amstetten

das schlimmste am neuesten fall ist, dass ich irgendwie seltsam lasch reagiere. jaja. tragisch. jaja. fürchterlich. aber eben auch: innerliches schulterzucken und der kurze gedanke, dass mich eh nichts mehr wundert.

das ist nicht schön.

8 Antworten zu “amstetten”


  1. 1 Yvonne April 28, 2008 um 11:04 Uhr nachmittags

    Mir geht es ganz ähnlich. Man verroht mit der Häufung dieser grausamen Fälle immer mehr. Wirklich nicht schön.

  2. 2 stadtfrau April 28, 2008 um 11:13 Uhr nachmittags

    ich habe so ein ähnliches gefühl.
    gestern war mir richtig schlecht als ich davon erfuhr, aber heute lässt es mich seltsam kalt. ich denke, man geht einfach emotional auf distanz. obwohl ich versuche, alles mögliche darüber zu erfahren, es ist einfach so unfassbar, dass man gar nicht spürt wie schlimm das wirklich ist.
    nur als in einer spezialsendung vorhin kurz die rede vom 5jährigen sohn war, der merkwürdigerweise recht vergnügt zu sein scheint, musste ich ordentlich schlucken…

  3. 3 bonafilia April 29, 2008 um 7:02 Uhr vormittags

    oh NEIN…mir geht es da ganz anders.
    Ich bin wirklich zu tiefst entsetzt und musste bei näheren Lesen von so manchen Detail meine Tränen zurückhalten und den dicken fetten Kloss bekomme ich nicht herunter geschluckt.
    Doch ich kann schulterzuckende Reaktionen schon verstehen, (solche) Fälle kommen immer mehr ans Licht und bei Betrachtung des eigenen Lebens mit den eigenen Höhen und Tiefen vergisst die Gesellschaft schon mal das Mitgefühl. Ich ertappe mich bei anderen Fällen in der selben Gleichgültigkeit und ermahne mich dann immer wieder zu mehr Gefühl. Ab und an gelingt es mir, in diesem Fall aber bin ich wirklich zu tiefst ENTSETZT.

  4. 4 Ansku April 29, 2008 um 8:08 Uhr vormittags

    Mir ging es ziemlich ähnlich. Es ist ja oft so, dass in den Medien z.B. ein Fall von U-Bahn-Schlägerei kommt und dann kommen innerhalb von drei Wochen gleich 10 weitere Fälle (natürlich von der Sensationspresse den Medien gesteuert) und alle sind ganz entsetzt und dann war’s das wieder und alles gerät in Vergessenheit. Oder auf einmal tauchen ganz viele Fälle von Kindesmissbrauch auf und ein paar Monate ein halbes Jahr später redet keiner mehr davon. Wie June schon so schön geschrieben hat. Nun ja und so dachte ich mir am Sonntag schon mal ganz kurz: “Ach, jetzt geht das schon wieder los.” und war natürlich gleichzeitig auch sehr geschockt darüber. Aber seit gestern, je mehr ich davon mitbekomme, macht es mich so allmählich auch wirklich sehr betroffen. Klar, erst jetzt begreift man das Ausmass dieser Tat, aber dennoch hat auch mich im ersten Augenblick diese “Verrohung” etwas geschockt.

  5. 5 Jeanny April 29, 2008 um 10:19 Uhr vormittags

    Auch ich stelle mich an in der Reihe der abstumpfenden Medienkonsumenten. Ich denke kurz: oh gott, wie unglaublich, dann weiter im Tagesgeschäft. Das ist jedoch, denke ich, normale Arbeitsweise des menschlichen Hirns. Letztes Jahr bei den vielen Fällen von Kindesmissbrauch und -tötung habe ich viel darüber nachgedacht und einige Klösse im Hals gehabt, das dann irgendwie verarbeitet und nun erkennt Hirnchen das als bekannt, gelernt und überspringt das restliche Programm. Die Verarbeitung läuft hier unbewusst ab (ähnlich wie beim Autofahren. Bei einer roten Ampel hält man - üblicherweise - automatisch an, ohne sich das Regelwerk der Verkehrsordnung bewusst ins Gedächtnis zu rufen). Egal. Schlimm bleibt das natürlich und ich denke jetzt mal 2 stille Minütchen an die armen Kinderseelen.

    J

  6. 6 Bulgariana April 29, 2008 um 10:23 Uhr vormittags

    Ach, ich möchte bitte eine Anleitung für die emotionale Distanz, wenn man solche Nachrichten hört/liest. Ich kann das nicht und nehme mir alles so zu Herzen, dass es fast weh tut :-(

  7. 7 amidelanuit April 29, 2008 um 11:56 Uhr vormittags

    bulgariana
    ich hab unter dieser emotionalen distanz schon gelitten als ich noch mit meinen verhaltensauffälligen jugendlichen gelitten habe, bis ich gemerkt habe: das ist so schlecht gar nicht. ein emotional distanzierter blick eröffnet einem manchmal perspektiven, die man - reingezogen in das ganze- so gar nicht hat. aber eine anleitung habe ich leider auch nicht dazu……

    jeanny
    was du schreibst, stimmt sehr für mich. das ampelbild ist ein gutes, aber ich hab immer noch kein gutes gefühl dabei. die medien stumpfen ab, auch dieses permanente wiederholen der fakten - vielleicht ist es genau das.

  8. 8 KleinesF April 29, 2008 um 5:52 Uhr nachmittags

    Persönlich betrifft mich das Null. Und ich will auch nicht Spielball der Medienmeinung werden.

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