heute beim einkauf in der buchhandlung stand ich vor einem regal mit kindergebetsbüchern. und was ich las, war der blanke horror. der allwissende, alles sehende gott, nichts bleibt vor ihm verborgen – religiöse neurose lässt grüßen. oder aber gebete in einem “lalalala”-ton, jedes zweite wort endet auf -chen oder -lein – verniedlichung bis zum abwinken. die vermittelten gottesbilder in der kinderbuchliteratur sind m.e. mehr als schwierig. wer hier schon länger mitliest weiss, dass ich religionspädagogik studiert habe und durchaus mit dem thema vertraut bin. kommt aber die frage: wie hälst du es mit der religion bei kindern? komme ich zu keinem wirklich befriedigendem ergebnis.
zum einen denke ich, dass sich werte und ein gewisses mass an ethik auch völlig ohne religiöse inhalte vermitteln lassen. die meisten christlichen grundsätze sind bei uns ohnehin im gesetz verankert und werden großteils in unserer gesellschaft auch vermittelt – auch ohne den ideologischen unterbau. “du sollst nicht lügen” du sollst nicht stehlen” – dazu braucht man kein allabendliches gebet oder die ein oder andere bibelgeschichte, das sind feste prinzipien die man seinen kindern ohnehin beinbringt bez. beibringen sollte. hinzu kommt, dass ich bei meinen wenigen anläufen abends vor dem schlafen gehen mit meinen kinder, beziehungsweise ben, zu beten regelmässig den eindruck gewann, dass die art der gebete oder leitsätze oder formulierungen einfach nicht altersangemessen sind oder aber, wie oben beschrieben, einen ideologischen weg einschlagen, den ich nicht mit meinen sonstigen erziehungsprinzipien über ein bekomme. also “frei” beten? einfach erzählen, was heute für ein tag war, was passiert ist, revue passieren lassen? dazu brauche ich aber nicht zwangsläufig einen gott, der zu hört. das kann ja auch ein normales gespräch zwischen eltern und kind sein. wozu dann also “lieber gott,……”?
das ist die andere seite. die vorstellung, dass es im leben meiner kinder eine übergeordnete macht gibt, der man sich anvertrauen kann, der man etwas von seinen geheimsten gedanken, wünschen erzählen kann oder aber auch von vielleicht einer wut oder einem zorn über etwas – diese vorstellung finde ich sehr schön. erinnere ich mich an meine eigene kindheit, dann war es genau das, was ich so beruhigend fand: da gab es wohl jemanden, der mich mochte, der auf mich aufpasste, der bei mir war. dem konnte ich alles erzählen. er hat es nicht verraten. ich würde auch meinen kindern gerne so etwas anbieten – in das alter, in dem sie sich dagegen entscheiden können, kommen sie noch früh genug. warum soll ich also meinen kindern etwas vorenthalten, womit ich als erwachsener vielleicht nicht zurecht komme? darf ich das überhaupt? sollte das nicht mein thema bleiben und nicht auch zu dem meines kindes werden?
die üblichen stolpersteine, die vielleicht jetzt dem ein oder anderen durch den kopf gehen mögen, zum beispiel die berühmte theodizeefrage ”wieso soll ich meinem kind einen gott vermitteln, der leid zulässt?” oder auch “ist doch quatsch, wenn beim beten um was gebeten wird oder was gewünscht wird und dann wirds nicht erfüllt!” kenne ich aus vielen unterhaltungen und ich kann für mich nur sagen, dass ich gott als keinen eingreifer wahrnehme. er ist ein beobachter und vielleicht ein tröster. er führt kein krieg, er lenkt kein verunfalltes auto, er tötet keine kinder. und wenn ich jemals in meinem leben gebetet habe, dann habe ich nie gewünscht oder erbeten, weil ich das schon immer einigermassen vermessen fand, gott um was zu bitten -meinetwegen soll er mich stärken und mir mut machen, mein leben mit seinen schwierigkeiten regel ich aber alleine. beide fragen hängen stark mit dem eigenen gottesbild zusammen, welches widerrum entscheidend für die religiöse sozialistation der eigenen kinder ist.
ist es unsere aufgabe, den kindern eine religiöse erziehung zukommen zu lassen, auch wenn wir selber nicht daran glauben? halten wir ihnen etwas vor, nur weil wir nicht glauben? und wenn wir glauben, überprüfen wir unser eigenes gottesbild, damit ausreichend raum für das kind ist, damit es sein eigenes bild erfahren und erleben darf? und wenn man nach allen überlegungen dann vermittelt, wie vermittelt man denn dann? geschichten? gebete? freie gebete?
wie handhabt ihr das mit dem glauben und der vermittlung desselben und euren kindern?

Das ist jetzt aber wirklich ein seltsamer Zufall. Gerade heute morgen habe ich lange über dieses Thema nachgedacht, mit etwas anderem Ausgangspunkt – ich frage mich, ob wir unser Kind taufen lassen sollen (wenns dann mal da ist). Früher gab es diese Frage gar nicht, in letzter Zeit habe ich bestimmte Dinge verloren und bin schon lange nicht mehr in der Kirche gewesen… und trotzdem würde ich sie gerne taufen lassen, ihnen das mitgeben, was ich auch hatte (und was ich eigentlich gut fand). Es ist ja nicht so, dass ich nichts glaube, ich… weiss nur gerade nicht, was genau ich eigentlich glaube. Und was ich aus Tradition schön finde. Vielleicht lernen die Kinder ja das Zweifeln noch früh genug? Ich weiss auch nicht. Auf jeden Fall sehr interessante Gedankenanstöße, die ich hier finde… ich muss noch eine Weile nachdenken.
Ich glaube nicht an Gott. Wir beten nicht. Aber natürlich vermitteln wir Prinzipen wie oben genannt, nicht stehlen, nicht lügen. Dazu brauche ich keinen Gott.
Schwierig wird es bei der Frage des Kindes wer denn der Mann am Kreuz ist in der Kirche. Ich konnte es noch nicht erklären. Das ist nicht einfach. Wird sich zeigen. Da ist mein Dilemma, vorenthalten, das es für viele Menschen einen Glauben gibt, geht ja auch nicht.
Was ich bewundere, ist die Kraft die viele Menschen aus Ihrem Glauben
schöpfen können.
Wie erklären eigentlich gläubige Eltern Ihren Kindern das es andere gibt, die nicht daran glauben?
Ach, ich kann es in so zwei drei Sätzen nicht beschreiben :O).
Oje. Ich bin da definitiv ein schlechter Diskussionspartner (weil Agnostiker).
Hier in der Gegend ist der christliche Glauben aber sehr tief verankert und ich finde meine Kinder sollten ein Verständnis dafür bekommen, um was es geht. Die Religion hat unser Weltbild und unsere Geschichte nunmal sehr stark geprägt. Daher müssen meine Kinder verstehen was das Christentum ist und in wie weit er sich von anderen Religionen unterscheidet. Daher wurden meine Kinder getauft, sie werden den Religionsunterricht besuchen und wir gehen zu großen Feiertagen in die Messe, wobei wir dort versuchen alles kindgerecht zu erklären.
Trotzdem werde ich nicht mit meinen Kindern beten – ganz einfach weil ich es selbst nicht mache. Ich kann meinen Kindern im Alltag keine religiöse Erziehung zukommen lassen, weil ich zu wenig glaube. Aber dafür gibt es andere, die das tun können (Lehrer, Großeltern usw.).
Ich verstehe, wenn Gläubige diese Einstellung verwerflich finden, aber so sehe ich das. Ob meine Kinder dann an Gott glauben oder beten wollen, das können sie bei Zeiten selbst entscheiden.
Oh, was für ein kontroverses Thema. Und schwierig, ich vermute, die meisten Menschen reden lieber über ihr Sexleben als darüber, wie sie glauben. Trotzdem, also.
