mutterglück?

wer mich kennt weiss um mein stetes zweifeln an mir und meinen rollen. als ich mit ben schwanger wurde, was durch zufall und ungeplant passierte, war ich gerade dabei karriere zu machen. ich war auf dem besten wege, endlich genau das und ausschliesslich das zu machen, was ich schon immer machen wollte. ich hatte mich in mein leben eingefunden, ich war vertraut mit meinen rollen und lebte sie durchaus erfolgreich. dann wuchs der bauch und mit dem bauch kamen die fragen: was ist das eigentlich, mutter-sein? wie will ich eigentlich mutter sein? was gehört für mich dazu? jede frau, die schwanger ist kennt diese fragen, sie kommen früher oder später und können mehr oder weniger gut beantwortet werden. ich dachte, ich sei reflektiert genug um die fragen vorher schon beantworten zu können und zu wissen, was auf mich zu kommt. als ben dann da war, fiel alles zusammen. nichts war mehr so wie vorher und ich wusste lange, lange zeit überhaupt nichts mit meiner neuen mutterrolle anzufangen. ich trauerte meiner verpassten karrierechance hinterher, ich wollte mein altes leben zurück. auf den ersten bildern mit ben lache ich nirgends. sicher lag das an der schweren geburt, aber auch daran, dass ich völlig durcheinander war. ich schielte nach links und rechts, in die blogs und in mein umfeld und sah glückliche mütter. mütter, die stunden von ihren kindern schwärmten, die sich nicht sattsehen konnten, die alles ganz wunderbar auf die reihe bekamen – mütter, die ich toll fand, von denen ich wusste, die machen sich und mir nichts vor, die leben ihre neue rolle wirklich gerne und authentisch. und ich? ich grübelte und zweifelte: war ich eine gute mutter, müsste ich noch mehr tun, sollte ich in gruppen gehen, sollte ich vielleicht die oder jenes noch tun? es ging nicht um die üblichen fragen nach stillen, schlafen oder pflegesachen. es ging um die ganz grundsätzliche frage: bin ich eine gute mutter und was ist eine gute mutter? in der regel beantwortete ich die erste frage im ersten jahr mit ben grundsätzlich für mich mit nein. ich war ungeduldig, gestresst und genervt. und wurde wieder schwanger. und haderte immer noch. aber – es wurde besser. lilly brachte mich irgendwie auf die richtige spur. ich musste anfangen prioritäten zu setzen: mit einem kind kann man schneller und leichter wieder annähernd an sein altes leben anknüpfen, mit zwei kindern schon nicht mehr und schon gar nicht mit zwei so kleinen kindern. ich hatte mir geschworen, ich fange sofort wieder an zu arbeiten und wurde dann unsicher. es war nicht nur die überlegung wie will ich arbeiten, wenn die nächste so schlimm verlaufen, wie sie dann tatsächlich auch verlaufen sind? und vorallem, wenn mein mann auch arbeiten muss? es war vorallem ein gefühl: ich muss erst lernen mit der mutterrolle zu leben, sie auszufüllen, sie anzunehmen, bevor ich wieder in die arbeitsrolle hingehen kann. ansonsten würde ich gefahr laufen, in keiner der beiden rollen richtig anzukommen. und im nachhinein war es die für mich beste entscheidung. ich merke, wie ich mich einfinde in die rolle – jetzt, knapp zwei jahre nach kind I. dass ich spass daran finde, meine tage mit den kindern zu verbringen, auch wenn ich zwei stunden klötzle stapel. ich schaffe mir und uns als paar immer wieder neue freiräume, damit ich meine akkus aufladen kann und mich wieder gerade rücke. ich muss nicht mehr nach rechts und nach links schielen – ich bin sicher eine eher unkonventionelle oder in manch anderer augen vielleicht auch seltsame mutter, eine, die aufpassen muss, dass sie die geburtstage ihrer kinder nicht vergisst, eine, die nicht ins dekofieber verfällt wenn feiertage anfallen, eine, die nicht immer und ständig in verzückung über ihre kinder verfällt. aber auch eine, die wachsam ist, was sie ihren kindern beibringt, die wachsam ist, was ihre systeme und maschen angeht, auf dass sie ihren kindern nicht die eigenen unzulänglichkeiten und probleme überträgt, eine, die versucht auch noch ihr eigenes kleines leben zu führen, damit die kinder auch selbstständig wachsen können, ohne das gefühl haben zu müssen, muttern hat nur uns. und wenn ich anfang nächsten jahres wieder anfange zu arbeiten, dann weiss ich, dass ich die schwerste rolle meines bisherigens lebens gelernt habe – das macht mich stolz, weil ich es nie für möglich gehalten habe!

