ich kann mich erinnern, dass ich als kind meine eltern mal fragte, ob sie eins ihrer drei kinder mehr lieben würde als das andere. sie versicherten mir glaubhaft, sie würden alle drei gleich lieben.
ich kann mich daran erinnern, dass ich vor der geburt von lilly sehr lange darüber nachgedacht habe ob ich beide kinder gleich lieben kann, wo ich doch schon dem ersten so viel liebe, eigentlich bis zur geburt des zweiten, alle liebe gegeben habe.
und nun lag ich gestern nacht im wohnzimmer auf der couch bei meiner schreienden, scharrenden und hysterischen tochter. unzählige male war ich bereits zwischen 23 uhr und 2 uhr aufgestanden, schnulli reingesteckt, beruhigend gemurmelt, händchen gehalten, händchen nicht gehalten, mit bestimmtem ton, mit ruhigem ton – ich hätte genauso gut auch auf den balkon eine rauchen gehen können. nichts funktionierte. und allmählich entwickelte ich aggressionen. uhhuhh. aggression! und das als mutter. ja -und das als mutter. und irgendwann dachte ich da so: mensch, mit ben war alles einfacher, der ist überhaupt viel einfacher und so knuffig und so ausgeglichen und überhaupt, der liegt in seinem bett und schläft wunderbar. und da war es das schlechte gewissen. liebe ich ben etwa mehr? weil ich ihn schon länger bei mir habe? liegt es daran, dass er sich schon besser artikulieren kann und nicht alles immer ein heiteres ratespiel ist wie bei lilly? liegt es daran, dass eine mutter-sohn-beziehung vielleicht inniger und unangestrengter ist, als eine mutter-tochter-beziehung? ist die beziehung zum anderen geschlecht einfach einfacher als zum eigenen? gestern nacht war alles schwarz-weiss: lilly zog einfach immer den kürzeren. jedem vernunftbetonten gedanke in richtung “lilly ist erst 7 monate!!!” “ben war auch schwierig in dem alter!” “sie macht das nicht mit absicht!” wurde ben und seine art entgegen gehalten. ab einem gewissen zeitpunkt konnte ich nicht weiter denken, so habe ich gelitten unter schuldgefühlen.
heute morgen dann, nach der ersten tasse kaffee, dem ersten ausheulen beim liebsten und der nachbarin, kramte ich die gedanken von gestern nacht nochmal raus. ich liebe ben und lilly beide gleich. zu 100%. ich würde mir für beide den arm abhacken, durch die hölle gehen oder sonst was ätzendes tun.
aber ich glaube es gibt von zeit zu zeit präferenzen. gefühle und eigene stimmungen, die in diesen phasen kompatibler mit dem einen oder dem anderen kind sind. vielleicht gibt es sogar generelle affinitäten zu einem kind, weil es einem sehr ähnelt oder eben gar nicht ähnelt. weil es vielleicht eine art hat, die man selber gerne hätte und die man bewundert an diesem kind. ich weiss nicht, ob es anderen auch so geht. seit ich mir das so eingestehen kann sind die schuldgefühle nicht besser geworden, aber ich beobachte meine kinder anders. ich versuche sie ganzheitlicher zu sehen - nicht nur die eigenheiten, die sich von mir abgrenzen oder sich mit meinen decken, nicht nur die oberflächlich schnell entdeckten charakterzüge. und habe dabei allein heute erstaunliches entdeckt – bei jedem einzelnen von meinen kindern. ich merke, dass man bereit sein muss diese entdeckungen jeden tag aufs auch zu machen, einen wachen blick zu behalten und die kinder so anzunehmen wie sie sind. nicht einfach, das. aber lohnenswert.

Wir waren ja auch zu dritt. Ich habe zwei Brüder. Und wir haben meine Mutter gern damit geärgert, daß sie einen von uns mehr liebt, als die anderen beiden. Sie sagte auch immer “ich liebe euch alle gleich, nur jedes auf eine andere Art”. Und sie sagte auch, daß sie immer das Kind, welches ihr gerade am meisten Ärger und Sorgen macht, irgendwie am meisten liebhat. Ich konnte es nie verstehen, heute weiß ich, wie sie es meint.
