klitzekleine lach und sachgeschichten

meine tagesmutter hat mir für morgen abgesagt und mir den samstag angeboten. was insofern wunderbarst ist, als dass ja morgen frau antonmann kommt und wir somit samstag kinderfrei haben. und ich überlege mir gerade, ob wir vielleicht nach salzburg fahren sollen. da gibts es ja einige stationen meines lebens. zb meine eigene wohnung, die ich ein jahr hatte und dort genau 3x übernachtet habe. ich wohnte damals mit meinem späteren mann zusammen, bekam einen mittleren rappel und zog in eine eigene wohnung. diese wohnung lag mittenmittenmitten in der altstadt von salzburg, direkt am kapuzinerberg, der im treppenhaus durch die wand kam, hatte einen alten kachelofen und das haus selber wurde im 11. jhd. das erste mal erwähnt - als anlaufstelle für mütter mit unehelichen kindern. “für mütter und bastarde” steht in den stadtbüchern. ganz toll. ausserdem spukte es in dieser wohnung. ich bin sicher, die ein oder andere bastard-seele hauste dort noch und versuchte auf sich aufmerksam zu machen. jeweils links und rechts neben diesem haus gab es ein cafe und eine disco. so konnte ich abend für abend ausser montags, britney lauschen oder den besoffenen beim kotzen zu hören.

dann könnte ich frau antonmann mein erstes büro zeigen. ich war dort alleine mit 30 verhaltensauffälligen jugendlichen, von denen eine mir  mal weis machen wollte, dass ihr freund ihr baby abgetrieben hätte, in dem er ihr haarspray auf den bauch gesprüht hatte. “wissen woas? und dann gings ob!” aha. als ich leichte zweifel äusserte, bedrohte sie mich mit einer schere woraufhin ich sehr lachen musste, weil ich dachte, sie mache einen spass. nein. nicht p. wir catchten dann noch ein bisschen und später fand sie eine lehrstelle. oder e., der mal mitten im unterricht mit erhobener faust auf mich zurannte, weil er dachte, ich würde ihm nicht glauben, dass er ein schaf bei sich hat. als der 100kg junge mit seinen 1, 90m da so auf mich zugerannt kam, da dachte ich erst “ach ami, dit wars!” und dann “wenns das schon war, dann bleib wenigstens stehen!” und so tat ichs dann auch, blieb stehen, was den jungen so verwirrte, dass wir dann nasenspitze an nasenspitze aufeinanderprallten. er hat leider keine lehrstelle bekommen…..oder die drei mädels aus dem assiviertel von salzburg, denen ich während dem unterricht gerne erklärt hätte, wie man bewerbungen schreibt, die aber so damit beschäftigt waren, ihre blanken brüste den bauarbeitern auf der baustelle gegenüber zu präsentieren, so dass ich den rest der maßnamezeit mit runtergelassenen rollos unterrichten musste. ich könnte frau antonmann auch das ams (die österreichische variante der agentur für arbeit) zeigen, in dem eine jugendliche einem berufsberater mal eine geknallt hatte, weil sie dachte “servicefachkraft” hätte was mit escortservice zu tun.

ach, ich hätte ja viel zu erzählen….mal sehen, wo wir dann samstag landen.

17 Antworten zu “klitzekleine lach und sachgeschichten”


  1. 1 stadtfrau März 27, 2008 um 10:45

    bitte bitte noch viel mehr erzählen!!
    wusste gar nicht, dass die nobelstadt salzburg auch ein assiviertel hat.

  2. 2 Mama Schwaner März 27, 2008 um 11:04

    ach, ami. ich lese so gern aus ihrem leben!!! danke :)

  3. 3 Pampersfront März 27, 2008 um 12:18

    Interessanter auf jeden Fall als Mozarts Geburtshaus ;-) - aber bitte mit Frau Antonmann in das kitschigste Geschäft der Welt (das mit den Weihnachtskugeln und den Ostereiern) gehen und ein Aperol-Spritzerl auf der Stein-Terasse trinken (inmitten der Salzburgaa Socäetiiii). Macht euch einen schönen Tag!!!