23 Antworten zu “mutterglück?”


  1. 1 June 28. Februar 2008 um 09:13

    frau ami…puh…darauf kann ich ihnen hier nicht antworten…
    ich schreibe ihnen mal eine email. aber eines sage ich ihnen, danke, dass jemand mal ehrlich sagt/schreibt was sache ist. danke danke!

  2. 2 DüneSieben 28. Februar 2008 um 10:04

    Standpauke per Mail unterwegs!
    Sie sind – da bin ich mir nach dem vielen Lesen hier, sicher – eine gute Mutter. GERADE wegen dem Unkonventionellen, GERADE wegen dem Rumgespacke ab und an, GERADE weil es Ihnen das Mutterglück und die Mutterrolle nicht in den Schoss fällt und GERADE weil Sie sich nicht mit dem unnötigen Tüddellüt am Rande aufhalten!

  3. 3 kaleema 28. Februar 2008 um 10:22

    In der Schwangerschaft hat man wirklich sehr viel Zeit, zu überlgen, was für eine Mutter man sein möchte. Karrieremutter? Oder absolut perfekt, ohne Ecken, Kanten und Fehler? Chaotisch oder straff organisiert? Nachgibig oder streng? Darf ich meinem Kind eigentlich vorgaukeln, das ich fehlerlos und glatt bin oder ist das nicht viel schlimmer, als eine Mutter, die gelegentlich irrt? Darf ich mein Kind selbständig sein lassen oder ist das nur eie Ausrede, damit ich mich nicht ununterbrochen mit ihm beschäftigen muss? Wie macht man es richtig?

    In einem wunderbaren Blog, liebe Ami, habe ich dann einen Eintrag gefunden, der die Good Enough Mom auf meine Landkarte brachte und ich wusste: das will ich sein. Seit dem komme ich immer wieder, weil ich finde, dass Du echt gut bist, wie Du so bist.

  4. 4 stadtfrau 28. Februar 2008 um 10:35

    das liest sich für mich nach einer wunderbaren mutter!
    auch wenn ich mich nicht erinnern kann, mir solche gedanken gemacht zu haben, finde ich es verständlich, denn wieso sollte eine frau ab dem zeitpunkt, ab dem sie weiß dass sie schwanger ist, die mutterrolle leben? klar muss man da erst reinwachsen. und ich finde es besonders schön, dass du ehrlich sagst, dass es auch mal länger dauert (wobei: zwei jahre – das ist ja nicht lange)!

  5. 5 kaanu 28. Februar 2008 um 10:53

    Wenn ich diesen Text mal wieder lese und sehe, wie gut Du schreibst, kann ich mir Dich als erfolgreiche, perfekt kommunizierende “Karriere”Frau sehr gut vorstellen. ;-)

    Und nachdem Dein Beitrag mich zum Nachdenken angeregt hat, hab ich eine viel zu lange Antwort geschrieben – die wir das Kommentarfeld sicher nicht schlucken, also gibt es sie im Blog.

  6. 6 illy 28. Februar 2008 um 10:58

    Und womit?

