Archiv für Juli 2009

wortschöpfung

ich habe ja gestern erfahren, dass es da so einen streit unter cachern gibt. nämlich – wie wirds denn nun ausgesprochen – „geocaching“? französisch? englisch?

französisch finde ich völlig affig: „cherie! wollen wir `eute [kaʃen]?“ das machen studienräte, die voll anarchomässig was gegen die anglisierung der deutschen sprache unternehmen und sich ein bisschen wichtig machen wollen.

englisch liegt nahe, alleine schon wegen des ursprungs des cachens. aber – ehrlisch gesagt müsste man dann auch das geo in geocaching englisch aussprechen. das macht aber keiner. oder sagt wer tatsächlich: „schatz! wollen wir heute [dʒiːoʊ̯kæʃɪŋ]?“ vermutlich nein.

ich sage geo (dt.) – caching (engl.) – aber ehrlich? ich fände eine wunderbare neue wortschöpfung für den deutschen sprachraum sehr großartig. im moment hänge ich bei den „geheimen erdlagern“. das klingt aber ein bisschen so, als würde ich in meiner freizeit sehr gerne alte wehranlagen aus den zwei weltkriegen aufsuchen – was irgendwie ein schräges bild von mir zeichnen würde.

aber – wie dann?

eher keine so dolle idee:

zu ferienbeginn in richtung süden fahren.

(ich habe den liebsten, der schon auf der autobahn war um uns abzuholen, sofort wieder nach hause geschickt und bin mit der überfüllten bimmelbummelbahn gen heimat gezockelt. grundsätzlich ist es ratsam, nur als extrem offene person mit ben und lilly zug zu fahren - es kommt vor, dass man mit einem gesamten großraumwagen spontanst mal eben ins gespräch kommt.)

im unterholz

ich bin infiziert und es gibt kein weg zurück. drei stunden mit drei kindern im wald, krauchend durchs unterholz, abseits jeglicher wege, frau antonmann und ich als motiviationscoaches („JA! WOW! SUUUPER!! nur noch 200m bis zur nächsten station! ihr macht das so tooooll!“) und am ende ein kleines rotes auto für ben, eine plastefigur für lilly und ein anhänger fürs antonmannkind. dazu drei müde, glückliche kinder und drei zecken.

geocachen geheime erdlager ausheben ist großartig – ich bin dabei. definitiv.

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(ben ist der größte geheime erdlager-ausheber überhaupt.)

ich habs schon wieder getan

„frau antonmann? wo sind die blaubeeren?“

„keine ahnung. im auto? anbau? kühlschrank?“

vonwegen. heute mal wieder das autodach als ablage benutzt. und somit 500gr blaubeeren die freiheit geschenkt – fliegt, kleinen blaubeeren, fliegt!

(grummel.)

ich sachs ma so:

intensiv as intensiv can be.

(endlich von angesicht zu angesicht. nicht immer dieses telefongedöns, dass so essentielle sachen wie gestik und mimik ausschliesst und die wahrnehmung beeinflusst. manchmal habe ich den eindruck, dass wir irgendwann mal einen wegweisenden ratgeber für gelungene fernbeziehungen jeglicher art schreiben können. denn gerade mich zwingt diese situation aus meinem gut trainierten schweigen und für mich behalten heraus in ein gespräch, welches sich in der art nur schwer führen lässt am telefon. was mich stolz macht ist die fähigkeit von uns beiden, sich auf diese situation einzulassen und sie auszuhalten. ich glaube nicht, dass seelenfreundschaften einfach so entstehen und dann bestehen. und schon gar nicht, wenn man so selten die gelegenheit fürs reden von angesicht zu angesicht hat. und gerade deshalb sind diese gespräch eben intensiv as intensiv can be. schön. sehr sehr schön.)

champagner!!

wir haben sie! nach langen überlegungen, vielem hin und her („kann doch nicht sein, dass so viele leute moooonatelang suchen und wir nach der 4. besichtigung unsere wohnung gefunden haben!?“) und dennoch eigentlich immer im wissen „das ist sie!“ habe ich in dieser minute unsere alte wohnung gekündigt und der neuen vermieterin zugesagt. die sich übrigens wie verrückt gefreut hat über unsere zusage. und das schönste? wir haben zeit bis mitte oktober und nur eine woche mietüberschneidung.