Ach Amische, es ist nicht leicht, ich weiß, man will sie manchmal echt an die Wand tackern und sich nie wieder mit ihnen auseinandersetzen müssen.
Meine Große rauscht ohne großen Aufwand durch die Schule, bei den Zwillingen muß ich so viel Einsatz bringen, helfen bei den Hausaufgaben und so – und sie “danken” es mir nicht wirklich. Da denke ich so oft “warum können sie es nicht so machen, wie die große Schwester?”
Du bist bestimmt, ganz sicher, auf dem richtigen Weg!!
Kinder in schlechteren, aggressiveren Momenten zu ertragen, gehört zu der Hölle, durch die man ansonsten bereitwillig für sie gehen würde, denke ich.
Viel Spaß noch, auch den Kids,
Katzenelson ;-)
Liebe Ami,
ich verstehe dich nur zu gut. meine tochter stellt mich auch immer, immer wieder hart auf dir probe. und das vom ersten tag an. mein mann und meine eltern meinen, weil sie mir einfach zuuuu ähnlich ist. (meine mutter behauptet sogar, sie wäre charakter-technisch mein klon) und auch ich frage mich oft, ob ich deswegen meinen sohn (der soviel leichter zu handeln ist) unabsichtlich ihr vorziehe. er ist verschmust und umgänglich. mit ihr artet jedes zu bett gehen, jedes spiel, das leben immer in einen machtkampf aus.
ABER: ich liebe sie deswegen ganz genau so. nicht mehr und nicht weniger. und das tust du mit lilly auch.
kurz: ich denke, das ist ein klassisches mutter-tochter-problem. und wenn ich mir mein verhältnis zu meiner mutter und ihres zu ihrer ansehe, ist das einfach das leben. unsere challenge, halt. :-)
UND WIR SIND DIE BESTEN, DIE WIR SEIN KÖNNEN!!!
vielen herzlichen dank für deine ehrlichkeit. wirklich. beruhigend zu wissen, dass auch andere mütter so denken. und auch danke, dass du weitergedacht hast. ich kann es mir momentan nicht vorstellen, aber es stimmt positiv, es von dir zu lesen. denn ich halte dich für einen sehr ehrlichen menschen, der nichts schönmalt, nur um irgendwo gut anzukommen. und ich hoffe, ich denke an deinen beitrag, wenn ich bald mal in ähnlicher verzweifelter situation bin.
Liebe Frau Ami,
das liest sich schön. Sehr sehr schön. Weil es so ehrlich ist. Weil Liebe einfach nur deshalb Liebe sein kann, weil es auch eine Menge Gegenteiliges gibt.
Es ist so schön zu lesen wie sie sich selber aus dem schwarz – weiss Tal zurückholen können am Morgen danach. Ich finde Liebe eines der schwersten Dinge, die es gibt – und dennoch das Schönste.
Auch wenn ich nur Ida habe – ich könnte mir nicht vorstellen, dass es messbar ist : gleichviel. Aber vielleicht lieben wir den MEnschen als das was er ist. Ohne Quantität. Den Einen so zu lieben wie den Anderen – geht das überhaupt, weil es zwei ganz Verschiedene sind? Jeder wird geliebt, so wie kein anderer. Ben als Ben. Lilly als Lilly.
Schuldgefühle lassen sich niemals von Anderen wegreden. Aber so wie sie sich kümmern – ganz ehrlich: sie brauchen keine Schuldgefühle zu haben. Sie machen das toll.
ich muss schon wieder weinen. über jeden einzelnen eurer kommentare. hach. danke. danke!!
(ich bin nicht schwanger:)
Liebe Frau Ami,
ich glaube, eine Mutter liebt jedes ihrer Kinder gleich.
Nur ist sie ein Mensch und fühlt nicht jeden Tag gleich. Auch nicht für ihre Kinder.
Das hat nichts mit ihrer Liebe zu tun. Die ist wie ein unumstößliches Etwas, was immer da ist.
Jeder Mensch kommt an einigen Tagen mit dem nächsten besser oder schlechter aus. So ist das. In Beziehungen, in der Familie. Es gibt Tage, da möchte ich meiner Mutter an die Gurgel gehen. Dann gibt es Tage, da möchte ich sie nicht mehr loslassen. Aber egal, wie ich auf sie zu sprechen bin – ich liebe sie immer gleich.