    Mit Recht!!

    Mit Recht können, dürfen und müssen Sie sogar Stolz sein. Weil Sie (in meinen Augen) etwas erreicht haben, wovor sich leider viel zu viele Menschen drücken.

    Sie haben sich auseinander gesetzt, an sich gearbeitet, gezweifelt und trotzdem nie aufgegeben. Und gelernt! Und erneut versucht und gemacht.

    Mit manchen Dingen muss man sich eben auseinandersetzen. Ich arbeite noch dran. Angestrengt und mit dem festen Willen mich nicht mehr von Aussenstehenden umwerfen zu lassen. Vor allem nicht von Solchen, die eigene Probleme mit einem “Es ist mir viel zu anstrengend mich damit auseinander zu setzen. Das war schon immer so.. ” oder ähnlichen Sprüchen von sich weisen.

    Jeder kann seinen Weg finden. Und Sie haben ihn!

    Ich beneide Sie jetzt ein bißchen. Ehrlich.

    Liebe Grüsse
    illy

  7. 7 anitz 28. Februar 2008 um 11:05

    Liebe Ami,
    herzlichen Dank für diesen Einblick in dein Leben. Das ist etwas, was ich an Bloggende Frauen sehr schätze, diese Offentheit, über Dinge zu reden, und anderen zu zeigen: Du bist nicht alleine mit deine Fragen, Bedenken und Überlegungen.

  8. 8 giftzwerg 28. Februar 2008 um 11:14

    Wow! Das hast Du wunderbar geschrieben – ich hab´ immernoch eine Gänsehaut.
    Ich glaube übrigens, dass es keine Mutter gibt, die ihr Kind immer nur mit Verzückung betrachtet (auch nicht im Babyalter), oder sich in ihrer Rolle immer nur wohlfühlt. Ich glaube aber, dass es ganz viele Mütter gibt, die so tun müssen, um nicht von ihren eigenen (unangemessenen) Schuldgefühlen aufgefressen zu werden.
    Man sieht immer nur einen Teil der Menschen. Und zwar meist genau jenen pefekt durchgestylten, fehlerlosen, den die Menschen zeigen. Dahinter sieht es in 95% aller Fälle nochmal ganz anders aus.
    Emma war kein Unfall, sie war geplant und wirklich fest gewünscht. Aber als ich schwanger war, hatte ich eine in der schlimmsten Phase fünf Monate andauernde Depression. Jetzt ist sie da und ich habe – warum auch immer – permanent das Gefühl, mich zwischen Emma und Uwe “entscheiden” zu müssen. Das kann ich natürlich nicht, selbst wenn ich es wollte – und das macht mich nur noch schwurbeliger. Ich fühle mich wie eine beschissene Mutter, wenn ich blogge statt mit ihr zu brabbeln, wie eine beschissene Ehefrau, wenn ich das Kind zwischen uns schlafen lasse, kurzum – ich habe das Gefühl, zig Schnüre in den Händen zu halten und statt die Puppen tanzen zu lassen, verheddere ich alles.
    Und wenn dann auch noch die ganzen “Tips” aus der Verwandt- und Bekanntschaft kommen und diese ganzen Texte in Newslettern und Büchern und man aber nicht so kann oder nicht so will oder sich einfach bescheuert und äußerst fehl am Platze vorkommt, während man mit Kind und Mann im Ehebett liegt und dem wie am Spieß brüllenden Minignom “Guten Abend, gut Nacht” vorsingt – naja, dann ist eben die eigene Schuldgefühlmaschinerie wieder angeworfen.
    Aber ich finde, Du managt das wirklich alles wunderbar. Weil Du es eben so machst, wie es Dir selbst richtig erscheint – ob unkonventionell oder nicht. Weil Du Dich selbst dabei nicht vergisst (muss ich noch üben, ich schwurble noch ziemlich hektisch, weil ich´s irgendwie allen recht machen will… mal sehen wie das nächstes Jahr aussieht :) ), ist es eine ehrliche Liebe.
    Und damit hast Du sogar ziemlich vielen Menschen eine Menge voraus.

