mitmachen – eltern loben!

am wochenende waren wir mit den kindern in einem wunderbaren biergarten mit einem riesengroßen, tollen spielplatz direkt neben dran. da kann man als eltern schön seinen kaffeetschko schlürfen und den kaiserschmarrn mampfen und entspannt vom tisch aus seinen kindern beim spielen zu sehen. am sonntag waren eine menge kinder auf dem spielplatz und ich beobachtete lilly und ben im sandkasten. sie spielten vor sich hin, als sich ein größerer junge, vielleicht 10 oder 11, ben näherte und richtung schaukel zeigte. ben folgte dem jungen zu der schaukel und ich konnte von da an beobachten, wie umsichtig und aufmerksam der junge mit ben und später auch mit lilly umging. er hielt die schaukel an, wenn andere kinder dabei waren in die schwungbahn der schaukel zu laufen, er hob lilly immer wieder hoch – alle drei hatten einen riesenspass. irgendwann war unser essen da, ich ging zu den dreien und unterhielt mich ein bisschen mit dem jungen. ich sprach ihn auf seine umsichtigkeit an und das ich das großartig fände, wie er mit meinen kindern spielt. er meinte, er hätte eine kleine schwester, er würde das kennen und er hätte noch ein bisschen zeit bis seine eltern mit essen fertig seien. ich fragte ihn, wo die denn stecken würden und er zeigte mir seinen vater, der in mitten einer gruppe von mit leuten am rande des spielplatzes stand. und ich dachte: „wie oft bekommen wir eltern eigentlich ein positives feedback? ist es nicht so, dass wir von wildfremden oft eher kritisch angesprochen werden auf unsere kinder als positiv? ok, solange die kinder klein und schnupfi-süss sind, hört man öfter ein „wie süss!“ oder „ach je! und sooo brav!“ werden die kinder etwas größer, dann verschwindet der kindchenschema-vorteil und plötzlich sind die kinder zu laut oder hauen zu viel oder sind zu wild und damit wir eltern in der verantwortung. warum also nicht mal einfach was völlig unerwartetes machen?“ überlegte ich mir und ging auf die gruppe zu. ich fragte: „wer ist denn der vater dieses jungen da?“ der erste unsichere blick trifft mich, als der vater vorsichtig „ich?“ fragt. ich sage: „wissen sie, sie haben einen fantastischen sohn! wie der mit meinen kindern gespielt hat, wie aufmerksam und verantwortungsbewusst – da haben sie echt eine großartige erziehungsarbeit hingelegt. wenn meine mal so werden, kann ich froh sein!“ der vater hat tellergroße augen vor erstaunen, wird rot!! und verlegen und sagt: „wow! danke! das ist mir ja noch nie passiert!“ seine freunde klopfen ihm auf die schulter und alle freuen sich wie bolle. ich auch. obwohl ich eigentlich erschüttert bin – was habe ich eigentlich getan ausser einen vater für seinen klasse sohn zu loben?

und da kam mir eine idee. ich rufe hiermit den heutigen tag zum „tag des lobes für eltern“ aus! wann immer euch heute, und natürlich gerne an allen weiteren tagen, eltern und kinder begegnen – lobt doch mal die eltern! beobachtet und gebt ein positives feedback. und wenn ihr lobt, lobt nicht äusseres „haben sie aber ein süsses kind!“- dafür können die eltern ja nichts. lobt, was durch zutun der eltern entstanden ist. ein mithelfendes kind im supermarkt, ein kind das besonders gut spricht, geschwisterkinder, die einträchtig miteinander spielen – ich wette, es ergibt sich eine möglichkeit. man kommt sich doof vor am anfang. ich meine, wer lobt denn schon wildfremde menschen am hellichten tag? ich sach euch aber: der verwirrte blick, das freudige „aha…..äh…oh!“ und das leicht beschwöngte davon laufen, das ist sehr großartig und einfach wunderbar.

und nicht zuletzt: solche aktionen gehen alle komplett in den globalen Karma-Pool! und davon haben wir ja schliesslich alle was.

(wer es tatsächlich wagt, der möge doch bitte berichten!! ich bin gespannt!)

24 Antworten zu „mitmachen – eltern loben!“


  1. 1 Ruth P 15. Juli 2009 um 03:32

    Jetzt muss ich zuerst Ihnen auf die Schulter klopfen und loben, dass sie daran gedacht haben, dem Vater ein Kompliment zu machen. Gut gemacht! So faengt es an. Es kostet ja nicht viel, bei anderen ein laecheln zu ernten, ein kleines Wort, ein Kompliment….
    Ich muss sagen, dass ich eigentlich ziemlich oft Lob fuer meine Kinder geerntet habe, und bin jetzt auch immer schnell dabei, einem Elternteil ein lob auszusprechen.
    Eltern haben es nicht leicht. Ich weiss, ich musste meine drei allein grossziehen, als sie noch ziemlich klein waren….. und freu mich, die Fortsetzung der Geschichte zu sehen, bei erwachsenen kindern, die selbst Familien haben, und ihre Sache gut machen, was ich auch versuche, ab und zu richtig zu loben!