Ich komme aus einem Elternhaus, in dem nicht geglaubt wurde. Dennoch hat meine Muter uns als Kinder irgendwann zur Kindebibelwoche geschickt, eine Art Projektwochen mit Kindern in den Herbstwochen. Kein Konfirmandenunterricht, keine Taufe, nichts. Dafür gab es eine Kinderbibel und eine normale Bibel im Haus. Zumindest in der Kinderbibel habe ich viel gelesen, als ich lesen konnte. Alleine, für mich. In dunklen, dunklen Zeiten habe ich an dem, woran ich glaubte, Halt gefunden. Trost, Sicherheit in unsicheren Tagen.
Ich bin zu einem gläubigen, aber nicht dogmatischen Menschen geworden. Ich habe mich taufen lassen und frei entschieden. Ich habe mein Kind taufen lassen, weil ich ihm einen Weg zeigen möchte – dafür oder dagegen kann er sich irgendwann frei entscheiden. Ein kurzes Abendgebet (nur ein einziges -lein, allein, weil ich mich bei der Originalfassung immer verhaspelt habe) gehört zum Ins-Bett-bringen dazu. Ein Stein in der Brandung, quasi.
Wir sind keine regelmäßigen Kirchgänger, sind aber auch schon mit Kind da gewesen. Und Kolja genießt das überraschenderweise sehr. Am Wochenende hat er dem erstaunten Vater verkündet, er wolle in die Kirche gehen. Nun ja. Wir wollen sehen.
Eine interessante Frage, darüber habe ich auch schon ab und zu nachgedacht. Ich selber bin da unentschlossen. Es fällt mir schwer zu glauben, es fällt mir schwer, nicht zu glauben. Ich weiß nicht so recht, ich brauche da noch Zeit.
Das bedeutet aber, daß ich wohl meinem Kind keine aktive religiöse Erziehung zukommen lassen kann. Sicherlich wäre es schön, ich fand es als Kind auch schön und beruhigend, an einen Gott zu glauben, der mich hört, auf mich aufpaßt etc. Hinzu kam die Jugendgruppe, der Kirchenchor, eine religiöse Schule – alles ganz toll. Leider bin ich trotzdem nicht religiös geworden.
Ich denke, aus dem Grunde kann ich nicht wirklich den Glauben an einen Gott vermitteln, denn was soll man da weitergeben? Das ist unglaubwürdig und fühlt sich für mich falsch an.
Wenn mein Kind mich fragt, setze ich mich damit gerne auseinander. Wenn es interessiert ist an der Bibel, dann lesen wir sie. Alles andere – nun, das wird Ben selber entscheiden müssen. Auch wenn ich ihm letzten Endes etwas vorenthalte, was wichtig sein könnte im Leben.
uff. das thema habe ich auch eine zeit lang durchgekaut und mittlerweile sehe ich es entspannt.
der wichtigste punkt für mich: MEINE einstellung zu religion, kirche und gott ist nicht zwangsläufig die haltung meines kindes. er soll sich selber ein bild machen, sich das rausnehmen, was er braucht und ihm gefällt. von daher gibt es von mir auch keine “gott sieht alles”-ansagen (fand ich sehr gruselig, als ein freund vom kind das mal gesagt hat), es gibt keinen zwang, in die kirche zu gehen (wie bei mir als kind), im gegenteil, ich gehe dem kind zuliebe, das sehr viel spaß bei den familienmessen hat. ob jetzt gott für ihn eine bedeutung hat, oder das zusammensein beim gottesdienst – ist mir egal.
in meinem blog findest du übrigens zwei posts zu dem thema, wenn du magst: http://stadt-land-fluss.blogspot.com/2007/01/fragen.html und http://stadt-land-fluss.blogspot.com/2007/07/langeweile-und-gott.html
wir beten abends (meistens) eines dieser kindergebete, bei meinen eltern wird sonnatgs vor dem mittagessen sogar das vaterunsergegrüßestseistdumaria gebetet (das verweigert das kind aber), ich möchte aber behaupten, dass das kind sich da wenig gedanken um den sinn der worte macht, das ist einfach teil des rituals. fabi geht ja in einen evangelischen kindergarten (obwohl katholisch) und da kommt ab und zu die wunderbare pfarrerin vorbei, da gehts dann um jesus und andere bibelgeschichten. vielleicht auch deswegen ist fabi ziemlich begeistert von seiner “kinderbibel inkl. cd” (geschenk von oma), was ich anfangs schon etwas befremdlich fand, andererseits: das sind für ihn geschichten, genauso wie märchen oder die griechischen sagen, auf die steht er ja auch.
ich warte also einfach mal ab, in unserem alltag spielt gott und religion jedenfalls keine sehr große rolle. wie du auch schreibst: christliche werte sind ja zumeist sowieso werte unserer gesellschaft, da muss ich mich nicht auf eine höhere macht berufen, das sagt mir ja meine menschlichkeit.
Jeden Abend seit vielen Jahren:
Das will ich mir schreiben in Herz und Sinn,
dass ich nicht für mich nur auf Erden bin.
Und dass ich die Liebe, von der ich lebe,
gerne an andere weiter gebe.
Begleite mich bei Tag und Nacht,
das Licht wird hier jetzt aus gemacht.
… dunkel…
Und, lieber Gott, das vergesse ich nicht,
im Flur brennt stets ein kleines Licht…
Liebe, Vertrauen, Mitgefühl und Humor.
Nur so funktioniert ein guter Glaube.
Glauben wir.
Oh Gott! Meines Erachtens müsste Ethik wieder als Schulfach eingeführt werden.
Religion ist schon noch sehr antiquiert, und wird auch so weitergegeben in den Grundschulen zumindest.
Wir leben in einer kleinen Gemeinde und wenn ich da schau werd en Religionsunterricht gibt, au weia…
Mein Sohn wird seit der ersten Klasse schon in Ethik unterrichtet. Ich finde das Fach, gerade für Grundschüler, komplett überflüssig, da sich die Inhalte mit denen des Sachkundeunterrichtes beinahe decken.
Aber zurück zum eigentlichen Thema. Mit dem Glauben an Gott kann ich in keiner Form etwas anfangen. Und nie im Leben würde ich mein Kind taufen, wozu auch, er kann seinen Glauben auch als Erwachsener noch wählen. Ich erziehe mein Kind, wie du es schon schreibst Ami, auch zu einem ehrlichen Menschen, dazu braucht es für mich keine Kirche und zehn Gebote.
Seine Sorgen kann mein Kind jederzeit mir anvertrauen und möchte er das nicht, habe ich ihm vor langer Zeit schon einen kleinen Beutel mit sog. Sorgenpüppchen im Weltladen gekauft. Denen erzählt er seine Nöte, steckt sie zurück in ihr Beutelchen, legt sie unters Kopfkissen und am nächsten Morgen sind die Sorgen verschwunden. Sagt man. Solche Dinge sind für mein Empfinden wesentlich greifbarer als ein Gott, den niemand sieht, von dem niemand beweisen kann, dass es ihn wirklich gibt.
Deswegen werde ich meinem Kind immer offen zur Seite stehen, wenn es um das Thema Glauben geht. Aber ich sehe mich nicht in der Lage den christlichen Glauben zu vermitteln.
Mein eigenes kleines Interesse gilt im Übrigen dem Buddhismus. Kein Glaube im Sinne von Schema F, Gebeten, auf Knien rumrutschen usw., sondern eigentlich mehr eine Lebenseinstellung.