jucheee! ich bin so sehr sehr so sehr glöcklisch!

ich bin dann mal weg.

morgen früh gehts los: 6 volle tage „wir“. schönschönschönwunderschön.

wir

(jetzt noch packen und vorallem – intensiv darüber nachdenken ob die heute besichtigte wunderbare, fantastische, helle, ideal geschnittene, auch an einem see gelegene wohnung, mit großem garten in ruhiger wohnsiedlung mit vielen kindern, einem tollen vermieterehepaar mit ebenfalls zwei kleinen kindern und ausschliesslich jungen mitmietern – ob die es tatsächlich ist. unsere neue wohnung.)

nachtrag

ich glaube die kinder haben sich so aufgeführt, weil sie eine aufgabe für mich haben. sie haben die aufgabe für mich, authentisch zu bleiben und nicht dressierte äffchen haben zu wollen. denn im tiefsten winkel meiner seele will ich eine vorzeigemutti sein: es stresst mich nämlich ungemein, was die anderen wohl über mich als mutter denken und wie meine kinder ankommen. das ist einfach so, es liegt zum teil in meiner biographie begründet. ich kann mich mittlerweile in vielen situationen davon unabhängig machen und bin da 1:1 ich. situationen wie gestern sind für mich  allerdings eine echte prüfungssituation, wie weit ich schon mit meiner unabhängigkeit bin.

wie ich ankomme kann ich steuern – ich kann smalltalken, ich kann charmant sein, intelligent, fröhlich, pipapo. wie meine kinder ankommen kann ich nicht steuern. sie kommen mit dem, was sie sind – und das ist gut so! ich glaube, dass es letztendlich vielen müttern so geht wie mir, nicht umsonst gibt es blicke die sagen „gott sei dank nicht meins, dass da gerade scheisselkram macht!“ – es ist nun mal so, dass vom verhalten der kinder auf die eltern geschlossen wird. und ich glaube meine aufgabe ist es einfach zu lernen, sich davon unabhängig zu machen.

insofern – danke kinder. lesson learned.

versagt

wessen kinder haben sich eben auf dem krippegrillfest so derart und umfassend komplett daneben benommen, dass ich im boden hätte versinken können? richtig meine. von lilly, die sich bei der verabschiedung an die erzieherin krallte und schrie: „naaaiinn! ich will hiiiieeeer bleiben!!! geh weg!!“ bis zu ben, der glaube ich jedem anwesenden kind irgendetwas weggenommen, weggegessen, es gehauen oder geschubst hat. das war eben die härteste nummer in meinem bisherigen mutterleben. selbstredend, dass alle anderen kinder schön brav gegessen haben, schön miteinander gespielt haben und überhaupt in slowmotion mit fettlinse, blümchenpflückend durch die gegend schwebten. und ganz wunderbar die blicke der anderen eltern…wow! diese blicke. großartig.

was soll das!? was war das?

gott, ich fühle mich gerade als mutter wie der absolute totalversager.

ich konnte es nicht abwarten.

ich konnte nicht abwarten und habs ömmsche gerade angerufen. besonders schön diese stelle des gefühlt dreistündigen telefonats:
ich: sagen sie, haben sie eigentlich auch internetanschluss?
sie: was?
ich: internetanschluss. internet. haben sie internet in dem haus?
nichts
ich: in.ter.net!
sie: ja, ja also da….pause da ist so eine….äh….äh…..sehr lange pause…da ist was auf dem dach. mir fällt das wort nicht ein. so was rundes, wie ein topf.
ich: eine sat anlage?
sie: ja.
ich: ähm, ja. aber internet?
sie: ich verstehe sie nicht.
ich: mmh, egal.

ich finde, irgendwann ist man zu alt um zu vermieten.

(hat sich aber eh erledigt: „aber ihre kinder dürfen aber nicht fußball spielen im garten! ich seh das auch, wenn die das machen! ich wohn genau gegenüber!“)

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