  9. 9 wortteufel 28. Februar 2008 um 12:44

    Du wirst niemals die perfekte Mutter sein.

    Aber dafür gibt es auch keinen Grund :)

  10. 10 Leanders Mami 28. Februar 2008 um 13:12

    Ach, wenn ich doch nur wüsste, was eine perfekte Mutter ist, dann würde ich eine sein. Es wäre so einfach, irgendwo die 10 goldenen Regeln nachlesen zu können, sie zu efolgen ohne hinterfragen zu müssen – das wäre toll. Und so einfach.
    Aber so leicht ist es nicht. Und so stehen wir Mütter jeden Tag wieder mit dieser Angst auf, heute auf jeden Fall wieder einmal zu versagen, weil wir dies nicht, jenes nicht…
    Eine perfekte Mutter, pah!, davon bin ich weit entfernt. Aber ich weiß, dass ich mein Kind liebe und dass es immer immer immer die oberste Priorität haben wird (auch, wenn ich mir wünsche, beruflich voll durchzustarten, da hin zu fahren, dort shoppen zu wollen – der ganze Frauen”mist” eben :-)) und dass ich immer versuchen werde, nach besten Wissen und Gewissen zu handeln. Wenn wir das versuchen, können sich unsere Kinder keine besseren (nicht perfekteren!) Eltern wünschen. Denke ich!

  11. 11 IneS. 28. Februar 2008 um 13:41

    Wow! Davon bin ich noch weit weg…

  12. 12 Platypus 28. Februar 2008 um 13:58

    Vielen Dank, Frau Ami, sie wissen gar nicht, wie gut es tut so ehrliche Worte zu lesen.
    Ich (kinderlos, aber immerhin schon 28 und verheiratet also höchste Zeit, meinen manche!!!) bin umgeben von überglücklichen, überfürsorglichen Müttern, oder zumindest von Frauen meines Alters, die fleißg dran arbeiten möglichst bald überglückliche, überfürsorgliche Mütter zu werden.
    Ich selber, mittendrin in der Schwebe, noch gar nicht wissend wo ich hin will, und ob mich Kinder auch so glücklich machen würden, wie es alle prophezeien, gerne mit den Worten: “Wenn es erst da ist, geht alles von selber”.
    Schön zu lesen, dass es nicht überall von selber geht, dass das grenzenlose Mutterglück nicht jedem in den Schoß fällt, und dass es trotzdem funktionieren kann.
    Ob sie es glauben oder nicht, ihre Offenbarung hat mir mehr Mut zur eigenen Familie gemacht als die SChwärmerei von 10 überglücklichen… na, sie wissen schon….
    Lieben Gruß vom Platypus

  13. 13 stadtfrau 28. Februar 2008 um 14:04

    eine perfekte mutter gibt es genausowenig wie das perfekte kind! wenn ich an mich als mutter allzu hohe ansprüche stelle, werde ich die vermutlich auch an mein kind stellen. wie schlimm muss es für eine mutter sein, die immer alles gegeben hat, sich immer bemüht hat, alles richtig gemacht hat und dann hat sie vielleicht ein kind mit fehlern?! gruselig.