Mir ist gerade noch etwas eingefallen. In den Gebetsbüchern zumindest hier irgendwo (Bayern) habe ich beim Durchblättern gesehen, dass da hinten drin schöne Gebete sind. Kindergebete, Jugendgebete. Die waren nicht so in Reimform und trallala, sondern eher: “mir ging es heute sehr gut/nicht so gut/wir hatten einen tollen Tag… ich wünsche mir, dass es Mama/Papa/Oma besser geht… ich hatte vor dem und dem Angst…” Ist das nicht eine Möglichkeit? Für mich würde, egal was ich glaube, ein strafender Gott nicht ins Bild passen für ein Kind. Ein behütender, oder irgendwie ansprechbarer, schon eher. Ich denke, für uns Erwachsene hängen da viele abstrakte Gedanken dran, für Kinder muss das etwas konkreter sein, daher auch die Bilder und Bitten.
“Lieber Gott, ich danke Dir für den schönen Tag und das wir nicht leiden müssen, Amen. Beschütze die Zeitlos, die Mama, den Papa, *hier Freunde und Haustiere einfügen*”
Das war seit dem Kindergarten schon immer mein Gute-Nacht-Gebet. (Manchmal auch mit “heute war kein schöner Tag”. Dann konnte der Rest auch schon mal länger sein).
Nichts mit -lein oder “mach mich fromm, dass ich in den Himmel komm.” Meine Eltern haben mir gesagt, ich könne dem lieben Gott sagen was ich möchte. Daraufhin entstand das Gebet und noch heute bete ich es, wenn mir nichts anderes einfällt, als das es halt ein schöner Tag war.
@Diba: Deins finde ich auch grandios schön.
Und so ganz genrell:
-Ich mag beten. Es klärt die Gedanken, wenn man sie einfach mal zusamenfasst und ausspricht.
-Ich bin für religiöse Erziehung (sagte die Kinderlose), oder zumindest für eine Erziehung mit Werten. Das kann genauso gut heißen, dass man sein Kind zum Atheisten oder *hier abstruse Sekte einsetzen* erzieht. Aber eine Wischiwaschi-Ostern-kommt-der-Milkahase-mein-Kind-entscheidet-selber-ob-es-religiös-sein-will-Attitüde (um es mal ganz böse auszudrücken), die aktive Auseinandersetzung scheut, kann ich nicht nachvollziehen. Wie soll sich denn ein Kind entscheiden, wenn ihm nicht zumindest eine Richtung vorgelebt wird? Oh, und wo wir schon dabei sind: Eine Bekannte erzälte, ihr Patenkind habe Eltern, die nicht mehr in der Kirche sind, und auch Paten, die nicht mehr in der Kirche sind. Warum überhaupt Eltern dann noch das Bestreben haben, das Kind bei genau der Kirche taufen zu lassen, von der sie sich abgewendet haben, ist mir absolut schleierhaft.
Wie oben schon gesagt wurde: Ein heißes Thema, bei dem so etwas wie Einigung sicherlich ganz unmöglich, und auch gar nicht erstrebenswert ist. Aber ich finde das auch spannend zu lesen, was andere so denken.
Meine Eltern haben es bei mir sehr gut gehandhabt, finde ich.
Ich sage von mir immer, ich bin christlich, aber nicht religiös. Will heißen – ich lebe zwar nach christlichen Prinzipien (soweit wie möglich :)), aber in meinem Denken gibt es keinen Gott, ich gehe nicht in die Kirche usw.
Ich wurde getauft, konfirmiert, habe in der Schule den Religionsunterricht besucht, meine Eltern/Großeltern sind mit mir öfters mal in die Kirche gegangen, ich hatte eine Kinderbibel – sie haben mir die Religion also nicht komplett vorenthalten, obwohl meine Mutter sogar aus der Kirche ausgetreten ist. Sie hat sich aber immer bemüht, mir die Wahl offen zu lassen.
Mein persönlicher “Knackpunkt” kam dann irgendwann in der 4. Klasse, als ich einen Religionslehrer hatte, der zugleich unser Pfarrer war. Der Mensch war aber so dermaßen unchristlich, dass es nicht mehr feierlich war – hat schlechte Witze über Behinderte gemacht usw.
Ich konnte das in der 4. Klasse natürlich noch nicht so recht fassen, aber ich hab enfach gemerkt, dass da was nicht übereinstimmt zwischen “Religiössein” und “nach christlichen Grundsätzen leben”.
Trotzdem hab ich mich konfirmieren lassen (”weil es alle machen”), bin dann aber in der 9. Klasse aus dem Religionsunterricht ausgetreten. Das war meine eigene Entscheidung, da hat mich niemand draufgebracht, das kam einfach so.
Ich kann meinen Eltern in der Hinsicht in keinster Weise irgendwelche Vorwürfe machen – wenn ich ein Kind hätte, würde ich es genau so tun.
Für solche Fragen bin ich momentan glaube ich der denkbar schlechteste Ansprechpartner…ich habe jetzt innerhalb von 6 Jahren die für mich wichtigsten männlichen Bezugspersonen verloren (mein über alles geliebter Vater überraschend Herzinfarkt, Moritz Papa) – ich finde da momentan keinen Sinn und hadere mit Gott…
Moritz bekommt das “göttliche” aber auch durch den evang. Kindergarten vermittelt. Letztens hat er zu meiner Überraschung das komplette Vaterunser als Tischgebet (in Wort und Bild – mit Gesten) runter gebetet.
Ich war echt baff.
Ich weiss ja nicht wo Deine Mäuse jetzt letztendlich unterkommen in welchem Kindergarten, Krippe – aber ich denke mal wichtig ist es Werte im allgemeinen zu vermitteln, wie Du schon sagst stehlen, andere Leute zu respektieren und als das anzunehmen was sie sind, Hilfsbereitschaft etc. hat nichts mit Gott zu tun.
Wie gesagt und die Kindergärten machen ja auch viel in der Richtung. ;-)
Die Aussage Gott sieht alles finde ich übrigens erdrückend und beägstigend. Ist das etwas typisch katholisches? Der Gedanke Gott kennt Dich kann dagegen ziemlich warm sein, finde ich.
Hosianna,
wie heisst erigentlich die Gottesströmung, der zu folge er nur die Welt erschaffen hat, aber sich nicht mehr darum kümmert?
Ich glaube nicht an Gott und dennoch hat mir meine FreundinPfarrerin vor langer Zeit ganz spontan gesagt: “So wie Du lebst mit Deinen Werten, lebst du christlicher als mancher gläubige Christ”
Das hat mich bestärkt, unseren Kindern vor allen Dingen die christlichen Werte mit zugeben, mit dem Gottesglauben sollen sie es dann halten wie sie wollen.
Hallo Frau Ami,
so oft denke ich, ich müsste wenigstens mal erwähnen, wie sehr Sie mich immer wieder erfreuen mit ihren Einträgen. Zuletzt hatte es mir die Orchidee besonders angetan. :-)
Na ja, und dann nehme ich so einen “ernsten” Eintrag zum Anlass…
Ich glaube an Gott. Und das vermittle ich – gemeinsam mit meinem Mann und durchaus der größeren Familie – auch meinen Kindern. Mir ist bewusst, dass sie eines Tages selbst entscheiden werden, wie sie das handhaben wollen. Ob es eine innere Überzeugung gibt oder nicht. Für heute nehme ich mir die Freiheit, ihnen von Jesus zu erzählen und gemeinsam zu beten. Vor den Mahlzeiten, aber besonders jeden Morgen und jeden Abend. Auch wenn die Dinge, die wir sagen und um die wir bitten (ich finde es legitim, Gott meine Wünsche vorzutragen) nicht jeden Tag neu erfunden werden, so sind es doch keine auswendig gelernten Verschen (Verslein?). Wir wechseln uns ab, und es ist eine der schönsten Erfahrungen, den Gebeten meiner Kinder zuzuhören. Manchmal sind sie kurz, manchmal staunen wir, was die Köpfe so beschäftigt. Sie denken an so viele Dinge.
