioten sterben muss.)

der tag war irgendwie schön. schön anstrengend. aber schön.

jetzt:

wenn wir erklimmen, sonnige hööheeen, bergvagadingens sind wir, ja wir!

ab gehts auf 1973 m. ich winke euch allen mal zu und wünsche einen schönen sonntag!

ich möchte wein kaufen.

„ach, wir sitzen hier grad schön zusammen! mit frau gröner und frau gut essen!“ „ja schön! dann richt doch mal frau gröner aus, dass ich gerade erst ihren beitrag über den wein gelesen habe und gleich morgen lecker wein kaufen gehen werde!“

so sprach ich zum bruder und wollte heute wein kaufen gehen. denn frau gröner macht da derzeit was feines mit – so eine art erziehungsbeistandschaft fürs essen. wobei frau gut essen der erziehungsbeistand ist und frau gröner das essenstechnisch unerzogene ding – so habe ich das jedenfalls verstanden(man verzeihe den vergleich, das ist berufsbedingt). seit nun bereits schon 5 tagen lese ich vor mich hin mouthwaternd die beiträge und finde das konzept dieser essenserziehung ziemlich großartig und einleuchtend. da werden brachliegende geschmacksnerven zum leben wiedererweckt, einkaufs- und hortungsverhalten von nahrungsmittel überarbeitet und wochenmärkte inspiziert. bissi theorie ist auch dabei – vorallem aber geht es ums mutige und freudige ausprobieren. gestern war tag 4, da war u.a. wein dran.

wein spielt in meinem leben eine eher untergeordnete rolle. 2, 99 euro oder 23,99 euro  – mir schnurz, schmeckt alles irgendwie gleich gut. ich trinke ausschliesslich wein und davon am liebsten den roten. und den widerrum am liebsten schwer. weil nun aber frau gröner gestern so wirklich wunderbar die verschiedenen weine beschrieben hat, dachte ich mir „ha! ami! dein leben ist hart und beschwörlich und es braucht hin und wieder viel akohol um zu vergessen – gehe doch morgen mal in einen weinladen und kaufe 1-2 der dort beschriebenen weine!“

und eigentlich, eigentlich hätte ich es wissen müssen. frau gröner wohnt in hamburg. und wo wohne ich? genaaaauuuu…..

nach re.al und e.de.ka - bei denen ich mir ohne verkaufstechnische unterstützung erfolglos den wolf gesucht habe – gings zum einzigen, zumindest mir bekannten weinhändler in der nächstgelegenen größeren stadt. oder wie man das nennen mag.

„guten tag! ich hätte gerne einen wein, einen muscadet, sevre et maine. haben sie den?“
„woas?“
„äh, na muscadet. nein? oh. gut. dann den riesling vom weingut hammel & cie. vielleicht den?“
„woas san des denn für weine??“
“ naja…..fast bin ich davor zu sagen: na aber frau gröner hat die in ihrem blog empfohlen! die müssen sie doch haben! und sage stattdessen …..das sind sehr feine weissweine…“
„REEEESIII! hobn mer so a muß-kadett? oder an hammel-wein?“
„woas? an wein zum hammel? wer isstn heit no hommel!?“

ich muss ein bisschen weinen und traue mich dann nicht mehr, nach den anderen zwei weinen zu fragen – die gefühlten 200 menschen im laden starren mich an als würde ich nach blutdiamanten fragen und mein kleiner zettel mit frau gröners empfehlungen zittert ein bisschen. der mann fragt:

„sons no woas?“

„äh. nein danke….nein. ein andermal.“

liebe frau gröner, liebe frau gut essen - dit war nichts. wären es bierempfehlungen gewesen, ich schwöre ich hätte jedes noch so unbekannte bier hier in der gegend aufgetrieben – aber wein. nein, tut mir leid. aber wenn ich das nächste mal in der weltstadt hamburg weile, schlag ich zu! aufgehoben ist nicht aufgeschoben….

tschüss weltfrieden.

schon mal mit übermüdeten kindern zum küchenplanen in einem möbelhaus gewesen? so ca. 3 stunden lang? objektiv betrachtet kamen wir ungefähr so sympathisch rüber wie die flodders.

(möbelhäuser machen mich fertig. möbelhäuser sind energievampire. fröhlisch beschwöngt betritt man das haus und verlässt es nach drei stunden als wrack. dazu kommen elend abzockende jungverkäufer, die einem aalglatt winzige küchenunterschränkchen für 2000 euro verkaufen wollen und dabei falsch lächeln.)

(wenn der impftermin am morgen das beste vom tag war, wars wohl kein so wirklich guter tag bisher.)

