luxus

gestern mittag wurde im radio die frage „was ist für sie luxus?“ gestellt. und während ich den menschen lauschte, die auffallend oft von materiellen dingen redeten, überlegte ich und stellte nach längerem hin und her fest: ich scheine da sehr einfach gestrickt. zeit - zeit ist luxus für mich. 

zeit für mich, zeit für meinen mann, zeit zum ausschlafen, zeit zum weggehen, zeit zum lesen, zeit zum schlafen, zeit zum ausgiebigen duschen, zeit zum zocken, zeit zum rumdaddeln, zeit zum nichts tun, zeit für sex, zeit zum doof fernsehen glotzen, zeit zum telefonieren, zeit zum wäsche waschen, zeit zum aufräumen – innen und aussen, zeit zum urlaub machen, zeit, zeit, zeit.

mein tag dürfte gerne 30 stunden haben. hat er aber nicht. und so knapse ich tagtäglich an der zeit um, ab 19 uhr wenn die kinder versuchen den schlaf zu verweigern schlafen, wenigstens ein paar der sachen umzusetzen. was in der konsequenz heisst, dass ich nie vor 23 uhr ins bett gehe, aber jeden morgen vor 6 uhr wach bin. also gibts abends zum sandmann für muddern noch einen espresso, damit ich noch ein paar stunden durchhalte.

perspektivisch allerdings sollte ich irgendwas an meinem zeitmanagement ändern – der verzicht aber auf die wenige „ich-zeit“, der fällt mir wirklich schwer.

11 Antworten zu „luxus“


  1. 1 Katrin 3. Juli 2009 um 07:19

    Geht mir ähnlich, Zeit ist sehr wichtig geworden, vor allem seit unsere Kinder da sind.
    Ich empfinde schon die 3 Stunden Montags und Mittwochs als Luxus, wenn beide Kinder „aufgeräumt“ sind.
    Wenn ich wieder anfangen werde zu arbeiten, gewinnt die Zeit bestimmt noch mehr an Wert …
    Kurze Zeit habe ich auch versucht, noch ein bißchen mehr „Ich-Zeit“ herauszuschinden, dann war ich aber irgendwann so erschöpft, daß ich schon um 20 Uhr ins Bett gekrochen bin (Kaffee vertrage ich leider überhaupt nicht).
    Das ist für mich übrigens der Oberluxus, in Ruhe alleine in unserem Bett zu liegen, ohne nachts aufgeweckt zu werden.
    Ach ja, was für mich auch Luxus bedeutet ist die Tatsache, daß ich nun mehr als 4 Jahre fast rund um die Uhr mit meinen absolut süßen Kindern zusammen sein durfte – heutzutage ja nicht mehr selbstverständlich ….

  2. 2 Lisa 3. Juli 2009 um 08:29

    Da kann ich mich direkt mal anschließen, auch wenn es bestimmte materielle Dinge gibt, die ich trotzdem als Luxus bezeichne. Umso älter ich werde, umso mehr hab ich das Gefühl, dass mir die Zeit nur so durch die Finger rennt. Kaum war es Morgen, ist schon wieder Mittag und einmal umgedreht schon wieder Abend. Die Tage vergehen wie im Flug und manchmal habe ich das Gefühl, als hätte ich „fast nichts“ geschafft. Da ärgere ich mich manches Mal über mich selbst, wenn ich mal wieder zu ungeduldig bin und mir eine Sache/einen Termin/einen Tag sehr schnell herbeisehne. Frage mich wie mein Zeitgefühl in zehn Jahren ist. ;-)

  3. 3 Kes 3. Juli 2009 um 08:39

    meine Oma meinte mal treffend zum Zeitempfinden mit 80 Jahren… „Es ist immer nur Weihnachten – Ostern – Weihnachten – Ostern – Weihnachten – Ostern – Weihnachten – Ostern“

  4. 4 linea 3. Juli 2009 um 09:04

    Hallo-
    da muss man durch ;)
    Unsere Großen sind knapp 18 Monate auseinander- ich hatte diese „Durststrecken“ auch. Trotzdem haben wir uns für die No 3 entschieden, und das Zeitbudget wurde nicht unbedingt besser . Als sie klein waren hab ich sie lange Zeit zur Mittagspause (mit Buch, oder Hörspiel) „gezwungen. Entweder ich hab dann haushaltsmäßig was erledigt, was ohne Mäuse besser ging, oder ich hab mir einen Tee gegönnt, ein Buch geschnappt und auch Pause gemacht. Diese Mini-Oase gab mir die nötige Kraft für die zweite Halbzeit.
    Es heißt nicht umsonst :schnell werden sie groß! Das ist tatsächlich so. Ruck.zuck sind sie 19-18-14 Jahre
    Liebe Grüße Heike

  5. 5 Frau Maus 3. Juli 2009 um 09:20

    Frau Ami,
    wirklich, ich frage mich: Wie schaffen Sie es, immer so am Puls der Zeit zu sein? Tatsächlich ist Frau Ami vermutlich ein Team aus 24 Zeitgeistforschern, das 24 Stunden täglich versucht herauszufinden, was die Menschen so bewegen könnte. ;)

    So, und nun: Gestern abend saßen ich mit meinem Liebsten auf der wackeligen Bank inmitten des grünen Paradieses, schweigend aßen wir Vanilleeis mit marinierten Weinbergpfirsichen. Die Vögel zwitscherten, die Sonne ging unter, der Himmel war Blaulilarosaviolettwunderschön und mein Liebster stellte fest: „So kann das Leben auch sein.“, seufzte und löffelte schweigend weiter.