Natürlich kann man auch “einfach so” miteinander reden. Aber Gebete haben doch auch andere Aspekte. Ich fand Ihre Formulierung vom Beobachter und Tröster schön. Persönlich glaube ich, dass Gott manchmal auch eingreift, aber das führt jetzt vielleicht zu weit. Jedenfalls tut es mir gut, wenn abends der “Kleine” für den “Großen” betet, auch wenn man am Tag seine Scharmützel hatte. Ich finde es wichtig, den Kindern zu vermitteln, dass wir für kranke Menschen beten, für Frieden, für die Klassenarbeit am nächsten Tag, für Verständnis untereinander. Es kommt mir anders vor als die Gespräche, die wir auch führen. In besonderen Situationen sprechen wir besondere Gebete, so auch zu Beginn eines Schuljahres. Ich glaube, dass das uns und den Kindern einen besonderen Halt gibt.
Ich will das Blog nicht zuspammen… :-)
Mir fällt noch ein, dass ich besonders früher, als die Kinder noch sehr klein waren, gerne Abendlieder gesungen habe. Auch da hatten fast alle einen religiösen Touch.
Letztlich muss man authentisch sein. Aufgesetzte Rituale, derer ich mir selbst nicht sicher bin, irritieren vielleicht nur. Ich bewundere aber alle, die – obwohl sie selbst keinen Glauben haben – ihren Kindern diesen Weg öffnen. Für unsere Jungs ist es kein echtes Problem, dass die Menschen sich auch in ihrem (Un-)Glauben unterscheiden. Sie sind da recht unbefangen.
Kein “Rat” also… Vielleicht probieren Sie es einfach aus. Wir hatten eine nichtreligiöse Freundesfamilie, deren Kinder offensichtlich unsere Gebete mochten. Sie haben das dann auch zu Hause praktiziert. Vielleicht kann man, wenn man dafür offen ist, genau so gut erkennen, wenn sie sich schwer tun damit?
Beste Grüße
Geertje
wo ich aufgewachsen bin in der schweiz, da waren die freikirchen sehr verbreitet. sind es immer noch. die hälfte meiner schulkameradinnen glaubte ernsthaft daran, vor der ehe gäbe es keinen sex. und nochmals die hälfte davon hat es dann auch durchgezogen. :-)) ich war in meiner jugend an unzähligen gottesdiensten, in denen in die knie gegangen und gott lobpriesen wurde. ich selbst war kurze zeit mitglied der heilsarmee, weil die pfadigruppe in meiner nähe zu den heilsarmisten gehörte. meinen eltern ist religion eher fremd, wir wurden alle drei kinder zusammen getauft, da war ich schon 16 und hätte sonst nicht konfirmiert werden können. ach ja, und so um die 20 gab ich mal sonntagsschule – mein bisher ergreifendstes erlebnis mit gott oder wie man die höhere macht nennen will.
soweit so gut. mein sohn ist getauft, die tochter wird früher oder später auch. ich persönlich kenne die bibel kaum mehr, und was ich als kinderliteratur mitbekomme, ist, mit verlaub, unter jeder kritik. wie schon in meinem blog einmal erwähnt und hier von ami angetönt: wie soll ich meinem grenzen austestenden kind, das haut, anderen kindern die spielwaren wegnimmt und auch sonst überall schaut, wie weit es gehen kann, erklären, dass der liebe gott deswegen fand, man müsse ertrinken?
trotzdem: ich finde, es schadet den kindern nicht, ausser der evolutionstheorie noch eine andere sichtweise der dinge mitgeliefert zu bekommen, und zwar so, wie man sie in unserer kultur eben von generation zu generation weitergibt. gerade in einer zeit, wo die angst vor dem moslem sozusagen täglich neu geschürt wird, finde ich, ist die eigene herkunft von existenzieller bedeutung. (ich weiss nicht, ob das jeztt korrekt rüberkommt, weil was ich nicht meine, ist, dass die einen gut und die andern schlecht sind, sondern auch hier: es gibt noch andere sichtweisen auf die welt, und der protestantismus, mit dem ich aufgewachsen bin, ist eine davon.)
die freie religionswahl in bezug auf kinder finde ich eher zweifelhaft. unser wertesystem ist das christentum, das beileibe nicht nur heilige hervorgebracht hat, und ich finde das wissen darum sehr existenziell (man kann das ja auch kritisch betrachten und nicht durch die rosarote keinsexvorderehebrille). auch wenn man einem kind sagt, dass der liebe gott da oben ist und auf einen runtersieht, ist doch schön, oder? was das bitten und betteln betrifft, so haben wir es so eingerichtet, dass wir eigentlich meist danke für den schönen tag sagen oder ähnlich. und dazu ein rätoromanisches kindergebet, in dem es auch darum geht, dass die toten im himmel über dich wachen oder so. allerdings ist es heute auch so, dass man ja fast im trend mithalten muss, der da sagt: glauben? ich doch nicht. und doch tun wirs, jeden tag, auch unbewusst.
kinder, die nicht protestantisch oder katholisch oder sonst was sein wollen, können das auch noch später wieder ändern, die selbstbestimmung bleibt also bestehen. und es soll mir keiner kommen und sagen, er hätte noch nie von adam und eva gesprochen. und von der schlange im paradies. undundund. :-))
sorry für die wirrness. :-))
Liebe Frau Ami,
das ist ja wirklich ein umstrittenes Thema… Ich selbst hatte lange Zeit (nach einer eher religiösen Phase so um die Konfirmation herum) mit der Kirche und dem Glauben generell gar nichts am Hut, habe allerdings immer sehr viel gesungen, und besonders gerne geistliche Musik im Chor. An dieser Haltung änderte sich auch nach der Geburt meiner ersten Tochter nichts.
Ein wirklich einschneidendes Erlebnis war eine Reise nach Polen, meine älteste Tochter war damals vier Jahre alt und unglaublich neugierig und aufgeschlossen, soadass man wunderbar alles mögliche mit ihr besichtigen konnte. In einem Kunstmuseum in Posen zog es sie nur so zu den Bildern mit christlichem Inhalt, und spätestens nach der vierten Kreuzigungs- und der fünften Weihnachtsdarstellung (Immer mit den drängenden Fragen: Wer ist das Baby? Warum hängt der Mann da am Kreuz? Ist das derselbe, der bei Maria als Baby auf dem Arm ist? Warum haben die das getan? Warum hat Gott sein Kind sterben lassen?…) war mein Kind sozusagen bekehrt. Sie hat mir nur erklärt: “Ich glaube, dass es Gott gibt, dass der mich liebt – und ich habe ihn und Jesus auch lieb.” Ein bisschen fassungslos war ich da schon. Aber seitdem ist Luise ziemlich unerschüttert, was ihre religiösen Ansichten angeht. (Inzwischen ist sie elf.)
Vor kurzem wollten sogar alle Kinder das Tischgebet als regelmäßiges Ritual einführen (unsere zweite Tochter geht auf eine evangelische Grundschule, ist also mit Glaubensthemen auch bestens vertraut), sind aber am Veto ihres völlig ungläubigen Vaters gescheitert.
Und wir alle (sprich ich und die vier Mädels) gehen seit etwa zweieinhalb Jahren regelmäßig sonntags in den Gottesdienst. Mich hat es da ursprünglich hinverschlagen, weil ich dringend ruhige Momente in meinem Leben gebraucht habe, ich bin mehr oder weniger zufällig bei einem Sonntagsspaziergang in den Gottesdienst unserer Gemeinde geraten. Und dann fand ich den Pfarrer unglaublich überzeugend (nicht dieses entsetzlich salbungsvolle, unerträglich selbstgerechte Gerede, das man bisweilen so hört), wenige Zeit später ist mein engster Freund dort Organist geworden, musikalisch ist in dieser Gemeinde unheimlich viel geboten – das ist für mich der wichtigste Zugang zum Glauben. Ich kann vieles singen, was ich so niemals sagen würde…
Und die einzige Form von Gebet ist bei uns nach wie vor “Der Mond ist aufgegangen” (mit einigen Strophen mehr als den hier aufgeschriebenen beiden letzten, aber grade die vorletzte passt so hervorragend zum Thema):
…
Siehst du den Mond dort stehen?