  2. 2 alexxblume 15. Juli 2009 um 08:32

    Einen guten Morgen, liebe Frau Ami!
    Ich mach das öfters, nicht m´nur bei Eltern, sondern überhaupt. Es wird viel zu wenig gelobt, oder „positives Feedback gegeben“, wie es in neudeutsch heißt ;-)
    Und ich habe immer gute Erfahrung damit gemacht. Es tut dem Angesprochenen und lustigerweise auch immer mir gut, denn die Laune steigt blitzartig exorbitant an, wenn mal wieder so ein Sätzlein gefallen ist. Ich finde Ihre Idee wunderbar und hoffe, dass viele mitmachen.
    BTW, wo befindet sich denn dieser wunderbare Biergarten? Den würd ich doch auch gerne mal besuchen, auch wenn besagter Junge dann wohl nicht da sein wird.

  3. 3 Praline 15. Juli 2009 um 08:34

    Ich gestehe, ich mache es, vereinzelt. Mit dem gleichen fassungslosen Erstaunen der Eltern, die dann in Freude umschlägt. Aber leider, leider hat man sehr selten Grund, die Eltern für ihre Erziehungsarbeit zu loben. Da gibt es die breite Masse, Kinder mit Ecken und Kanten und auch guten Seiten; halt angehende Menschen. Dann die kleinen Prinzen und Prinzessinnen, denen zuviel Aufmerksamkeit und die, denen zuwenig oder gar keine Aufmerksamkeit gewidmet wird.
    Ach, Erziehung ist eine verteufelt schwierige Angelegenheit und darum lobe ich, wenn jemand sie beherrscht (und erfreue mich an diesen gelungenen Exemplaren der Menschheit).

  4. 4 goodytales 15. Juli 2009 um 09:24

    Ach nee.

    Also, das ist wirklich sehr ähnlich, und ich finde es gerade sehr nett (und irgendwie sogar etwas rührend), dass da Zwei völlig unabgesprochen innerhalb weniger Stunden von ganz ähnlichen Gedanken geleitet wurden.

    (Und wenn ich das noch einmal lese, dann stelle ich außerdem fest, dass Sie dieses Stöckchen quasi auf dem Weg ins Bett erledigen werden. :) )

  5. 6 feuervogel 15. Juli 2009 um 09:36

    Ach Sie … vermutlich haben Sie dem fremden Vater einen wundervollen Tag geschenkt. ;o)
    Ich lobe auch sehr gern und viel – und auch schon mal für Äußerlichkeiten, immerhin hat sich da jemand Mühe mit seiner Frisur oder seinem Outfit gegeben – allerdings h ätte ich bei Fremden da doch Hemmungen. Allerdings dürfen auch Freunde mal hören: „Ihr habt da ein tolles Kind erzogen.“
    (Und dann merkt man mal wieder ganz schnell, dass die wenigsten Menschen mit Lob umgehen können. Ist doch alles selbstverständlich …)
    ((Vielen, vielen Dank für den schönen Gedanken. Mir haben Sie jetzt auch den Tag verschönt.))

  6. 7 Christian Severin 15. Juli 2009 um 09:57

    Wir haben vor ein paar Jahren bei einer Party von Freunden mal drei Kinder von Gästen kennengelernt, die uns beeindruckt haben: da saß ein Haufen Erwachsener rum, und diese drei Kinder kamen rein, winkten fröhlich ringsum, stellten sich vor mit „Hallo, wir sind Soundso, Soundso und Soundso, die Kinder von Soundso und Soundso — die kommen gleich nach!“, und dann machten sie die Runde und gaben jedem die Hand.

    Ich war platt. Sowas von selbstbewusst, locker und dabei höflich findet man bei den wenigsten Erwachsenen, von Kindern zu schweigen. Die meisten Leute, die auf eine Party kommen, auf der sie niemanden kennen, winken einmal müde in die Runde und verkrümeln sich dann an die Theke.

    Von den Kindern kann ich mir noch was abgucken.

  7. 10 Papa 15. Juli 2009 um 10:10

    Eine großartige Idee. Ab und an macht man das ja schon, aber meistens eben nicht bei Wildfremden, sondern bei zumindest Bekannten. Ich werde mich ab sofort daran beteiligen (zumal ich nicht als Ameise wiedergeboren werden möchte #Buch „Mieses Karma“)

  8. 11 Katrin 15. Juli 2009 um 10:35

    Ich habe das auch schon öfter gemacht, weil ich finde, daß man solche Gedanken aussprechen sollte wenn sie gerade im Kopf herumschwirren.
    Z.B. die Mutter einer Kindergartenfreundin von Emilia. Die ist immer so besorgt, daß sie alles falsch macht, daß ihre Tochter unerzogen und völlig daneben ist, u.s.w. …
    Die Tochter ist aber so umsichtig, lieb und gut erzogen, da ist die Sorge ganz umsonst.
    Und das habe ich ihr auch kürzlich gesagt. Nämlich daß sie das ganz toll macht mit ihrer Tochter und daß diese so ein liebes und aufmerksames Kind ist. Sie hat mich ganz erstaunt angesehen und vor sich hingebrummelt, sie konnte es nicht wirklich glauben …
    Bei völlig Fremden habe ich das noch nicht gemacht. Leider treffe ich aber auch allzu oft Eltern, die ihre Kinder komplett falsch behandeln, anschreien und zur Schnecke machen, das Gegenteil finde ich weitaus seltener :-(
    Sobald sich aber die Gelegenheit bietet werde ich an Ihre Worte denken und Lob aussprechen :-)