(geht alkohol schon vor 15 uhr?)

weltfriede oder was!?

„meine liebe prinzessin! darf ich dir dabei helfen? schau mal mäuschen, so geht das. erst so, dann so und siehste! siehste? ganz einfach. und jetzt, lillymäuschen, kannst du schön weiter spielen.“

„danke mein lieber lieber ritter ben!“

ah. aha.

der sommer geht.

ich habs nicht so mit abschieden. egal von wem oder was ich mich verabschieden muss - in der regel versuche ich es zu vermeiden. gelingt mir das nicht werde ich innerlich stocksteif und reiss mich zusammen um dann zu einem späteren zeitpunkt erstmal ein ströphchen zu heulen. es dauert oft lange, bis ich es schaffe mich zu berappeln. der blick auf das schöne was war und auch der blick auf das schöne was vielleicht wird – der geht mir in diesen momenten völlig ab.

gestern abend hat es mich wieder erwischt. ich sitze hinterm steuer auf dem heimweg vom salzburger flughafen und bin ohnehin schon abschiedsgebeutelt. der himmel ist wolkenzerfetzt, abendrot durchflutet und mein blick schweift über die landschaft. und hätte ich es nicht schon vor ein paar tagen gemerkt, dann doch spätestens da beim anblick der nebelbänke in den senken und tälern und den hauchzart verfärbten bäumen. der herbst ist da. noch ist es schwül heiss tagsüber, bei uns in der wohnung sowieso. baden waren wir auch die tage mehrfach und eis schlecken geht auch noch prima. aber es gibt eben auch diese kippen, die luft riecht gegen abend erdig. das grün der blätter, das den sommer über so strahlend grün war, bricht. es verliert diesen sommerglanz. der nebel kommt, nachts ist es ziemlich kühl – schlicht: der herbst ist da.

und mit ihm geht der sommer meines lebens. diesen sommer, kein mensch weiss warum, habe ich mehr und intensiver gelebt als jeden anderen sommer in meiner erinnerung. soviele menschen die mich besucht haben, die ich besucht habe. begegnungen die so wunderschön, spannend, bereichernd, traurig, wichtig waren – ans herz und in die seele gingen. ria, meine seelenfreundin, mein großer bruder, mein vater, meine mutter, mein kleiner bruder. egal wie lange sie dauerten - gefühlt waren immer alle zu kurz. ich habe diesen sommer so viele wichtige und gute gespräche geführt und mich und die menschen die mir so wichtig sind besser kennengelernt. ich war viel draussen, ich war oft am see mit den kindern, ich habe mich bei einigen dingen überwunden und bin belohnt worden, ich - wir - haben unglaublich viel mit den kindern unternommen.

vielleicht liegt es daran, dass ich irgendwann losgelassen habe – ein zustand, dessen häufigkeit ich in meinem leben vielleicht an einer hand abzählen kann. dass ich die vorstellungen, wie man freie zeit verbringen sollte einfach habe fallen lassen. dass ich mich habe fallen und treiben lassen. und geöffnet habe für das was kommt – weg von verpflichtung, erwartung und rechtfertigung. und was mir im moment ein bisschen das herz schwer macht ist die vorstellung, dass sich jetzt mit dem herbst die zeit wieder hin zu verpflichtung, erwartung und auch rechtfertigung dreht. ich habe angst vor diesem korsett von dem ich weiss, dass es mich oft zu erdrücken droht und aus dem ich mich nicht befreien kann – weil letztendlich ich es bin, die es sich immer wieder selber umschnallt oder umschnallen lässt.

und ich frage mich, wie ich die leichtigkeit des sommers mitnehmen kann. wie ich es schaffen kann, gerade in den ganzen neuen situationen die zu beginn des nächsten monats auf mich zukommen, loszulassen und mich zu entspannen. das korsett abzulegen, so wie ich es diesen sommer geschafft habe. und nicht zu verharren in dem was im moment ist, sondern (auch) zu schöpfen aus dem vielen schönen was war und mich zu freuen auf das viele schöne was kommen wird.

der sommer war so reich und ich bin von ganzem, ganzem herzen dankbar dafür.

aus anderer sicht

der abend beim spanier drüben bei nutriculinary.

(so das wars jetzt aber auch mit der vorübergehenden mutation zum foodblog. die paulsen-festspielwochen sind vorüber – heute abend fliegt er wieder nach hause und alles neue aus seinem zugegebenerweise hökscht unterhaltsamen wie spannendem leben ist dann wieder bei ihm zu lesen. hier dann wieder seichte kost und kindergedöns.)

Nächste Seite »