Er ist nur halb zu sehen
und ist doch rund und schön.
So sind wohl manche Sachen,
die wir getrost verlachen,
weil unsre Augen sie nicht sehn.
So legt euch nun, ihr Brüder,
in Gottes Namen nieder,
kalt ist der Abendhauch.
Verschon’ uns Gott mit Strafen
und lass’ uns ruhig schlafen
und unsern kranken Nachbarn auch.
Gute Nacht und ganz herzliche Grüße
Susanne L.
Bei uns in Bayern gibt es auch eine übergeordnete Macht: Die CSU.
Und der Mann am Kreuz ist einer der seine Schreiner-Lehre abgebrochen hat um sich mit den Fragen des Lebens zu beschäftigen :)
Aber das Thema ist wahrscheinlich zu ernst um Witze zu machen.
Diese allgemeinen Werte finde ich irgendwie zu allgemein:
Du sollst nicht stehlen – das haben die Leute gesagt, die schon genug haben (meistens selbst gestohlen).
Du sollst nicht lügen – natürlich, wenn man Dich in eine miese Situation gezwungen hat, aus der Du nur einen Ausweg gesehen hattest, außer etwas “böses”, dann sollst Du natürlich nicht lügen (wäre ja auch dumm, die eigene Haut beschützen zu wollen).
Auf den ersten Blick (und bestimmt auch auf dem Spielplatz) taugen diese allgemeinen “Werte” wahrscheinlich viel. Aber bei näherem Hinschauen bleiben es einfach nur Allgemeinplätze, die eher “Verhaltenstipps in einfachen Situationen heißen sollten”.
Was sage ich also meinen kleinen Kindern? Kirche – finde ich persönlich nicht gut (ich mag keine Institutionen). Zu viel Macht, zu wenig Liebe. Jesus – finde ich toll – war einer der vielen großen Sozialrevolutionäre. Allgemeine Werte – gibt es nicht – Du musst schon jedesmal selber nachdenken (aber: Deine Freiheit hört dort auf, wo Du jemand anderen verletzt).
Ich denke, Kindern gegenüber ist es das Wichtigste, daß man authentisch ist. Hat man also mit Kirche und Glauben absolut nix am Hut, kann man den Kindern, wie ich finde, da auch nichts künstlich vormachen. Ich bin “ziemlich katholisch” aufgewachsen, zum Glück aber nicht mehr so altmodisch, wie meine Geschwister (beim Lügen kriegst Du ‘nen schwarzen Fleck ins Herz…), sondern mit einem lieben Gott, der mich begleitet.
Mit dem Studium und dem neuen Leben woanders habe ich dann 15 Jahre lang das alles als sentimentalen Humbug in einer total verlogenen Institution weit von mir gewiesen und bin demonstrativ aus der Kirche ausgetreten.
Dann und wann fehlte mir aber was… Komischerweise wurde dieses Gefühl mit meiner 1. Schwangerschaft ganz massiv. Ich ging spontan immer mal wieder in die hiesige Kirche. Was ich nicht wußte: Hier arbeitet ein ganz toller Pfarrer: aufgeschlossen und witzig und trotzdem ernsthaft. Und was mir als verrückter Katholikin halt noch wichtig ist: dennoch mit ganz viel Brimborium (Osternacht, Feuer, lange Messe, bunte Gwänder, Blumen und so fort). Also mein Glaube gründet auf einer Sehnsucht. Aber sicher bin ich mir nicht. Und dann fühle ich mich in meiner Gemeinde geborgen und lache gern beim Sonntagsgottesdienst. Und das versuche ich meinen Kindern zu vermitteln. Deswegen wachsen sie mit und in der Gemeinde auf mit dem ganzen Schnickschnack Pfadfinder, Kommunion…
Mir ist wichtig, daß wir Eltern nicht die einzigen ganz nahen Vertrauten für sie sind. Sie sollen sich, außer an Paten und Freunde, noch an eine andere Instanz wenden können. Zur not im Kinderglauben können sie mir da auch die Pest an den Hals wünschen. Und ich kann noch eine Weile ganz viel Zauber hier sein lassen: Engel und Christkind… Und später können Sie mir den ganzen Mist, so wie ich es getan hab, ja um die Ohren hauen…
Wir beten folgendes: (ich bin zwar immer eine kleine Milisekunde traurig, weil ich an Dietrich Bonhoefer im Gefängnis denken muß, aber mich selbst tröstet das Gebet so sehr:
“Von guten Mächten wunderbar geborgen, erwarten wir getrost was kommen mag. Gott ist bei uns am Abend und am Morgen und ganz bestimmt an jedem neuen Tag.”
Ansonsten gingen meine Jungs in den katholischen Kindergarten hier und ihre kleine Schwester wird auch hingehen. Die Einrichtung ist sehr liebevoll und lebt ganz aktiv die kirchlichen Sachen (es wird ganz groß Erntedank gefeiert, man spielt oft Geschichten aus der Bibel nach). Was mich allerdings trocken schlucken ließ: Die Kinder erzählten: “Ja heute haben wir Ostern gespielt. Jeder hat eine Rolle gespielt. Ja der Paul (einer unserer kleinen wilden Freunde) war der Jesus. Das war echt toll! Wir haben ihn ans Kreuz gebunden”… Au weia… Ähäm. Da war ich etwas konsterniert. Aber es hat allen so riesigen Spaß gemacht, sogar dem wilden Paul… Kinder sehen diese Sachen wohl anders. Sie fanden es toll, wirklich ALLES so richtig zu durchleben. Na ja, mir war nicht so ganz wohl… Aber die Kinder haben kein Problem damit. Hm.
Interessanter Beitrag und anregende Kommentare! Es ist gut, sich damit auseinander zu setzen, wenn man Kinder hat. Aber auch sonst im Leben eines Erwachsenen kommt es sicher immer wieder zu Situationen, in denen man sich einen Gott wünschen würde oder ihn wiederrum verflucht, verleugnet, abstreitet oder schlicht nicht an ihn glaubt.
Für mich ist es ein tröstlicher und auch ein Halt gebender Gedanke, dass es einen Gott gibt. Und ich bilde mir ein, auch schon für Sekundenbruchteile so etwas wie Erkenntnis gespürt oder wahrgenommen zu haben. Das war wiederrum so erschütternd, dass ich es irgendwie als wahr annehmen konnte.
Unser Sohn wird (noch)nicht bewußt mit Gebeten aufgezogen. Aber dennnoch sprechen wir einen Tischspruch, bedanken uns beim Schutzengel, wenn er gut aufgepaßt hat und haben nach dem kleinen Badeunfall, der glimpflich abging, auch eine Kerze in der Kirche angezündet. Wir erzählen die Geschichte von Jesus´Geburt zu Weihnachten (und auch unterm Jahr, weil er die Bücher so liebt) und an Ostern werden wir ihm auch irgendwann erzählen, warum wir dieses Fest begehen. Ich möchte, dass er es wenigstens kennenlernt und den Zauber dieser Zeit, v.a. der Festzeiten, die nun mal durch den christlichen Glauben begründet sind, auch wahrnehmen darf. Ich finde es auch nicht schlimm, wenn es Verniedlichungen in Büchern, Sprüchen oder Gebeten oder auch Liedern gibt. Kinder sind keine kleinen Erwachsenen. Sie leben noch in einer anderen Welt und lieben meist solche Dinge wie Reime und Verse. Auch wenn sie in unseren Ohren albern klingen.
Ein gelebter Glaube kann meiner Meinung nach dem Kind eine Welt voller Wunder vermitteln und dem Kind zeigen, dass es Kräfte gibt, die über unserem Vorstellungsvermögen liegen, die aber dennoch für das Kind nutzbar sein können. Der Gedanke von Beschützt sein, behütet sein, jemandem dankbar sein, jemandem alles anvertrauen können, finde ich auch sehr schön. Auch, dass es einen Ort gibt, an dem man weiterlebt…für immer.