So fühlt ein Kind. Warum nicht auch eine Mutter?
Wenn Sie ein kleines, schreiendes, nervendes Bündel neben sich haben, dass ihnen die letzten Nerven nimmt. Unbeabsichtigt. Nicht böse. Aber es tut es. Dann ist das Ehrlichste, was Sie tun können, wütend zu sein. Verzweifelt.
Und ich finde es sehr gut von Ihnen, dass Sie das nicht wegschieben, sondern sich damit auseinandersetzen – auch mit anderen. Denn das zeigt doch: Sie lieben. So sehr, dass es Sie manchmal schmerzt.
Wer kann das schon von sich behaupten?
Guten Abend,
sonst lese ich nur still mit. Regelmäßig, weil es mich anspricht, obwohl meine beiden Kinder schon etwas älter sind.
Heute reizt es mich dennoch…
Meine beiden Jungs sind KOMPLETT verschieden. Am Älteren reibe ich mich manchmal mehr. Ich glaube, gerade weil er mir ähnlich ist. In seinem Pessimismus, in seiner Rebellion. Durch die Schule marschiert er ähnlich problemlos wie ich, er liest genau so schnell und gern. Er hat einen feinen Sinn für Ironie. Manchmal ist er einfach eine Plage. Und doch liebe ich ihn.
Genau so stark wie den Jüngeren. Der ein fröhlicheres Gemüt hat, Bücher lieber vorgelesen bekommt, witzig sein kann (ich kann keinen Witz lustig erzählen). Der aber auch ein chaotischer, unorientierter und nerviger Kerl sein kann. Manchmal macht er es mir leichter als Prinz Schwermut. Er kann mich zum Lachen bringen, sein Urteil über meine Frisur oder Kleidung ist ziemlich gut (der Große bemerkt solche Veränderungen gar nicht *g*).
Das ist die Kurzfassung. Ich weiß, dass ich beide liebe. Es gibt Momente, wo ich einen oder beide an die Wand werfen möchte. Es gibt Situationen, wo ich absolut ratlos bin. Oder wütend! Auch die Art der Zuwendung kann variieren. Und ja, manchmal kann es sein, dass ich mich einem gegenüber schuldig fühle. Weil ich falsch reagiert habe, weil ich mir keine Zeit genommen habe, weil ich übersehen habe, wo ein Bedürfnis ist. Weil ich ungerecht war. Ich habe schon verzweifelt geheult, weil ich hundemüde war. Oder einfach nicht mehr weiter wusste.
Aber ich denke doch, dass ich gut genug bin. Und Sie sind das auch! Alles, was ich hier lese, lässt mich das glauben. Und keine nächtlichen Gedanken bringen da Zweifel.
Ja, jedes Kind ist etwas Besonderes und liebenswert. Aber Mütter sind keine Maschinen. Manchmal müssen wir nachts heulen, damit wir bei Licht wieder klarer sehen.
Ich drücke die Daumen, dass das spinnöse Huhn dem Schlaf bald etwas mehr abgewinnen kann.
“Unschuldige” Grüße :-)
Geertje
Ich muss auch gleich weinen!
(Weil ichs so schön finde, was hier geschrieben steht)
Liebe Ami, sonst nur stille Mitleserin juckt mich dieses Thema doch sehr. Ich glaube jede Mutter (und Vater!!!) von mehreren Kindern hat dieses Gefühle manchmal auch rotierend je nach dem was man macht oder wie in deinem Fall gerade erlebt.
Meine Tochter ist fast 20 Jahre, mein Sohn 14 und ja, mein Sohn steht mir näher. Wir haben oft die gleichen Interessen, er latscht mit mir in die Kunsthalle und macht Musik.
Aber: Mit meiner Tochter darf ich das große Glück erleben, einen Menschen zu lieben, der mir eigentlich total fremd ist. Sie studiert Ingenieurswissenschaften und spuelt Eishockey und interessiert sich weder für Kunst, noch für Literatur noch für Politik. Ich empfinde das wirklich als Geschenk jemanden zu lieben, mit dem ich nie befreundet wäre aber auf diese Weise Dinge und Gedanken kennen zu lernen, die ich sonst niemals auch nur wahrnehmen würde. Meinem Mann geht es umgekehrt, er kann wunderbar mit dem Tochterkind über Sportergebnisse sprechen und völlig faziniert auf seinen Sohn gucken und sich fragen, was einen Menschen, nämlich seien Sohn dazu treibt Cello zu spielen.
