Archiv für Juni 2009

ben julius van gogh

„mama ich will malen!“

benmalt

und ich hatte noch einen keilrahmen übrig. er malt nie kreise, nie gesichter oder bäume oder autos. er malt gegenstandslos. aber immer mit diesen farbspielereien. er hat eine ganz genaue vorstellung, welche farben zusammen passen, welche er wohin malen möchte und wo er mit deckweiss mischen möchte. der tagesoma hat er ein ähnliches bild gemalt – mit einer hellen ecke und einer dunklen….“ich habe tag und nacht gemalt.“

mein mutterherz klopft stolz. echt ma.

googeln

ich bin eine zutiefst neugierige person. schon als kind fiel das meiner mutter immer besonders dann auf, wenn sie einen stapel neu gekaufter zeitschriften für die praxis schön heimlich versuchte zu verräumen um selber zuerst einen blick hinein zu werfen um dann festzustellen: egal wo sie den stapel versteckte, ich spürte ihn immer auf bevor sie zum gemütlichen schmökern kam.

ich bin aber auch eine sucherin und finderin. wer auch immer irgendwas verloren hat, sollte sich an mich wenden. ich finde es. das ist keine hochstaplerei, ich habe da tatsächlich einen blick dafür. ich habe mal in paris den frisch erstandenen silberring einer freundin auf einer strecke von 4 km mitten in der innenstadt bei strömendem regen gefunden – in einer betonritze in einem u-bahn schachtes. während alle schulkameraden beim essen sassen, bin ich ca. 2,5 stunden lang die strecke hin und her abgelaufen. es ist ein sport oder ähnliches. ich weiss es nicht – ich verenge meinen blick, alle gedanken, jeder blick gilt nur noch dem zu suchenden ding. mit so einer art tunnelblick laufe ich die stationen ab, wo eventuell, vielleicht, keine ahnung, das letzte mal das ding da war – und finde es dann. den gegenstand dann in der hand zu halten, ihn ausgetrickst und sein versteck gefunden zu haben, schlauer gewesen zu sein als er – das ist für mich pure befriedigung. da kann ich breit grinsen und mich freuen wie ein bär.

kommen nun meine neugierde und die hingabe zum suchen und finden von sachen zusammen, kommt google dabei raus.

ich könnte stunden mit dem suchen dort verbringen – und ich schwöre: früher oder später finde ich jeden. die auswahl der schlagwörter, die verschiedenen kombinationen von wörtern, das querdenken, das weiterverfolgen von infos – gäbe es einen beruf dafür, ich wäre prädestiniert. niemand ist sicher vor mir, die kollegen, frühere schulfreunde, ex-partner – selbst meinen mann habe ich vor dem ersten mitarbeitergespräch, dass er mit mir vor 5 jahren als mein chef führen wollte, gegoogelt und erzählte ihm erstmal alles über sein leben. unvergessen, dieser gesichtsausdruck. nur mich findet man eigentlich nicht. als ami schon. aber in echt? ich scheine unauffindbar. was sicher auch daran liegen mag, dass ich es geschafft habe innerhalb von 6 jahren drei verschiedene nachnamen zu haben. das verwischt natürlich spuren.

ganz besonders schön finde ich aber folgende entdeckung. googelt man „ben lilly“ erfährt man, dass es einen großartigen jäger im wilden westen des 19. jhd. gab, einen „unfathomable southern wild character“. und das gefällt mir sehr – ben und lilly vereint im namen einer amerikanischen old west legende mit hutzeligem gesicht und wildem bart, der wahrscheinlich grizzlys mit bloßen händen erlegt hat und abends am lagerfeuer irgendwo in idaho sass und den wölfen beim heulen zu hörte. sehr schön.

bloggersprache – schwere sprache?

am wochenende entbrannte bei frau mutti in den kommentaren eine diskussion. sie hatte nichts mit dem thema an sich zu tun, sondern damit, dass eine kommentatorin folgendes schrieb und in der folge ein austausch über die offenheit der bloggersdorfgemeinschaft gegenüber kritik zu stande kam.