Natürlich ist es naiv. Natürlich kann der moderne Mensch in der heutigen Zeit nicht mehr viel damit anfangen. Natürlich wünschen wir uns Beweise, Sicherheiten oder Sichtbares, um glauben zu können oder zu wissen. Aber manchmal steckt in der naiven Sicht eines Kindes die größte Wahrheit. Vielleicht müssen wir da manchmal wieder hinfinden…? Ich weiß es auch nicht. Aber die Wunder, die die Welt zu bieten hat, und wenn es nur eine kleine Raupe ist, die zum Schmetterling wird, die sind schon irgendwie, wie soll ich sagen, unheimlich zufällig…
Enge, gläubige Freunde (getrennt voneinander) behaupten gerne, dass ich Agnostikerin sei. Ich selber behaupte von mir meistens, eine Atheistin zu sein. Trotzdem bin ich nicht aus der Kirche ausgetreten. Allerdings als Jugendliche noch glaubend in die evangelische konvertiert. Der große Mann ist aus der anderen da ausgetreten und seit der Geburt des kleinen Mannes werden wir uns nicht einig wie und ob wir diesen taufen lassen sollen. Wir können uns darüber einfach nicht einigen. Mittlerweile sind ja “nur” ein bißchen mehr als 2 Jahre her und meine Mutter übernimmt das so still mit der Vermittlung, was mir sehr gefällt, denn bei ihr ist es authentisch. Ich selber habe selten, sehr selten, mal ein diffuses schlechtes Gefühl deswegen, weil ich als Kind sehr gläubig war und es mich “aufgehoben” hat. Damals habe ich wirklich geglaubt. Schlecht wurde es erst als ich angefangen habe zu denken und alles in Frage gestellt habe. Anlass war dabei übrigens auch bei mir die Diskrepanz zwischen Anspruch an einen Glaubenden und das Ausleben von “offiziell Gläubigen” dessen was sie da so fein vermitteln.
Hui, darauf “freue” ich mich auch schon… ich bin Atheist und meine Frau Buddhistin. Machmal sagt Miriam (2 Jahre) “beten” und faltet die Hände. Ich bin versucht, die Augen zu verdrehen, aber das mache ich bei meiner Frau ja auch nicht. Ich hoffe einfach, dass unsere Tochter mich irgendwann fragt, warum Mama betet und Papa nicht. Dann können wir ihr die verschiedenen Ansichten erklären und sie kann dann sehen, was sie daraus macht.
mensch ihr!! ich danke euch sehr für die ausführlichen kommentare, ich finde es sehr mutig und offen von euch darüber zu schreiben und bin euch für die vielen anregungen sehr dankbar! einiges werde ich mir nochmal durch den kopf gehen lassen und vorallem die von diba und susanne geposteten gebete (wobei das eine ja mein absolutes lieblungsabendlied ist!) werde ich sicher demnächst mal in unser abendritual einbinden – 1000 dank dafür!
jochmet
realismus? :)
nee keine ahnung, aber dieser richtung gehöre ich dann wohl an!!
Ich habe gerade ein sehr schönes Gebetbuch für Kinder gekauft: Erwin Grosche/Alison Jay: Du machst mich froh. Das große Buch der Kindergebete.
Es sind dort auch alte Texte, z.B. von Claudius oder Psalmen versammelt, wichtig ist aber, daß die Kinder sehr ernstgenommen werden und es keine Verniedlichungen gibt. Und auch die Illustrationen sind anregend.
Danke für die Kommentare. In meinem Hirn wirbelt’s gerade zu sehr, als dass ich spontan was Geordnetes schreiben könnte.
Ich erinnere mich, dass Suse (Minderjahr) ähnliche Probleme hatte, gute Gebete zu finden. Auf ihre Frage hin hat sich eine sehr schöne Sammlung von Gebeten ergeben.
Und zu Jochmet: Das dürfte der Deismus sein!
A cool, Deismus. Wusste nur etwas, das die frühen USA-Präsidenten dieser auch für einen praktizierenden Agnostiker attraktiven Strömung anhingen.
Und voila: http://de.wikipedia.org/wiki/Deismus
Und da sage einer, das Internet mach doof.
Wir waren zur Einschulung des Großen in der Kirche, sein erstes mal im Leben. Wir waren hauptsächlich da, weil die Schule keine Aula hat und die Einschulung deshalb dort stattfand. Er hat sich dabei anscheinend nichts gedacht und auch nicht weiter nachgefragt. Ich kann mit Religion nichts anfangen, daher sind meine Kinder auch nicht getauft. Wenn er und seine Geschwister also später etwas über Religion wissen wollen, werden sie sich das selbst erarbeiten müssen.
Für mich klingt das ein bisschen so nach dem Spiel “Ich bastel meinen Gott und packe ein …” ;-)
Das kann natürlich jeder machen wie er will, aber ich frage mich dabei eben, ob das wirklich dem Wesen Gottes gerecht wird.
Bei mir entwickelt sich der Glaube eher von der Richtung her, dass ich mich frage, wie dieser Gott ist. Und ich will ihn besser verstehen und kennen lernen. Ich glaube eben an einen persönlichen Gott und das heißt dann, dass sein Charakter schon vorgegeben ist und ich kann mir dann nicht selbst ein Gottesbild zusammenbauen, sondern stehe vor der Aufgabe, sein Wesen zu ergründen.
@Jochmet & Ingrid:
Ich denke, das nennt sich Esoterik. Ein Deist glaubt (soviel ich das verstanden habe) aus Vernunftgründen an einen Schöpfer, schließt aber göttliche Offenbarung kategorisch aus. Gebet wäre für ihn reine Zeitverschwendung.
P.S.:
Hier habe ich auch etwas über christliche Kindererziehung gefunden, falls es jemanden interessiert:
http://sschweizer.wordpress.com/2008/08/22/christliche-kindererziehung/
Huch, das kommt davon, wenn man nicht richtig liest.
Die Antwort auf Jochmets Frage war natürlich “Deismus”.
Amidelanuit ist nach meinem Verständnis nach aber kein Deist, weil Gebet und Deismus nicht recht zusammen passen. Ein Deist hat höchstens das Mittel der Autosuggestion, wenn er sich davon psychologisch vorteilhafte Effekte erhofft, aber Gebet würde ich das dann nicht nennen.
Huch, das kommt davon, wenn man nicht richtig liest.
Die Antwort auf Jochmets Frage war natürlich “Deismus”.
Amidelanuit ist nach meinem Verständnis aber kein Deist, weil Gebet und Deismus nicht recht zusammen passen. Ein Deist hat höchstens das Mittel der Autosuggestion, wenn er sich davon psychologisch vorteilhafte Effekte erhofft, aber Gebet würde ich das dann nicht nennen.
Vielen Dank Frau Ami für dieses Thema – in unserer Familie hat es einen grossen Platz, wenngleich wir uns da irgendwie nicht einig sind.
Die Eltern meines Schwiegervaters haben vor zig Jahrzehnten eine strenge katholische Glaubensgemeinschaft (in einem anderen europäischen Land) gegründet. Offenbar hat ihm das nicht so sehr gefallen, denn er hat seine Kinder, darunter auch mein Mann eher gegenteilig erzogen. Mein Mann ist somit also eher, naja sagen wir skeptisch eingestellt. Er ist getauft, aber damit hat es sich dann auch schon.
Ich selbst bin in einem sehr christlichen Umfeld aufgewachsen. Meine Mutter ist aktives Mitglied in der Diakonie und ich selbst habe als Kind alle nur erdenklichen christlichen Veranstaltungen besucht, die man so besuchen kann. Kirchentage, Kindergottestdienst, Freizeiten und so weiter.