  9. 12 Homo Faber 15. Juli 2009 um 11:05

    Ich frage mich manchmal ob es sich bei AMI nicht evt. um eine kryptische Abkürzung für ein Institut, dass ethische, moralische und gesellschaftliche Super-Menschen erschaffen möchte…

    (Klartext, falls das oben zu sehr nach Horror-Szenario klang: Ich bin immer wieder erstaunt, welch wunderbare Gedanken, Einfälle und Ideen du hast. [Und insbesondere wie du förmlich dutzende Kommentatoren "ansteckst".])

  10. 14 beate 15. Juli 2009 um 11:45

    Sorry, für mich ist loben (auch bei fremden) auch eher (fast) selbstverständlich.
    Aber- man kann es nicht so oft machen. Kenne schon mehr, die echt unerzogene Kinder haben. Unerzogen ist vielleicht der falsche Ausdruck. Den Kindern fehlt es an Wahrnehmung für sein gegenüber. Sind verschlossen, grüßen und lachen nicht etc. Leider. Und okay, nicht die Schuld der Kinder.

  11. 15 KleinesF 15. Juli 2009 um 14:23

    Sie wollen doch wohl hoffentlich jetzt keine Sekte gründen, oder?

    • 16 amidelanuit 15. Juli 2009 um 16:42

      ach. das wär was. von den horrenden sektenbeiträgen könnten wir uns unser traumhaus kaufen, ich könnte aufs U2 konzert, ach was – wir würden U2 zum privatkonzert einladen!
      gute idee, ich sollte das verfolgen:)

      • 17 Papa 15. Juli 2009 um 17:13

        Dann könnte die werte Frau Ami U2 nicht nur zu einem Privatkonzert laden … Frau Ami könnte U2 kaufen. Oder noch besser: Rekrutieren und ausnutzen, wie Scientology Tom Cruise …

        • 18 amidelanuit 15. Juli 2009 um 17:16

          HA! das sind ja wirklich ganz neue perspektiven:) wobei ausnutzen – da fiele mir spontan nichts ein. höchstens! ha! ich weiss es: bono wird für mich komplett zur karmaspende abgezogen. der macht das sicher gerne. tut er ja ohnehin schon die ganze zeit der gutmensch. das würde richtig gut passen! „amis lobpreis!“ geil.

          bringt mich bloss nicht auf dumme gedanken;)

  12. 19 Ruth P. 15. Juli 2009 um 18:40

    Ich muss nochemal in das Thema rein. Ich hab von einer Freundin gelernt, dass man grosse Erfolge erzielt, indem man etwas lobenswertes auch bei ‘unlobenswerten’ Kindern oder auch Erwachsenen findet, und das komplimentieren, wenn ich mal so sagen darf, auch grosse Anerkennung findet. Mal was unscheinbares loben, oder einen Versuch loben. Es freut sich ja jeder ueber ein Kompliment!
    Dass die guterzogenen Kinder, die sich ueberall vorstellten, grosses Aufsehen erregen ist klar. Aber nicht jedes Kind hat soviel Selbstbewusstsein. Denkt doch auch bitte an die ‘wall flowers’, die ueberhaupt nicht auffallend sind….

    • 20 amidelanuit 15. Juli 2009 um 18:47

      ja, das ist ein sehr guter einwand. und ich meinte in der tat auch nicht die explizit „auffälligen“ (im positiven sinne) kinder. aber gut, dass du da nochmal drauf aufmerksam machst!! vorallem das: mal einen versuch loben. das finde ich auch!

  13. 21 agichan 15. Juli 2009 um 19:05

    „ich find dich schön“ – für mehr Offenheit in der Gesellschaft, jawohl! :)

    In der KiTa meiner Tochter gibt es Zwillingsmädchen, die sich in der Eingewöhnungszeit meiner Tochter wirklich rührend um sie gekümmert haben. Das hatte ich anschließend sowohl dem Vater als auch der dazugestoßene Mutter gesagt, die sich darüber gefreut haben als hätte ich ihnen das größte Geschenk auf Erden gemacht. Ein lohnenswerter Anblick :) Und ich bin sehr dafür!

  14. 22 carmen 15. Juli 2009 um 20:35

    Wenn meine beste Freundin Geburtstag hat
    schenke ich ihrer Mutter Blumen

    Anfangs großes erstaunen . Wieso ich ?

    Jetzt freut die sich immer wie Bolle.


  1. 1 Beitrag zum globalen Karma Pool « DüneSieben Trackback zu 15. Juli 2009 um 08:42

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