und ich muss gestehen – was diese karin dort schreibt stimmt zu einem großen teil. ich möchte die diskussion von dort nicht explizit hier weiterführen, es ging um was anderes und der kontext passt hier nicht. aber - es ist nicht das erste mal, dass ich das von nicht-bloggern höre und es macht mich stutzig dieses thema, denn auch in meinem privaten umfeld wurde mir genau dieses argument schon mehrfach genannt. und nicht nur diesen menschen ist das aufgefallen. auch mir fällt auf, dass kritik vom blogger an sich recht schlecht aufgenommen wird – ich nehme mich da keinesfalls aus. ich spüre förmlich wie bei vielen kommentatoren und interessanterweise eigentlich nur bei denen, die keinen eigenen blog haben, die köpfe rauchen um ein kommentar möglichst wertfrei und objektiv zu formulieren und dennoch ehrlich kritik zu üben. und in einer überwiegenden anzahl der fälle kommt es im schlimmsten fall zu bissigen antworten des bloginhabers oder anderer blogger und im besten fall zu beruhigenden antworten im sinne von „ja kann man auch so sehen, stimmt schon ABER…..“

ich verstehe die reaktionen, denn ich erlebe sie an mir selber sowohl als kommentator als auch als bloginhaberin und frage mich woran das liegen mag. eine antwort beziehungsweise ein eindruck könnte in der schilderung der oben genannte kommentatorin liegen: „Denn Blogger bilden eine eingeschworene Gemeinschaft. Schreibe als “Fremdling” einen beliebigen Kommentar zu einem beliebigen Thema eines beliebigen Blogs – Du wirst in 90 % der Fälle harsche Worte (”Dummheit” -”bodenlose Unverschämtheit”, etc.) als Reaktion zu lesen bekommen. Nicht einmal vom Bloginhaber selbst (das ist wohl a) uncool und b) unnötig)- nein, von Sympathisanten des Bloginhabers, die eifrig und bemüht den “Eindringling” wegbeißen wollen. Um den Frieden und die unantastbare Übereinstimmung in allen Fragen wieder herzustellen.“ das mag harsch formuliert sein, birgt aber eine wahrheit: menschen die bloggen empfinden sich nicht nur so, sondern sind in der tat eine eingeschworene gemeinschaft. sie kennen sich oft persönlich, zumindest entsteht aber im austausch der alltagsgeschichten von blog zu blog der eindruck, sich gut vielleicht sogar sehr gut zu kennen. und diese gemeinsamkeit schafft eine besondere form von kommunikation und sprache. ich empfinde die blogsprache im windel und mütterbereich und tatsächlich fast nur da, als eine sehr diplomatische und von nettiquetten durchzogene sprache. ich bin zb nicht einverstanden mit dem langzeitstillen einer bloggerin? nie im leben würde ich das so schreiben. allenfalls „mmh. nicht mein ding, aber go ahead.“ selbst wenn ich denke würde „büdde!?“ diese sprache schafft einen warmen und cosy ort für uns alle, wir fühlen uns verstanden, wir ahnen vielleicht mal die eine oder andere kritik im hintergrund, aber sie wird nicht näher ausgesprochen. und diese sprache und form von kommunikation führt dazu, dass uns (da mag man sich jetzt angesprochen fühlen oder nicht mit dem wir – ich formuliere es mal so) jeder kommentar, der nicht in dieser sprache formuliert ist aufschreckt wie der fuchs die hühner. denn wie soll ein kommentator ohne eigenen blog und damit ohne kenntniss dieser „geheimsprache“ wissen, wie wir formulieren? wie soll er um die nuancen wissen, mit denen wir eben doch eine form von kritik üben und äussern? er kann es nicht wissen und wir vergessen einfach sehr oft, dass ausserhalb unseres universums noch andere sprachen existieren.

 nun kann man sagen „andere nicht-blogger formulieren doch auch „korrekt“!“ in der tat – aber die lesen schon ungemein lange mit. die en passant kommentatoren quasi – gerade die sind es, die gefühltermaßen in unsere idylle platzen und bratzen. das tun aber die wenigsten. es fühlt sich nur oft so an. natürlich gibt es ausnahmen – trolle zum beispiel. die sind aber auch leicht zu entlarven. die kommentatorin bei frau mutti aber, die empfinde ich genau als die en passant kommentatorin, die einfach schrieb – und in meinen augen übrigens überhaupt nicht angreifend oder einseitig oder ähnliches. wurde aber tatsächlich so wahr genommen.