  14. 14 Chrizzo 28. Februar 2008 um 14:06

    Huih, ich glaube die eigene Auseinandersetzung mit der Mutterrolle, die man sich ja auch nicht zuletzt selbst schafft, durchläuft ständig Stadien und wird immer neu beleuchtet. Dann hat man sich an das Baby soweit gewöhnt und schwups kommt es in den Kindergarten oder umgekehrt, das Baby-Mamisein war wundervoll und man zählt nur noch die Tage, bis das größer werdende nie ruhegebende und sehr aktive Baby in den Kindergarten geht, oder das sehr klettende. Schon alles gesehen und zum Teil ähnlich erlebt. Für mich war das allerschwerste schwanger im dritten Monat nach Brasilien zu gehen, kurz nach dem Studienende, ohne arbeiten gehen zu dürfen (wegen dem Visum) und zu können (wegen noch fehlenden Portugiesischkenntnissen). Was ist man dann? Ohne Arbeit und noch ohne Kind ohne Freunde und “Familie”? Ich habe leider nicht die Größe besessen, diese Zeit so frei von jeglicher Verantwortung genießen zu können… Wofür ich mich heute im Nachhinein echt ohrfeigen könnte. ;-)

  15. 15 madameklutze 28. Februar 2008 um 15:22

    Liebe Ami,
    ich kenne Sie zwar nicht persönlich, aber Ihre Gedanken, Zweifel und Änste kann ich mehr als gut nachvollziehen, denn ich wurden auch von ihnen regelrecht überschwemmt.Sie begleiteten mich eine sehr lange Zeit und manchmal schwappt auch heute noch, so eine “Welle” bei mir vorbei. Aber ich habe mittlerweile meinen “Freischwimmer” gemacht. Daher finde ich es extrem beruhigend, dass diese “Gedanken” normal und in Ordnung sind. Und die vielen Kommentare und Fürsprache hierauf, bestätigen es ja!
    Vielen Dank dafür!

  16. 16 fuchsclan 28. Februar 2008 um 17:23

    Wer ist schon perfekt? Niemand!
    So lange wir nicht perfekt sind, sind wir Mensch!

  17. 18 rosa67 28. Februar 2008 um 22:22

    Ach liebe Ami, ich schau immer gerne hier vorbei, weil ich Deine Worte mag. Und dieses hier hast Du ganz wunderbar geschrieben. Ich kenne diese Zweifel.
    Christoph war ja eher ein später Zuwachs, mit dem ich eigentlich gar nicht gerechnet hatte. Ich hatte mir mein Leben grade kinderlos und männerlos eingerichtet, hatte mir einen Akkuschrauber, eine Schlagbohrmaschine und eine schöne Wohnung geleistet, als erst der A kam und dann hab ich B gesagt und C(hristoph) kam auch noch :-)
    Und mit ihm die Zweifel. In der Schwangerschaft hatte ich das eigentlich noch nicht, das wurde mir dann – als “Spätgebährende” – aufoktroyiert (wird das so geschrieben? sicher nicht!). Und die Zweifel sind geblieben, ich sauge wie ein Schwamm auf, wenn mir gute Mutterschaft attestiert wird. Und registriere jedes Versagen. Könnte Christoph verbal weiter entwickelt sein, wenn ich öfter mit ihm spräche? Ich spreche nicht genug mit ihm! Ist es schlimm, wenn ich ihn seiner eigenen Spielerei überlasse und am Rechner sitze? Ich spiele ja gar nicht mit ihm und habe meinen eigenen Spaß! Täglich denk ich mir, er könnt es besser haben.
    Allerdings könnt ich auch täglich jubilieren und dingsen und so, wenn ich mir den schlafenden, den lachenden, den kullerlockigen, den rosenknospenmundigen, samthäutigen, kackarschigen, rülpsenden, frechen, herzerwärmenden kleinen Kerl anschaue.
    Karriere??? Steht momentan hintenan, ich kämpfe täglich damit, weil es mir so unwichtig erscheint. Dennoch bin ich ganz zwiegespalten, weil mich der Mutterjob im Moment nicht so richtig ausfüllt.
    Wie Kaleema schrieb, mir hat Dein Beitrag “Good Enough Mom” sehr geholfen. Ich hab das gelesen und lese es immer noch mal wieder, falls mir das aus dem Blickwinkel gerät.
    Ich weiß nicht, ob Du eine “gute” Mutter bist. Aber was ist eine gute Mutter? Wichtig ist, denke ich, dass man dem Kind oder den Kindern Wärme gibt, Selbstsicherheit, dass sie ihre Welt und neue Welten erobern können. Impulse, damit sie lernen. Förderung? Hm, ich weiß nicht, wie gesagt, ich zweifel da auch an mir. Aber gute Mutterschaft ist kein Wettrennen um den ersten sauberen Poschi, die erste durchschlafene Nacht.
    Du stößt hier immer wieder gute und fruchtbare Diskussionen an, die sonst in irgendwelchen U…a-Foren eher Keifzickenterror hervorrufen. Kann es nicht sein, dass Du Dir das auch auf Deine mütterlichen Fahnen schreiben kannst? Du gibst Impulse, relativ wertneutral. Das ist auch eine gute Muttereigenschaft.

