nachdem ich nun die harmlosen kindheitserinnerungen gepostet habe, sitze ich nun mit rotem kopf da und poste mal die weniger harmlosen.
in den jahren 10-18 hörte ich unglaublich viel klassik. von bach bis beethoven, von mozart bis berg – alles. über viele jahre hinweg ganz besonders aber ein stück. mozarts klavierkonzert d-moll kv 466. meine mutter hatte eine lp mit einer aufnahme von clara haskil, die hörte ich mir jeden morgen an. oft bin ich sehr früh aufgestanden, habe im dunkeln gelegen oder im sommer den vögeln zu gehört und währenddessen klimperte es im hintergrund. höre ich heute dieses konzert kenne ich jede note, jede wendung, ich höre die unterschiede zwischen den einzelnen interpreten und weil ich so geeicht war auf den haskil`schen stil musste ich vor jahren ein konzert in salzburg mit einem anderen pianisten verlassen, weil ich seine art, dieses konzert zu spielen, nicht ertragen konnte. hier also stellvertretend für die gesamte sammlung an klassik damals, mein alltime favourite:
natürlich kamen mit der zeit auch andere sachen zusammen. wir hörten sehr viel musik auf autofahrten in den urlaub und eigentlich habe ich dort die gesamten eindrücke her. john denver (ich werd grad rot, steh aber dazu) lief bei uns auf und ab im auto, es gab eigentlich keinen, der da nicht mitsang. ausser vielleicht herr paulsen… – der wurde durch dieses john denver treatment der progressivste, durchdachteste, fundierteste und wählerischte weltmusikliebhaber den die welt gesehen hat. ich wurde weich und schluchzte meinen unerfüllten verliebtheiten hinterher. am besten ging das mit john denver “annie`s song”:
dann kam reinhard. ich muss meiner mutter zu gute halten, dass sie auch die ganz frühen französischen chansons von ihm mit uns gehört hat. aber würde ich jetzt hier einen auf kulturfreak machen und die verlinken wäre ja langweilig, also werde ich den klassiker verlinken, der stellvertretend für ein konzert und sämtliche lp`s die wir hatten, steht:
irgendwann machte ich mich ein bisschen los von dem was in der familie gehört wurde. nichtsdestotrotz – mein musikgeschmack war bestimmt von sanftem gitarrensound, weichen stimmen, tendenziell eingängigen melodien. und dazu gehört wohl der burgh, chris. während ich bis heute dazu stehe, dass seine ganz frühen sachen wirklich wirklich gut sind, gebe ich zu, dass er so dann doch irgendwann ziemlich schmusikomisch wurde. daher hier noch ein altes lied von ihm, dass ich sehr geliebt hab – chris de burgh “a spaceman came travelling”
ich bin bis heute ziemlich variabel in meinem geschmack. ich kann von backstreet boys bis gentlemen alles hören. ich konnte auch schon damals nach einem schönen beethoven konzert alice cooper im anschluss hören bez. hörte so um das 18. lebensjahr herum “pur”. ich meine “PUR”!!! das ist eigentlich wirklich grauenhaft, damals aber habe ich einfach viel damit verbunden. das war schon immer mein hauptzugang zur musik: wenn ich was schönes mit der musik verbinde, dann konnte ich und kann ich alles hören.

Wen ich da sehr gern höre, das ist stephan suhlke (und eigentlich auch nur den) – kennen Sie den auch? Mit dem verbinde ich nämlich auch sehr schöne Momente, Abende zu denen unser Onkel zu Besuch war bzw. wir bei ihm. Ich glaube, das ist es überhaupt, diese schönen Kindheitserinnerungen, die man mit der Musik aus der Zeit verbindet, sind stärker als die Musik selber. Man fühlt sich, wie Frau Schlapunzel bei sich schon schrieb, zurückversetzt in die eigene Kindheit.
so schlömm finde ich zumindest den anfang und das ende nicht :D
Erst dachte ich, was hat sie denn, ist doch gar nicht sooo schlömm. Aber dann kams…und nun lieg ich mit ner Herzattacke (O-Ton: Kabelbrand im Herzschrittmacher, hab ich irgendwo aufgeschnappt ;-) ) hier und denke, nein, sie hat PUR gehört…PUR! Das kann nicht sein, ich werde nie wieder mit ihr sprechen können, wenn ich das jetzt weiß…war echt nett, mit ihnen, so. :-)
frau schlapunzel
ja, also das mit dem pur hätte ich vielleicht dezent unter den tisch fallen lassen sollen, aber bevor frau rebenwanderin, die mit von der partie war, mich hier outet, mach ichs lieber selber dachte ich:))
chrizzo
stephan sulke noch nie gehört…..ich wurde beim stöbern auch ganz sentimentaaaaal!
kadda
aber das dazwischen, wa? :))
(brr…)
Liebe Frau Ami!
Also zuerst einmal, bin ich schon ewig ein heimlicher, stiller Leser ihres doch so total einzigartigen Blogs!
Und heute hab ich mal endlich den Schneid was zu sagen :)
Mir geht und ging es gleich wie Ihnen. Ich glaube, es liegt vlt. auch ein bisschen daran, wie man aufwächst. Ich für meinen teil habe eine sehr große Familie (6 Geschwister), durch die ich mit einer großen Vielzahl an Musikrichtungen aufgewachsen bin. Sehr prägend war natürlich die Klassische Musik mit der ich von klein auf erzogen wurde. Durch meine Schwester kam dann auch der liebe Reinhard dazu und durch meine Brüder Rock, Pop, Chansons,….wirklich alles, weil wir natürlich alle sehr verschieden waren und sind. Aber irgendwie bin ich auch sehr dankbar dafür, weil ich eigentlich alles (bis auf Schlager….:)) hören kann, ohne gleich aufschreien zu müssen, was für eine musik das denn ist.
Und ich glaube es geht ja noch schlömmer……:)
liebe ami,
nun muss ich als regelmässige leserin ihres blogs acuh wieder mal etwas schreiben ( ich kann mir übrigens einen tag ohen ami nicht mehr vorstellen)
also was ich schreiben wollte-
genau dieses mozart klavierkonzert ist tief in mir drinnen und begleitet mich seit jahre und es freut mich dass auch dieses konzert sie erfreut!
ansonsten höre auch ich musik querbeet eben von klassik pop und von cash zu dylan udn dall den franzosen…………:-) und am letzten montag hatte ich ein wenig weihnachten: ich war in zürich am konzert von mark knopfler und total happy dass ich das erleben durfte.
Waah, ami, Sie nun wirklich Schlömme, jetzt wollte ich doch ganz klitzeklein ein “hach, ja, die PUR-Zeiten mit Ihnen” posten, da sehe ich schon bös’ geoutet im Kommentar :) Hach, diese Zeiten :)
Also das Klavierkonzert ist wirklich ein ganz alter Schinken. Den musste ich zu Hause auch ständig hören – Muttern sei Dank *augenroll*
Hm, wir sind wohl ähnlich alt: Ich war mal auf einem Chris de Burgh-Konzert mit meiner ersten großen Liebe und kurz später noch auf einem PUR-Konzert, um eben dieser leider wieder beendeten Liebe nachzutrauern… Ich trau’ mich das ja heute auch keinem mehr zu sagen, aber wo Sie sich doch schon mal geoutet haben… Und von Reinhard hab ich etliche Platten, die stehen sogar sichtbar im Regal, zwei Reihen unter Brahms und Mozart. Aber was soll’s, vielleicht schämen sich die heutigen Jugendlichen auch mal für Tokio Hotel?