ein weiterer grund ist natürlich die interpretierbarkeit von geschriebenen  – wo gestik und mimik fehlt ist die bahn frei für spekulationen deluxe und denen ist man natürlich nie gerne ausgesetzt. die habe ich aber auch bei kommentatoren mit blog – allerdings, und da liegt der riesenunterschied: es fällt mir leichter das geschriebene einzuordnen, eben weil ich genug worte gelesen habe um mir ein bild zu machen und danach zu interpretieren. das funktioniert bei bloglosen kommentatoren eben nicht. beispiel? gerne.

frau wortteufel zb fand ich zu beginn sehr schwierig zu verstehen. ich konnte kaum irgendwas richtig interpretieren, bekam pochende halsschlagadern und war drauf und dran dort einfach nicht mehr zu lesen. und ich wette, ihr ging es mit mir ähnlich. aber – ich bin dran geblieben, habe fleissig bei ihr gelesen und allmählich ihre ausdrucksweise und den dahinter versteckten sinn und ihre art verstanden. mittlerweile weiss ich, wie ich die dinge einzuordnen habe und sie bei mir sicher auch – wir wissen um unsere sprache, weil wir voneinander wissen. ein entscheidendes ding!

und schlussendlich, bei allem verständnis für die kritik – natürlich ist und wird es immer so bleiben, dass man genau die blogs liest, die man auch mag und deren inhalt nahe bei einem selber liegt. dass es da so scheint und vielleicht auch tatsächlich so ist, dass sich mehr zustimmer als kritiker tummeln liegt doch irgendwie in der natur der sache. jeder blog hat sein thema, seine meinung, seine prägung – der schliesse ich mich an oder lass es bleiben. ich lese ja auch nicht  die frankfurter allgemeine oder rosamunde pilcher – ich kann einfach schlicht mit beidem nichts anfangen. aber jetzt auf der FAZ oder frau pilcher rumhacken käme mir auch nicht in den sinn  -leben und leben lassen würd ich sagen.

ich habe nun fast das ganze wochenende überlegt, wie die erkenntnis umgesetzt werden kann. lösungen im sinne von „ja muss ja niemand lesen hier!“ finde ich persönlich nicht zielführend, hat man sich doch mit dem medium „blog“ wirklich explizit die öffentlichkeit gesucht und lädt sich damit beides ein – die zustimmer und die kritiker. sollte man diesen gedanken wirklich haben, wäre eine konsequenz den blog nur einer bestimmten leserschaft zu öffnen und der rest bleibt draussen. das ist eine lösung, aber nicht für die, die eben öffentlich für alle schreiben wollen.

was aber heisst das nun für mich persönlich und meinen blog? eigentlich nichts, muss ich gestehen. denn es gab glaube ich, bis auf die 3-4 trolle  die sich mal hierher verirrten in all den jahren, hier noch kein einziges mal kommentare die ich als wirklich echte harsche kritik empfunden habe. was mich auf der einen seite sehr freut auf der anderen aber ebenfalls stutzig macht: ist der wellness blog aus der vorhölle in wahrheit eine selbstbeweihräucherungsstation mit kritikloser kuschelgarantie? ich weiss es nicht. ich muss es vielleicht auch nicht wissen. drüber nachdenken werde ich sicher noch eine zeitlang.

was kann es aber vielleicht für meine vielen unbekannten und bloglosen leser bedeuten?

ich persönlich finde, ihr seid das salz in der suppe, ihr seid ein bisschen der frischwasserzuschuss im karpfenteich. ich mag auch probleme mit der blogsprache ausserhalb unseres universums haben, aber ich bin gewillt zu lernen. ich würde mir wünschen, dass manch einer, der sich vielleicht bisher nicht traute (und ich weiss um die hemmschwelle als blogloser leser zu kommentieren!) nun doch einfach mal traut. wir sind sicher eine große und eingeschworene gemeinschaft, aber ich ganz persönlich halte mich für offen genug platz zu machen und aufzunehmen.

wir können nicht-virtuelle sprachen lernen, dann doch wohl hoffentlich auch eine gemeinsame virtuelle !

review

was ich ja schwer für kinder finde: tage, ach was wochenlanges hinfiebern auf das ritterfest im neuen kindergarten. die rüstung poliert und angezogen, schwert gezückt. die prinzessin mit feenflügeln bestückt und mit zauberstab bewaffnet. und was ist? zu. der kindergarten geschlossen. nichts und niemand zu sehen. das finde ich wirklich schwer auszuhalten, diese enttäuschten kleinen gesichter – der ritter und seine pinzessin weinend mit hängendem schwert und hängenden feenflügeln.

