Archiv für August 2008

viva la vida!!

ich verabschiede mich ins wochenende und wünsche euch allen eine gute zeit bis sonntagabend! lasst es euch gut ergehen!

den soundtrack zum wochenende liefert coldplay mit einem äusserst passenden wochenendmotto…..und weil herr martin so ein hübscher ist:

wetten, dass…..?

ich melde mich dann mal bei wetten, dass….? an. mit der wette: „todmüde scheisselkramgeräusche erkennen in absoluter dunkelheit um 4 uhr früh“.

lieber gott,…..

heute beim einkauf in der buchhandlung stand ich vor einem regal mit kindergebetsbüchern. und was ich las, war der blanke horror. der allwissende, alles sehende gott, nichts bleibt vor ihm verborgen – religiöse neurose lässt grüßen. oder aber gebete in einem „lalalala“-ton, jedes zweite wort endet auf -chen oder -lein – verniedlichung bis zum abwinken. die vermittelten gottesbilder in der kinderbuchliteratur sind m.e. mehr als schwierig.  wer hier schon länger mitliest weiss, dass ich religionspädagogik studiert habe und durchaus mit dem thema vertraut bin. kommt aber die frage: wie hälst du es mit der religion bei kindern? komme ich zu keinem wirklich befriedigendem ergebnis.

zum einen denke ich, dass sich werte und ein gewisses mass an ethik auch völlig ohne religiöse inhalte vermitteln lassen. die meisten christlichen grundsätze sind bei uns ohnehin im gesetz verankert und werden großteils in unserer gesellschaft auch vermittelt – auch ohne den ideologischen unterbau. „du sollst nicht lügen“ du sollst nicht stehlen“ – dazu braucht man kein allabendliches gebet oder die ein oder andere bibelgeschichte, das sind feste prinzipien die man seinen kindern ohnehin beinbringt bez. beibringen sollte. hinzu kommt, dass ich bei meinen wenigen anläufen abends vor dem schlafen gehen mit meinen kinder, beziehungsweise ben, zu beten regelmässig den eindruck gewann, dass die art der gebete oder leitsätze oder formulierungen einfach nicht altersangemessen sind oder aber, wie oben beschrieben, einen ideologischen weg einschlagen, den ich nicht mit meinen sonstigen erziehungsprinzipien über ein bekomme. also „frei“ beten? einfach erzählen, was heute für ein tag war, was passiert ist, revue passieren lassen? dazu brauche ich aber nicht zwangsläufig einen gott, der zu hört. das kann ja auch ein normales gespräch zwischen eltern und kind sein. wozu dann also „lieber gott,……“?

das ist die andere seite. die vorstellung, dass es im leben meiner kinder eine übergeordnete macht gibt, der man sich anvertrauen kann, der man etwas von seinen geheimsten gedanken, wünschen erzählen kann oder aber auch von vielleicht einer wut oder einem zorn über etwas – diese  vorstellung finde ich sehr schön. erinnere ich mich an meine eigene kindheit, dann war es genau das, was ich so beruhigend fand: da gab es wohl jemanden, der mich mochte, der auf mich aufpasste, der bei mir war. dem konnte ich alles erzählen. er hat es nicht verraten. ich würde auch meinen kindern gerne so etwas anbieten – in das alter, in dem sie sich dagegen entscheiden können, kommen sie noch früh genug. warum soll ich also meinen kindern etwas vorenthalten, womit ich als erwachsener vielleicht nicht zurecht komme? darf ich das überhaupt? sollte das nicht mein thema bleiben und nicht auch zu dem meines kindes werden?

