ich schreibe gerade Gesprächsprotokolle über die Treffen mit meiner Erziehungsbeistandschaft. und stelle fest: der blog hat mich schreibtechnisch völlig versaut. nicht nur, dass ich es überhaupt nicht gewöhnt bin mal wenigstens hin und wieder ein wort groß zu schreiben, ich kann auch keine kurzen, protokollartigen infosätze mehr formulieren. das ergebnis: meine gesprächsprotokolle lesen sich wie mein blog.
ich muss da jetzt dringend noch mal drüber gehen, denn im moment muss die frau vom jugendamt entweder taschentücher für den rührungskniepertränenalarm deluxe bereit halten oder aber wahrscheinlich herzlich lachen. das geht so nicht. was sollen die denn von mir denken?? ab jetzt also kommandoton knappe sätze wie: “Sie bemüht sich sehr, sich auf Groß und Kleinschreibung einzulassen und ihren nicht adäquaten Schreibstil zu überprüfen.”

Och. Vielleicht findet sie das ja sogar mal ganz erfrischend. Nein? Dann hoffe ich, dass sich das Blog nicht igendwann wie ein Protokoll liest! Schade wär’ das.
Ich, bzw. mein Betriebssystem meiner urdamaligen Art hatte eine latente Umlautschwäche, deutsch sprach die Taste gar nicht. So schrieb ich ss statt ß, was später modern werden sollte, sprach ä als ae und so weiter und so fort. Spaeter konnte ich nicht mehr davon lassen. Und auch typisches Chatdeutsch in klein und kurz bürgerte sich in der Zeit ein, als ich mir mit meiner künftigen Frau die Nächte im IRC um die Ohren schlug. Das sah in Studienhausarbeiten ganz merkwürdig aus, ließ den Tutor jedoch oft kalt, vielleicht chattete er selbst ;)
Na, dann hast Du ja die Blogartikel für die nächsten Tage bereits fertig :-)
Weiter so. Zu meiner Hauptblogphase schrob ich ja immerhin eine Diplomarbeit, auch mit vielen Gesprächs- und Beobachtungsprotokollen. Das ist wirklich erfrischend.
Was ist denn eine Erziehungsbeistandschaft? Gibt es sowas in Österreich auch?
“sie bemüht sich sehr” in Arbeitszeugnissen widerum nicht gerade die Wunschformulierung ;-)
ich schreib angebote inzwischen auch so in dem stil… *handreichundschüttel*
Och, Ihr Schreibstil ist schon sehr schön, und die Frau auf dem Amt wird sich vielleicht drüber freuen, mal eben nicht die “protokollartigen” Formulierungen zu lesen … ;-)
Groß- und Kleinschreibung wäre aber, meinem persönlichen Empfinden nach, auch hier im Blog eine Verbesserung – es liest sich einfach nicht so mühsam.
Es ist schon verrückt, wie einen das Chatten so verdirbt. Nicht nur beim Schreiben, auch beim Sprechen. Wer hört in den letzten Jahren nicht vermehrt den Ausdruck “lol” direkt so ausgesprochen? Ich selber ertappe mich oft genug beim Lesen diverser Beiträge, wie ich laut und lange “looooool” sage, wenn ich etwas lustig finde … Nur sollte man dann bei Abschlussarbeiten wohl besser nicht so schreiben :-)
Wieso, Ihr Schreibstil ist doch sehr schön und erst gestern hab isch gesehen, dass Sie offenbar auch bei anderen Leuten Eindruck hinterlassen haben!
;)
(Geht mir aber trotzdem genauso wie anscheinend allen hier. Abschlussarbeit und Blog, da ist es nicht immer leicht, innerhalb der jeweiligen stilistischen Rahmen zu bleiben.)