    Du schreibst, Du musst lernen, erst in die Mutterrolle zu wachsen, bevor Du wieder in die Ami-arbeitet-Rolle gehst. Ich find das gut, ich wünschte, ich könnte das. Ich musste direkt nach dem Mutterschutz wieder arbeiten und merke jetzt, wie mir das an die Substanz geht, ich bin nix ganzes und nix Halbes. Als Mutter fühl ich mich ungenügend, wenn ich Christoph im Kindergarten abgebe und er mit der Jüngste ist, aber auch derjenige, der als Letzter abgeholt wird. Dann fühl ich mich so rabenmutterig. Und dennoch muss ich bei der Arbeit pünktlich gehen, wo eigentlich Überstunden erwartet werden, dann fühl ich mich ganz unarbeitsfähig. Doofer Zwiespalt.

    Und danke für die Denkanstöße. Jetzt hör ich auch auf mit diesem Kommentar. Ich wünsch mir viel viel mehr so schöne Einträge von Dir!

  18. 19 xatharina 28. Februar 2008 um 22:43

    Jaaah, das Gefühl kenne ich. Aber eher so diffus, so dass ich es nicht in Worte hätte fassen können.
    Aber wissen Sie was, Frau Ami? Sie wirken mit Ihren Selbstzweifeln und Ihrer Selbstironie so erfrischend und erheiternd, und Ihre Kinder scheinen ja auch nicht gerade wenig von Ihrem Humor abbekommen zu haben – mir scheint, als wären Sie eine perfekte Mutter für Ihre Kinder und als würden Sie alle zusammen intensiv leben und Sie nicht nur ein Pflichtprogramm erledigen. Und perfekt ist man nicht, indem man immer alles richtig macht und immer alles glatt läuft, ganz im Gegenteil.
    Und wieviele sind wohl auf der Suche nach der richtigen Rolle, obwohl man nach außen nichts merkt?

  19. 20 amidelanuit 29. Februar 2008 um 07:25

    an alle: vielen dank für eure worte und erfahrungen! ich bin wirklich immer wieder erstaunt, wie offen und ehrlich ihr hier antwortet und freue mir ein bein aus, dass ich nicht alleine mit meinen gefühlen und gedanken bin:)

    besonders an rosa:
    was du beschreibst, deine gefühle gegenüber christoph, die kenn eich so gut! das ist sehr treffend beschrieben – danke für deine antwort!!

  20. 21 kaleema 29. Februar 2008 um 21:44

    (Hach – liebe Ami, ich finde Deinen Text so gut, dass es schade ist, einen Hinweis auf meinen eigenen darunter zu sehen. Das brauchte es einfach nicht. Ich find’s ein bisschen unangenehm und ganz fehl am Platz, kann es aber nicht beinflussen. Sorry dafür!)


  1. 1 Der Weg in die Mutterrolle « Kaanu’s Welt Trackback zu 28. Februar 2008 um 10:54
  2. 2 Kleines Blog » Blog Archive » (keine) Zweifel Trackback zu 4. März 2008 um 14:16

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