die üblichen stolpersteine, die vielleicht jetzt dem ein oder anderen durch den kopf gehen mögen, zum beispiel die berühmte theodizeefrage “wieso soll ich meinem kind einen gott vermitteln, der leid zulässt?“ oder auch „ist doch quatsch, wenn beim beten um was gebeten wird oder was gewünscht wird und dann wirds nicht erfüllt!“ kenne ich aus vielen unterhaltungen und ich kann für mich nur sagen, dass ich gott als keinen eingreifer wahrnehme. er ist ein beobachter und vielleicht ein tröster. er führt kein krieg, er lenkt kein verunfalltes auto, er tötet keine kinder. und wenn ich jemals in meinem leben gebetet habe, dann habe ich nie gewünscht oder erbeten, weil ich das schon immer einigermassen vermessen fand, gott um was zu bitten  -meinetwegen soll er mich stärken und mir mut machen, mein leben mit seinen schwierigkeiten regel ich aber alleine. beide fragen hängen stark mit dem eigenen gottesbild zusammen, welches widerrum entscheidend für die religiöse sozialistation der eigenen kinder ist.

ist es unsere aufgabe, den kindern eine religiöse erziehung zukommen zu lassen, auch wenn wir selber nicht daran glauben? halten wir ihnen etwas vor, nur weil wir nicht glauben? und wenn wir glauben, überprüfen wir unser eigenes gottesbild, damit ausreichend raum für das kind ist, damit es sein eigenes bild erfahren und erleben darf? und wenn man nach allen überlegungen dann vermittelt, wie vermittelt man denn dann? geschichten? gebete? freie gebete?

wie handhabt ihr das mit dem glauben und der vermittlung desselben und euren kindern?

der gestrige tag wird ersatzlos gestrichen

gestern um 10 jahre gealtert, als kind I unter protestgeschrei während des einkaufs zur strafe ins auto verfrachtet wurde und kind II solidarisch mitschrie. kommentare von vorbeilaufenden wurden von mir mit „nicht stören, ich erziehe!“ beantwortet. die 6 grauen haare an den schläfen heissen seit gestern „27.8.08 – einkauf bei real“.

stringentes pädagogisches handeln, authentizität in der erziehung, transparenz, fairness, strenge und klarheit – das ist manchmal so ätzend und schwer durchzuhalten. manchmal würde ich einfach auch gerne mal nichts machen. einfach nur nichts. aber dann seh ich die ganzen hauenden und kreischenden kinder, die tatenlos zusehenden mütter und/oder väter, die grenzenbefreiten kinder, die nicht wissen wohin mit ihrer freiheit, dieser manchmal schon erschreckende egoismus unter kleinstkindern- und dann mach ich halt doch weiter.

aber ehrlisch - manchmal hab ich wirklich keinen bock.

OH NEIN!!!

mir ist gerade was völlig idiotisches passiert – ich wollte die badezimmerteppiche (wie nennt man das denn!? diese teppiche, die da so im bad liegen, damit man nicht ausrutscht) also die wollte ich ausschütteln und weil ich wahnsinnige ben und lilly hab mithelfen lassen, haben die wohl meine prothese auf einen der teppiche gelegt. ich hab das nicht gesehn, den teppich zusammen gerollt und völ.lig gegen meine gewohnheit aus dem dachfenster heraus ausgeschüttelt. so mit schmackes. so mit schmackes, dass meine prothese jetzt fast an der regenrinne liegt.

scheisse. wie kommt ich denn jetzt an das ding ran? ich versuche jetzt mal durchs dachfenster auf das dach zu klettern und die zu holen…..das müsste doch eigentlich gehen. mist, verdammter. mist mist mist.

Edit: ich hab sie! das war gerade schon ein bisschen eigernordwand-feeling und ich hoffe, mich hat keiner der nachbarn gesehen. ich glaube, ich sah nicht sehr vorteilhaft aus so rutschend und kriechend…..aber ich hab sie!

POWER!

ben hat den richtigen umgang mit menschen wie david kirsch gefunden: als ich gerade vor david auf dem wohnzimmerboden rumhampelte und mir „POWER!“ und „NOCH 20 WIEDERHOLUNGEN!“ entgegenschreien liess, spielte ben seelenruhig mit seiner holzeisenbahn neben mir weiter und kommentierte murmelnd jedesmal wenn david irgendwas von sich gab: „nein mann.“ „kein pauer.“ „ben nich mache, mann.“

von meinem sohn lernen, heisst vom besten lernen.

erkenntnisse

* nicht neu, aber gerade eben erst wieder eindrucksvoll vorgeführt bekommen: hinter den glänzensten fassaden lauert mitunter das größte grauen.