(das datum war aber richtig. 27.6. ab 15:30uhr.)

(dafür war das 12 gänge menü beim spanier ein traum. durchgehend ein traum. von der hälfte der gerichte habe ich allerdings keinen dazugehörigen namen, weil der zuständige shpanishe kellner sho mit shtarke shpanishe akshent shprach!)

oh! wie schön!

ich übe mal an meiner positiven haltungsänderung. also:

es regnet schon viel weniger!

gar herrlisch!

suchanfragen sind was feines. folgende landete heute hier:

„freuen sie sich schon oder fummeln sie noch?“

sehr schön – ein wochenendmotto gar?

und heute so…

von kleinen giergriffeln geweckt, gerührt und geschüttelt so gegen 5. 20 uhr. jetzt hallo wach!- phase bis mittag. mittags dann einen kleinen, aber feinen schleeperinski, nachmittags das ritter- und willkommensfest im zukünftigen kindergarten von ben. und heute abend schalllaaallaaa und tataaaaa! zu zweit zum besten spanier österreichs.

und bei ihnen so?

krude.

irgendwie muss ich die ganze zeit an die arme farah fawcett denken, die, abgesehen vom generellen unglück zu sterben, auch noch das pech hatte am gleichen tag wie michael jackson zu sterben.

 

(ja, krude ich weiss. aber ich muss irgendwie heute mehr an sie als an ihn denken. vielleicht sollte ich einfach aufhören zu denken.)

ich bekenne mich.

ich bekenne mich: ich bin eine aus-der-hand-reisserin.

vor ein paar tagen las ich in diesem blog einen beitrag zum thema väterinstinkt. dort schrieb ein mann in den kommentaren: „Bei einer Frau müssen manche Dinge auf eine bestimmte Art gemacht werden, damit sie richtig gemacht sind. Bei einem Mann müssen diese Dinge einfach “irgendwie” gemacht werden. Damit ist schonmal klar, dass es der Mann in den Augen der Frau nur selten wirklich richtig macht, während er umgekehrt gar nicht versteht, was ihr daran nicht gefällt, wie er es gemacht hat.

ich las und überlegte. „na klar! ich mache bestimmte dinge ja auch jeden tag! natürlich kenne ich da jeden handgriff. warum „irgendwie“ machen, wenn die routinierten handgriffe doch am besten funktioniert. wieso das rad ein zweitesmal erfinden?“

und stellte dann fest: im grunde beschrieb da ja jemand einen klassiker im familienleben der amis! ich fing an mich zu beobachten. und fand heraus, dass ich ständig dabei bin meinem mann die dinge aus der hand zu nehmen. nicht, weil ich so selbstlos bin und ihm die arbeit abnehme. nicht, weil er keine lust hat sie zu tun. nein, aus dem schlichten grund weil ich es nicht aushalte wie er die dinge tut - nämlich anders als ich.

geraten wir in situationen, in denen erdie  dinge in die hand nimmt und handelt, wie er handeln möchte, werde ich wuschig. ich schaffe es ca. 3 sekunden meinen mund zu halten und beginne dann mit einem harmlosen „meinst du nicht, dass es besser wäre? nein? ja, mach mal wie du denkst.“ dann verstumme ich und schaue kopfschüttelnd solange dem treiben zu bis er völlig genervt fragt: „was soll ich anders machen?“ und ich flöte knurre brülle antworte: „nichts mein schatz! lass es doch einfach mich machen!“ das reicht von der vorstellung wie die küche vor, nach und während dem kochen auszusehen hat bis hin zur vorstellung, wie mit den kindern zu spielen ist. beispiele gefällig?

ich werde wahnsinnig, wenn lilly nicht sofort nach jedem batzeln der mund abgewischt wird, sondern am ende der mahlzeit – „dann lohnt es sich wenigstens“. die folge? bei meinem mann entspanntes, wenn auch batzeliges essen. bei mir ca. 200 versiffte feuchttücher auf dem tisch, eigenes kaltes essen und puckende halsschlagader.