Meine Mutter hat in ihrer Vermittlung des Glaubens leider viel zu häufig die “wart nur, wenn das der liebe Gott sieht” oder “jetzt versündigst Du Dich” (wenn ich den Teller nicht leer essen wollte) – Keule ausgepackt, was in der kleinen Ichbinimmerich eine ziemliche Angst hervorgerufen hat. Davon abgesehen, dass daraus eine Eßstörung wurde, aber das ist was anderes.
Ich hatte grosses Glück, denn meine Religionslehrerin sowohl in der Grundschule, als auch auf dem Gymnasium hat uns Religion mit Freude vermittelt und eben nicht nur die christliche Religion, sondern auch den Hinduismus, Islam und so weiter.
Ich fand das super spannend und empfinde es bis heute als sehr bereichernd, dass schon so früh der Blick und das Bewusstsein darauf gelenkt wurde, dass andere es anders machen und das ok so ist.
Wir haben aufgrund unserer unterschiedlichen Heranführungen an Religion darauf verzichtet, unsere Kinder in eine religiöse Einrichtung (Kindergarten) zu geben, aber wir gehen ab und an gemeinsam in die Kirche, bzw. in den Kindergottesdienst. Mein Grosser geht gerne dahin und stellt auch viele Fragen. Die zu beantworten haben wir eine Kinderbibel zu Hilfe geholt und lesen dann ab und an mal die Geschichten vor. Das reicht dann immer wieder für ein paar Wochen.
Gleichzeitig habe ich aber auch u.a. eine kindgerechte Fassung des Koran, so dass ich ihm auch versuche zu erklären, dass andere Menschen an etwas anderes glauben.
Wir singen am Abend auch “Der Mond ist aufgegangen” – manchmal auch den Kanon “Herr bleibe bei uns”, gebetet haben wir abends bislang nicht, allerdings haben wir uns schon überlegt, ob wir es zu den Mahlzeiten einführen sollen. Das wäre auch etwas, womit sich mein Mann identifizieren könnte – ein Dankeschön dafür, dass wir etwas zu essen und zu trinken haben. Respekt vor dem, was wir geschenkt bekommen und dass es nicht normal sein muss…
Liebe Grüsse
Ich versuche abends mit den Jungs über den Tag zu sprechen, eine Art “Zwiegespräch” mit Gott. Mein Kindergebet “Lieber Gott, mach mich fromm, dass ich in den Himmel komm” scheint mir nicht mehr so up to date zu sein und ich habe auch noch nichts schönes gefunden. Seltsamerweise habe ich aber auch heute noch so ein Gebetsritual vor dem Einschlafen, ohne das ich nicht richtig zur Ruhe komme.
Gehen wir davon aus, dass GOTT absolut logischer GEIST iST,
dann ist Gott in der sogenannten Christenheit tot.
Und jene aber, die da logischen Geist haben und lieben die sind dann Besitzer Gottes in sich selbst.
Und in diesem Verstaendnis haben die wirklich intelligenten Menschen Gott in sich selbst.
DA DIES SCHEINBAR NIEMAND AUSSER MIR WEISS, IST ES SO, DAS ES AUSSER MIR UEBERHAUPT KEINE INTELLIGENTEN MENSCHNEN MEHR GIBT.
GOTT IST DA TOT, WO DIE GEISTLOSIKEIT UND ALSO DIE DOOFHEIT UND WAHRHEITSFEIDNLICHKEIT SIND UND HERRSCHEN.
Gott ist da lebendig, wo die Intelligenz und die Liebe zur Wahrheit im Menschen sind.
Und hieraus resultiert, dass wer die Wahrheit hasst, der ruiniert sich so selbst.
GOTT IST NAEMLICH ABSOLUT LOGISCHER GEIST UND ABSOLUTE WAHRHEIT und nicht die Imagination von Menschen welcher Art auch immer.
Gustav Staedtler.
OHNE WAHRHEIT IST MAN DER EWIGE VERLIERER.
Logos Theon.2008
Was sind eigentlich die pädagogischen Phasen für die Konstruktion eines Gottes?
Ich rate mal darauf los:
1.) Oben im Himmel wohnt Gott
2.) Nicht mehr oben im Himmel, aber allmächtig und unfassbar
3.) Menschen brauchten einen Gott um sich die Welt zu erklären (Schicksalsschlag, wiedergefundene Existenzen, …)
4.) Nicht alle Menschen brauchen einen Gott, nur bestimmte Gruppen
Ich hoffe die Liste ist nicht zu heretic. Aber interessieren würde es mich schon.
@rage und einige andere: Es geht doch nicht darum, von Dingen nicht zu sprechen. Ich kann von Adam und Eva sprechen, ohne den geringsten Glauben daran einfließen zu lassen (das ist quasi mein täglich Brot als Lehrer für Erwachsene aus aller Welt). Ebenso kann ich den Buddhismus erklären und ein paar Takte zu ein paar anderen Religionen fallen mir auch ein. Es geht doch nicht darum, die Bedeutung des Christentums für die menschliche Kultur (insbesondere in Europa, aber auch anderswo) kleinzureden, sondern ein vernünftiges Verhältnis dazu zu vermitteln. Das wird immer von den Überzeugungen der Eltern geprägt sein, das ist doch sonnenklar. Und wenn die Eltern atheistisch sind, dann eben davon. Unterschätzt die Kinder nicht, die können sich da schon selbst was draus basteln. Und wenn ich mir andere Kommentare hier angucke, ist es ja offenbar nicht nur bei uns so, dass die beiden Elternteile (oder in anderen Fällen Eltern und Großeltern) nicht das Gleiche glauben – auch das will vermittelt werden. Den Rest sollen die Kinder dann selbst entscheiden.
Ich empfehle Gedichte! Gedichte von Friedrich Rückert, denn die sind spirituell, aber nicht dogmatisch!
Ein wirklich schwieriges Thema. Natürlich sollte man immer versuchen Kindern Werte zu vermitteln, aber ob man sie religiös erziehen sollte ist, meiner Meinung nach, eine ganz andere Frage.
Sicher gibt es diese Punkte wie: nicht stehlen, nicht lügen, nicht töten, die zwar in der Bibel verwurzelt, aber auch im GG verankert sind. Dass schon hier eine religiöse Erziehung beginnt glaube ich nicht denn, wie du selber schon geschrieben hast, lassen sich ethische Werte auch anders vermitteln.
Wichtig ist es, meines Erachtens, den Kindern ein freies Denken anzuerziehen, sie also nicht in einen Glauben hinein zu erziehen. Nur weil die Eltern z.b. katholisch sind, müssen es die Kinder nicht auch notgedrungen werden. Wichtiger ist es, ihnen von Beginn an alle Möglichkeiten offen zu halten, ihnen zu erzählen, dass es verschiedene Religionen gibt, die sich in ihrem Glauben und ihrer Praxis unterscheiden. Natürlich ist das schwieriger als einfach von dem zu berichten, was man selber erlebt hat und kennt. Und natürlich geht dies nicht von heute auf morgen. Aber nur so kann ein Kind später einmal frei wählen, für welche art des Glaubens es sich entscheidet. Ein Kind von Anfang an zu einem bestimmten Glauben zu erziehen halte ich für falsch. Ebenso sollte man erst Gebete sprechen, wenn es das Kind selber wünscht. Wenn man dem Kind erzählt, dass es die Vorstellung eines Gottes gibt, dies auch noch wertfrei tut, wird es schon recht früh selber entscheiden, ob es daran glauben möchte oder nicht.
Erzieht man sie schon ab den frühesten Jahren zu einem bestimmten Glauben und der Auslebung dessen, indem man mit ihnen betet oder sie mit in die Kirche nimmt, ergibt sich daraus ein Automatismus, der, da schon immer dagewesen, gar nicht mehr in Frage gestellt wird.