Und Schuldgefühle sind immer, immer grauenhaft und so gemein es klingt, ich habe erst letztes Jahr zum Abizeugnis meiner Tochter gemerkt wie ein tonnenschwerer Berg Schuldgefühl von mir abgefallen ist. Ich glaube, man lernt mit der Zeit besser mit Schuldgefühlen zu leben, insbesondere dann, wenn die körperliche Energie wieder halbwegs vorhanden ist.
Ich glaube Lilly und Ben haben eine großartige Mutter und bestimmt auch einen wunderbaren Vater. Dafür hat man ja zwei Stück Eltern, um auch den Kindern Unterschiedlichkeiten zu bieten.
So, nun aber ins Bett.
Allerbeste Grüße
von Gundi
Mir geht es da ähnlich wie stilke. Eliano – mit einem Wort beschrieben – ist einfach anstrengend. Den ganzen Tag eine Herausforderung. Und wir sind uns auch nicht unähnlich, allein sein ständiges Ich kann das besser! Ich weiß das besser! bringt mich so auf die Palme. Was völlig lächerlich ist, aber wenn hier einer was immer besser weiß oder besser kann bin ich das natürlich ;-) Außerdem war er schon als Baby “absolut unabhängig”, was brauch ich meine Eltern, ich kann das, ich mach das, geh weg. Auch wenn ich ihn natürlich über alles liebe, macht er es mir in nicht leicht.
Marta hingegen ist wirklich ein Sonnenscheinchen. Ich fand die Bezeichnung früher immer so doof, aber es stimmt einfach. Sie ist zu 90% glücklich, zufrieden, verbreitet gute Laune, strahlt uns an, kommt zum Kuscheln (ohne uns dann zu beissen oder das Nasenbein zu zertrümmern) usw. Sprich, sie macht es uns sehr leicht. Manchmal bin ich sogar froh, dass sie auch so schlecht schläft (geschlafen hat!), sonst wäre der Unterschied zu Eliano noch extremer. (Aber nur manchmal ;-))
Aber trotzdem liebe ich beide gleich viel und gerade die Liebe zu Eliano muss ja sehr stark und belastbar sein ;-) Manchmal hilft es mir auch zu überlegen, mit wem der beiden ich mich später vielleicht eher mal auf der gleichen Wellenlängen liegen könnte oder dass Marta vermutlich in der Pubertät ganz schrecklich wird und uns dann in den Wahnsinn treiben wird.
Ja, schön geschrieben und schön beobachtet.
Und aus der Zwillingserfahrung kann ich sagen, dass es auch unterschiedliche Zeiten der Präferenz gibt, wenn keines der Kinder einen ich-bin-schon-länger-da-Vorteil hat.
Die liegen sicher zum Teil darin, was uns ähnlicher ist und wo ich am Kind Dinge nicht mag, die ich eigentlich an mir nicht mag oder wo ich Charakterzüge sehe, die ich zum Beispiel am Partner besonders schätze.
Sehr zustimmen kann ich Frau Düne, auch bei mir ist es häufig so, dass das gerade “schwierigere” Kind zumindest viel mehr Aufmerksamkeit, eben auch gedankliche, zieht und viel mehr Besorgnis und manchmal man dann denkt eben auch viel mehr Liebe.
Die Menge von Liebe halte ich eh’ nicht für meßbar, ich liebe meine Kinder auch nicht gleich. Ich liebe jedes auf seine eigene Art. So wie ich auch verschiedene Erwachsene lieben kann, ohne da eine Prioriäten-Liste aufzustellen.
Und irgendwann wird auch das spinnöse Huhn den Schlaf lieben. Bestimmt.