* am anfang droht man es sich ganz schnell zu versauen mit der ehrlichkeit gegenüber pubertierenden 14 jährigen („und sie sind jetzt sone sozitussi oder was?“ „nein, keine sozitussi, ich hab religionspädagogik studiert.“), dann aber ist authentizität einfach doch der beste weg („für sone pfarrertussi sind sie echt cool.“ „mhm….“)

frauen

gestern abend habe ich auf meinem lieblingssender die dokumentation „wie luft zum atmen“ gesehen. eine musikalische reise durch georgien, auf der suche nach alten liedern und tänzen aus den verschiedenen regionen dort. abgesehen davon, dass ich es musikalisch unfassbar interessant fand, fiel mir besonders ein frauenchor aus rustawi auf. 13 frauen treffen sich einmal in der woche zum singen. a capella. kräftige frauenstimmen, die ohne jeglichen stimmlichen klimbim auskommen – schnörkelos und makellos wird mehrstimmig ohne noten, einfach so aus dem kopf heraus, gesungen. für viele dieser frauen ist das wöchentliche chortreffen „wie luft zum atmen“, der einige lichtblick in der woche, für ein paar wenige auch der einzige grund weiterzuleben. obwohl der film vor kriegsausbruch aufgenommen worden ist, spürt man die konflikthaftigkeit dieses landes zu jeder zeit der dokumentation und mehrfach musste ich dran denken, wie es diesen frauen wohl jetzt ergehen mag. die abschlussszene zeigt den chor bei einer probe unter freiem himmel, zwei frauen spielen „Tschonguri“ ein steichinstrument aus georgien während der rest einstimmt in ein altes, mehrstimmiges, georgisches volkslied. irgendwann beginnt eine der frauen zu tanzen, eine zweite kommt hinzu und so wechseln sich die frauen mit singen und tanzen ab. und was mich so berührt hat war, dass diese frauen so einfach nur frauen sind – stark und kraftvoll. jede einzelne -und in der gruppe scheinen sie unbesiegbar. es wirkt so, wie ich mir ein zusammengehörigkeitsgefühl und solidarität unter frauen wünsche – fern von reibereien, von lästereien, von „ach guck mal die!“ oder „was macht die denn da!?“, von vergleich, besserwisserei und ausgrenzung. vielleicht weil man ahnt, dass diese frauen sich das gar nicht leisten können sich mit so etwas rumzuschlagen, weil der alltag schon zuviel energie frisst, weil man hilfe und unterstützung braucht im miteinander, weil die männer weit weg sind von der rolle eines mithelfenden, mitdenkenden mannes, weil es ohne den beistand der anderen einfach nicht geht.

und ich dachte mir: mal einmal einen tag lang wirklich schwestern im geiste sein. zu wissen, dass es der anderen eigentlich genauso ergeht wie mir selbst, dass sie genau die gleiche hilflosigkeit manchmal spürt, dass man mal die klappe hält, wenn bei der anderen die dinge anders laufen – sie laufen anders, weil sie anders ist und nicht weil ich besser bin. einen tag einfach mal frau sein, ohne schnickschnack und klimbim – in gedanken bei den millionen anderen frauen da draussen.

jung, jünger, anastacia

hat eigentlich irgendjemand wirklich ernsthaft geglaubt, dass anastäischa erst 34 jahre alt ist?

ich bin übrigens 28. unter der dusche fiel mir eben ein, dass ich ja sogar erst 27 bin.

mal unter uns….

….der typ in dieser mühle, der das sandmännchen ankündigt, der nimmt doch irgendwas bewusstseinserweiterndes zu sich, oder?

ich kann mir das nicht anders erklären…….

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