Sie nicht religiös zu erziehen bedeutet ja nicht zwangsläufig sie zu Agnostikern zu erziehen, auch nicht, dass sie schlechtere Menschen sind. Religion sollte zuallererst auf freiem Willen basieren und nicht durch äußere Einflüsse gelenkt werden.
Ich selber wurde völlig religionsfrei erzogen, besser gesagt, wertungsfrei. Mir wurde zwar erzählt, dass es diese oder jene Religion gibt, dass es Menschen gibt, die an Gott glauben etc, aber ich wurde nicht in eine bestimmte Richtung „gedrängt“.
Ich habe mich nicht verloren gefühlt, ohne einen direkten Bezug zu einer übergeordneten Macht, die für mich da ist. Im Gegenteil habe mich früh damit auseinander gesetzt, ob ich daran glauben möchte oder nicht, bin zwar nicht gläubig, aber auch bei weitem nicht zum Religionsfeind geworden.
Leider erlebe ich es noch heute immer wieder, dass man komisch angeschaut wird, wenn man nicht getauft ist, doch da sollte man einfach drüber stehen, denn, so kommt es mir zumindest vor, wird man in gewisser Weise engstirniger, wenn von Geburt an nur die eine Religion in Frage kommt. Kinder frei zu erziehen bedeutet auch sie offen zu erziehen.
Das war` s, was ich nur mal eben los werden wollte.
@Philip
>Für mich klingt das ein bisschen so nach dem Spiel “Ich bastel meinen
>Gott und packe ein …” ;-)
>Das kann natürlich jeder machen wie er will, aber ich frage mich
>dabei eben, ob das wirklich dem Wesen Gottes gerecht wird.
Vielleicht wird NUR das dem Wesen Gottes gerecht?
Esoterik ist ein weites wildes Feld.
Wie ich seit kurzem weiss, geht mein Kind in eine solche Kita (Elterninitiative). Viele Eltern und Mitarbeiter hängen offensichtlich dem tibetischen Buddhismus an. Vertreter sämtlicher Psychotherapieformen (freilich nur von den explizit nicht-kassenzugelassenen), Rohköstler, ZEGG, Steinheiler, Osho, Steinzeit-Sympathisanten. Einige haben sich selbst umgetauft (die neuen Namen klingen meist nach indischen Heiligen). Und ich mittendrin. Was soll man dazu noch sagen?
wir glauben nicht an Gott, bemühen uns aber, zu berücksichtigen, dass unsere Kinder in einer sehr katholischen Umgebung aufwachsen. Sie gehen in einen katholischen Kindergarten, in dem auf sehr liebevolle, kindgerechte und manchmal auch spielerische Art, das Christentum zum Thema gemacht wird. Besonders zu den christlichen Jahreszeitenfesten ist es ein Riesenthema.
Zuhause ist es uns wichtig, dass wir unsere persönlichen Werte und allgemeingültige vermitteln.
Beide Kinder sind nicht getauft. Wenn sie das eines Tages wollen, wird es nachgeholt. Auch wenn der Wunsch geäußert würde, zum Kindergottesdienst zu gehen, wäre das für mich in Ordnung, da ich die Neugier meiner Kinder einfach in keine Richtung bremsen möchte. Bisher faßt unser Großer aber zum Beispiel Bibelthemen einfach als Geschichten auf und damit ist er (noch) zufrieden. Ich weiß nocht nicht, wie ich tiefergehende Fragen einmal so beantworten soll, dass ich mir selbst treu bleibe, ihn aber auch nicht zu sehr in eine Richtung drängle. Kommt Zeit, kommt Rat ;-)
> @Philip
>>Für mich klingt das ein bisschen so nach dem Spiel “Ich bastel meinen
>>Gott und packe ein …” ;-)
>>Das kann natürlich jeder machen wie er will, aber ich frage mich
>>dabei eben, ob das wirklich dem Wesen Gottes gerecht wird.
>Vielleicht wird NUR das dem Wesen Gottes gerecht?
Ich kan überhaupt nur sowas richtigen Glauben nennen. Sich eben von woher auch immer die Sachen rauszusuchen, die man eben glaubt – alles andere wäre für mich nur Nachplapperei…
Ich finde das ist ein ganz schwieriges Thema. Meine Eltern haben mir früher auch von einem strafenden, “bösen” Gott erzählt. “Morgen früh, wenn Gott will, wirst du wieder geweckt” war die Drohung schlechthin, und der Grund für unzählige schlaflose Nächte. Irgendwann kam ich dann zum Glück in einen guten Kindergottesdienst, und irgendwie war das Wort der Pastorin stärker als das meiner Eltern. (die muss es ja wissen wie Gott ist ;-)
Ich selber mache christliche Kinderfreizeiten und Kindergottesdienst und bemühe mich den Kindern einen liebenden Gott zu zeigen. Das geht am besten, wenn ich beschreibe wie Gott in meinem Leben wirkt.
Grad erst auf der letzten Freizeit hatte ich eine große Diskussion mit einer Diakonin, die meint man dürfte nicht von Gott als Vater oder Mutter sprechen, denn wenn Kinder zuhause von ihren Eltern schlecht behandelt werden, würde dass die Kinder von Gott entfernen. Das sehe ich völlig anders. Ich hatte große Probleme mit meinem Vater, und die gewissheit, dass Gott wie ein liebender Vater ist, hat mir immer sehr geholfen.
Ich stehe übrigens grad vor der Entscheidung ob ich Religionspädagogik als Zusatzstudium mache oder nicht. Hast du Tips für mich?
Liebe Grüße,
Svenja
Mir fällt gerade nochwas zu dem Thema ein. Meine Freundin, die ihr Leben lang ohne Religion und Glauben ausgekommen ist, in der Schule immer schon Ethik hatte, ihr Leben auch so gelebt hat, dass man sich irgendwie nicht vorstellen konnte, dass sie eine Person ist, die in die Kirche gehen würde oder einen Bezug zu einer Allmachtsfigur haben würde.
Vor wenigen Jahren hat sie Krebs bekommen und im Zuge der Krankheitsbekämpfung und dem Blick in Richtung der Möglichkeit, dass sie auch sterben können würde, kam das Thema Gott wieder auf. Irgendwann hat sie sich dann auch taufen lassen.
Sie ist noch immer keine Kirchgängerin oder so, aber sie hat doch im Glauben etwas gefunden, was ihr zwar offenbar vorher nicht gefehlt, aber dann irgendwie doch unumgänglich geworden ist.
Ich bin konfessionslos laut meiner Steuerkarte, wurde in meiner Kindheit nicht religös erzogen und habe heute eine sehr atheistische Auffassung. Trotzdem fand ich es in meiner Kindheit sehr schön, wenn meine Oma mit mir Heiligabend in “ihre” Kirche gegangen ist. Ich wurde von meinen Eltern mit der Begründung religionslos erzogen, dass ich, wenn ich mal erwachsen bin, selber entscheiden soll, was ich glaube oder nicht bzw. welcher Religionsgemeinschaft ist angehören möchte. Heute weiß ich, dass ich diese Glaubensfrage nicht klären kann, da ich keinen Zugang dazu finde. Aus diesem Grund haben wir entschieden, dass wir unseren Sohn evangelisch taufen lassen und dann in die Christenlehre schicken. Erst dann hat er die Chance als Erwachsener zu entscheiden. Die Frage ist noch, wann wir ihn taufen lassen. Die Idee, ihn erst mit 5 oder 6 Jahren taufen zu lassen, finde ich gar nicht so schlecht (Freunde von uns haben das so gehandhabt), da er dann Fragen stellen und sich auf das Ereignis einlassen kann.
Denn wie soll man sich für etwas entscheiden, was man gar nicht kennt? Ich persönlich habe in den letzten Jahren die Erfahrung gemacht, dass es “mehr” gibt zwischen Himmel und Erde, eine Kraft die man nicht greifen, aber spüren kann. Ob das Gott ist, dass ist eine andere Frage…