    Ich stelle also fest, Luxus ist für mich: gesund zu sein (und mir nur Gedanken über 10 Kilo zu viel mache zu müssen, pfft), auswählen zu können, ob ich nun lieber Banane, Apfel, Melone, Erdbeere oder Pfirsich esse, einfach weil all das da ist (und ich nicht überlegen muß, wenn ich nun nur noch einen Euro habe für das Wochenende, kann ich davon eine Packung Toastbrot und einen Liter Milch kaufen, für den Apfel reicht es dann leider nicht mehr), von niemandem abhängig zu sein, jederzeit wann es mir beliebt, auf die Straße gehen zu können, meine Ansichten äußern zu können (ohne Angst zu haben) und mit dem Menschen mein Leben verbringen zu dürfen, den ich mir dafür ausgesucht habe (und der auch noch einverstanden damit war und genauso empfindet).

    Also durchaus auch materialistisch geprägt, aber auch sehr geprägt von einem Leben in diesem Land. Freiheit ist Luxus für mich.

    Schon sehr gespannt auf den Luxus der Anderen… :)

    • 6 Patricia 3. Juli 2009 um 09:57

      Ja, zum einen ist Zeit für mich Luxus, das habe ich besonders gemerkt, als ich mit zwei kleinen Kindern Vollzeit gearbeitet habe und die paar Stunden zwischen Feierabend und Insbettgehen so fürchterlich knapp waren. Ich werde auch immer etwas kiebig bis schwer gereizt, wenn mehrere Abende hintereinander mit Eltern-Abenden o.ä. gefüllt sind und mein persönliches Ich-Zeit-Konto rote Zahlen im zweistelligen Bereich aufweist …

      zum anderen aber auch, wie Frau Maus schreibt, das nötige Kleingeld, um nicht beim Wochenendeinkauf in Ohnmacht zu fallen, wenn wir wieder die 100 Euro überschreiten, das Geld, den Kindern zwei statt einer Kugel Eis zu kaufen oder mal ein T-Shirt, das einfach nur schön ist statt immer nur darauf zu stieren, ob es nun billig oder im SSV war.

      Letztendlich auch Luxus, einen guten Arbeitsplatz zu haben, an dem man menschenwürdig bezahlt und behandelt wird und auch noch die Dinge tun, die einem Spaß machen … (an diesem Luxus arbeite ich gerade …)

  6. 7 ichbinimmerich 3. Juli 2009 um 10:25

    Für mich ist die Vorstellung Luxus, nicht mehr getrieben zu sein. Ich bin den ganzen Tag damit beschäftigt, vermeintlich wichtige Dinge zu erledigen, hier noch hin und da noch hin, das muss noch gemacht werden und das auch noch. Leistung bestimmt den Tag und das Leben und am Ende des Tages kann man sich dann gegenseitig erzählen, wie lang die Liste ist, die man an diesem Tag abgearbeitet hat.
    Ich habe es noch nicht geschafft, zufrieden zu sein, auch wenn ich mir mal einen Tag mit Liegestuhl auf Terrassien gegönnt habe. Ich wäre froh, das könnte ich – denn dann hat sich auch das Zeitproblem ganz einfach gelöst…

  7. 8 Straycat 3. Juli 2009 um 11:00

    Hmm.. Luxus.. darüber hab ich mir eigentlich noch keine Gedanken gemacht bisher. Mein Leben war bisher immer nach meinen Liebsten ausgerichtet, wollte ihnen alles Recht machen (heute natürlich auch noch). Mein Luxus würd ich sagen ist einfach mal der Freitag Abend den ich mir nach langen Jahren als „Das ist meine Ego-Zeit“ erkämpft habe. Ich fahre dann mit Gleichgesinnten Motorrad, dabei kann ich bestens abschalten und mache mir absolut GAR KEINE Gedanken über Probleme etc. DAS ist Luxus, unbeschwert sein zu können, auch wenns es nur kurz manchmal ist.
    Allerdings ist es auch ein Luxusgefühl für mich beim Einkaufen einfach mal Dinge in den Einkaufswagen legen zu können die ich gerne esse oder was ich gern haben mag. Denn wenn man lange Jahre jeden Cent 10 mal umdrehen musste um was zu kaufen, kann ich mir diesen Luxus inzwischen auch mal gönnen, die leckeren Scampis mal einzukaufen oder Tropische Früchte!

  8. 9 Christian Severin 3. Juli 2009 um 11:36

    Ein Bekannter hat mal sowas gesagt wie: „Luxus ist das Produkt aus Zeit und Geld. Wenn eins von beiden gegen Null geht, hat man auch keinen Luxus.“

  9. 11 Mrs.Mommy 4. Juli 2009 um 09:12

    Das unterschreibe ich aus vollem Herzen.
    Keine neue Handtasche oder Manolos sind`s, nein der Tag müßte schlicht weg ein paar Stündchen mehr haben.


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