  4. 4 Kathi März 27, 2008 um 1:10

    einfach nur wunderbar! Lachen in der Mittagspause :-)

  5. 5 nuufirella März 27, 2008 um 1:21

    Was Sie in Ihrem Leben schon so erlebt haben Frau Ami, wundervoll zu lesen!

  6. 6 June März 27, 2008 um 1:26

    hui…die besten geschichten schreibt das leben…holla die waldfee!
    salzburg ist aber auch eine schöne stadt ;-)

  7. 7 Frau Antonmann März 27, 2008 um 4:55

    Ich guck mir alles mit dir in Salzburg an, alle kaputten Ecken mit kaputten Menschen. Aber können wir vielleicht auch noch ein wenig wo hingehen, wo es einfach nur schön ist? Ich hab’ doch Wochenende;)

  8. 8 Basti März 27, 2008 um 4:59

    Selten so gut gelacht, wer die Ecke kennt dem laufen nun die Tränen!

  9. 9 stilke März 27, 2008 um 7:35

    salzburg ist toll. frau ami ist toll! aber stimmt. den geschichten nach, die sie auf lager haben, müßten sie ja schon längst aus dem gebährfähigen alter raus sein ;-) und da noch so kleine kinder zu haben *tztzt* wow!
    btw: erwähnte ich, dass ich im sommer bei einer hochzeit im kloster se.eon eingeladen bin? das ist doch im amiland, oder?

  10. 10 rebenwanderin März 27, 2008 um 7:51

    Wenn ich das so lese, dann merke ich traurigerweise, wieviele Dinge ich vergesse. Hätte aus meiner Arbeit auch einge Schoten zu berichten, aber ich bekomme sie nicht aus dem hintersten Eckchen meines Gehirns hervorgekramt.

  11. 11 Zeitlos März 27, 2008 um 8:13

    Das mit der Servicefachkraft ist der Knüller…

  12. 12 amidelanuit März 27, 2008 um 8:40

    stilke
    JAAA!! ich fragte auch schon mal in den kommentaren nach wo, kloster seeon ist einen katzensprung von uns entfernt:)) könnte das werden mit einem kleinen treffen während dem ganzen hochzeitsding?

    rebenwanderin
    wenn du deinen sport erstmal angefangen hast, kommt auch wieder sauerstoff ans hirn und damit die geschichten!! büdde!! das ist bestimt höchst amüsant:)

    zeitlos
    ja. das wars in der tat. und bis heute könnte ich mich in den a* beissen, dass ich kein foto vom gesichtsausdruck des berufsberaters habe:))

  13. 13 rebenwanderin März 27, 2008 um 8:56

    Das mit dem Sauerstoff sollte aber schleunigst passieren. Habe heute bei Dir angeklingelt. Und schon beim dritten (!!!) Mal habe ich es geschafft, die Nummer richtig ins Telefon zu tippen. leider war keeener da im Hause ami und auch kein AB denn man vollquasseln kann.

  14. 14 Klabauter März 27, 2008 um 9:36

    Sie hatten da aber auch mit der Creme de la creme der Jugend zu tun, was?

  15. 15 Frau Antonmann März 28, 2008 um 6:45

    Guten Morgen, Frau Ami, ich komm’ dann nachher mal vorbei:)

  16. 16 amidelanuit März 28, 2008 um 7:14

    rebenwanderin
    ich war wandern im moor. *ächz* und ab ist immer aus, weil der so laut ist und alle vorhandenen kinder weckt:))

    klabauter
    hachja:)) kann man so sagen…..wie war ihr erster tag? ich hab an sie gedacht!

    frau antonmann
    juchhheeeee!! der liebste macht schon mal woschtsalat!

  17. 17 Nadine März 28, 2008 um 9:33

    Hach, Salzburg - wie schön. Und bitte mehr Geschichten. Es ist ja unglaublich, was du schon alles erlebt hast. Sehr lustig!

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