ich werde wahnsinnig, wenn ben scheinbar ohne sinn und verstand spielt – dinge aufbaut, zerstört, wegwirft, wieder aufbaut. die folge? bei meinem mann stehen am ende riesige legolandschaften die von ben erschaffen wurden, weil mein mann ihm ausreichend raum zum selber bauen gegeben hat. bei mir sitzt ein frustriertes kleinkind am boden, dass halt irgendwie lego spielt und eine mutter die spürt, dass da irgendwas gewaltig schiefläuft und sich doof vorkommt.

ich kann die liste endlos fortsetzen. mein mann beginnt was, macht es anders als ich, ich reisse nehme es ihm aus der hand, mache es selber und habe am ende einen frustrierten und genervten mann, eine frustrierte, genervte und oben drein beleidigte ehefrau („IMMER muss ich alles machen!“) und einen extremly schiefhängenden haussegen. um die sache hier der vollständigkeithalber noch vollends ehrlich zu machen: im grund reisse ich allen leuten die dinge aus der hand, wenn sie nicht so laufen wie ich mir das vorstelle oder wie ich das gewöhnt bin. nur hat mein mann mich die meiste zeit unseres lebens an der backe und bekommt die volle aus-der-hand-reiss-dröhnung zu spüren……jetzt war ich ja die letzten vier tage weg, überliess mann und kinder ihrem schicksal und musste beim heimkehren feststellen: die hauptunruhe in diesen haushalt bringe ich mit. ich mag, um es postitiv auszudrücken, die treibende kraft sein. allerdings auch die, die schnell mal die bedürfnisse und tempi der anderen übersieht. die fordert und treibt und übernimmt, bis alles ausgefüllt ist mit „ami“ aber nicht unbedingt mit „familie“. und die damit die chance zur eigenständigkeit, zur kreativität, zum sich-ausprobieren und einfach zum anders machen nimmt.

ich muss also was ändern. immerhin erkenne ich das und vorallem auch was schiefläuft. ich werde mir also ein stückchen holz zwischen die zähne schieben und draufbeissen, wenn hier das nächste mal die dinge drohen aus dem ruder zu laufen anders laufen als bekannt. ich werde mit dem holzstückchen im mund am tisch sitzen und murmeln: „joa, nö! passsht shhon.“ und drei entspannten menschen beim leben zusehen.

so schwer kann das doch nicht sein!

friends will be friends

ich schreibe gerade an einem zwischenbericht fürs jugendamt und höre nebenher auf youtube meine playlist rauf und runter. da ertönt ein lied, und ich erstarre. ich bin plötzlich 18, ich bin verliebt und ich habe eine fantastische beste freundin. so eine, die mich verschwurbelten freak als das nimmt, was er ist. mit der ich ellenlange, wunderbare briefe schreibe. mit der stunden telefoniere. oft und besonders gerne direkt nach der schule, in der wir nebeneinander sassen und auch schon die ganze zeit am reden waren…..mit der ich betrunken an einem weiher sass und in ihrem peugeot? renault? durch die gegend düste und achtung! PUR hörte. bei der ich im dreiwöchigen urlaub die tage von einem von ihr für mich gebastelten zettel wegstrich um unserem wiedersehen entgegen zu zappeln. mit der ich wichtige jahre bestritt, die mich stärkte und stützte.

dieses lied habe ich, gefühlt zumindest, das letzte mal in meinem kinderzimmer zu hause bei meinen eltern gehört. ich kam gerade aus der schule und hatte ihr auf dem treppenabsatz (erinnerst du dich?) eine sensationelle neuigkeit erzählt, hörte dieses lied und rief sie daraufhin an.

sie verschwand für eine lange zeit aus meinem leben, was nicht an ihr lag sondern an mir. manchmal passiert das. wir sind unseren weg gegangen, wir lernten neue freundinnen kennen, wir haben studiert, gearbeitet, unsere familien gegründet.
und doch ist nach all dieser zeit diese freundschaft immer noch tief in meinem herzen. da hat sie einen guten platz und irgendwie bleibt sie da wohl für immer.

frau rebenwanderin, das wollte ich dir schon lange mal sagen. auf dich, alte – auf uns und auf alle wichtigen und besonderen freundinnen dieser welt die uns begleiten, stärken und stützen!

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