Liebe Ami,
ich habe den Text schon gestern abend gelesen und fand ihn so beeindruckend schön, treffend und auf den Punkt passend geschrieben, dass ich gern etwas antworten wollte, aber nicht wußte wie ich es formulieren kann, damit es mit Deinem Text mithalten kann. Ich hab lange darüber nachgedacht und weiß es bis jetzt nicht. Also einfach nur: Ich bewundere Dich dafür, dass Du – sogar in solchen Situationen – solch komplexe Gedanken und Gefühle so genau in Worte fassen kannst. Du triffst meine Gedanken auf den Punkt. Auch ich erlebe Momente, wo ich mich zu einem meiner beiden Söhne mehr hingezogen fühle als zum anderen – dabei sind sie sich sogar ziemlich ähnlich (und mir gleich mit). Das variiert sogar, aber in Momenten wo sie mich brauchen oder vielleicht krank sind, dann merke ich, dass meine Liebe zu ihnen absolut bedingungslos, endlos und bis ins unendliche belastbar ist. Und wie katzenelson schon schrieb: die Kinder in Horrormomenten zu ertragen, ihnen dabei zu helfen, diese zu überstehen, das ist Liebe.
Du machst das wirklich wundervoll.
Katrin
(Wir werden im Sommer übrigens bei Euch in der Nähe Urlaub machen, so gut haben mir die Bilder vom Engelausflug gefallen. ;-) )
Liebe Ami, ich kann dir zu dem Thema leider gerade gar nichts schreiben, weil es mich sehr trifft und Dingen rüttelt, die ich eigentlich tief vergraben habe. Trotzdem möchte ich dir sagen, dass ich dich verstehe und mit dir fühle. Du bist nicht allein und deshalb schaffst du das. Ganz sicher. Liebste Grüße, Deine Frau Feuervogel
oh ich freue mich sehr, dass es noch anderen so geht und sie darüber hier berichten. das entlastet mich tatsächlich sehr – besonders lieben dank an gundi und geertje, die als sonst stille mitleser hier kommentiert haben. vorallem weil das erfahrungen mit wesentlich älteren kindern sind! danke!
allen anderen danke ich für die ehrlichkeit und offenheit. ich bin mir nie sicher, ob ich nicht völlig alleine da stehe mit meinen gedanken – und ich danke für all die mutmachsätze :)
katrin
das die chiemseewerbungn funktioniert hat freut mich! lass mich dann doch mal beizeiten wissen, wo ihr urlaubt:)
Upps – da haben mich meine Geographiekenntnisse aber im Stich gelassen. Wir werden am Ammersee urlauben (eigentlich war Allgäu geplant, aber da wir da nichts passendes fanden und ich Deine Chiemseebilder sehr ansprechend fand, hab ich mich an den bayrischen Seen versucht – u.a. auch Chiemsee direkt – und dann am Ammersee ein traumhaftes Ferienhaus gefunden). Jetzt hab ich gerade mal beide Orte in den Routenplaner eingegeben und entsetzt festgestellt, dass da 150km dazwischenliegen. Ich wohne zwar jetzt schon 7 Jahre in Bayern, aber so groß kam es mir dann doch nie vor… ;-) ) Peinlich, peinlich. Das wäre dann wohl auch zu weit für ein spontanes, entspanntes Treffen… Oder bist Du Mitte/Ende August für jede Abwechslung dankbar? ;-)
hui da sprichst du ein thema an, was mir auch schon ne weile im kopf rumgeht.
allerdings erinnere ich mich, dass du mal geschrieben hast, dass lilly viel “handlicher” wäre als es ben zu dieser zeit war. ;-)
es ist gewiss so wie du schreibst – es sind die diese momente, die man haben darf, wo man sich denken darf, dass kind nr 1 viel leichter als kind nr. 2 ist un umgekehrt.
ich bin mir sicher, dass die schuldgefühle mit der zeit besser werden…und eben zum elternsein von mehr als einem kind irgendwie dazu gehören…
*drück*
Hi Ami,
Das ist mein erster Kommentar in einem Blog, ich weiß eigentlich gar nicht so richtig, wie ich hierher kam – technisch gesehen schon :-)
Mit Kindern das ist so eine Sache, da kann man sicher eine Diplomarbeit draus machen und die verschiedenen Ansätze verarbeiten. Ich bin mit 2 Brüdern aufgewachsen und jetzt haben wir einen 7 Kopf-Haushalt, von 4 – 17 und eine 3:2 Führung für die Mädels. Wenn mich jemand frägt, wen ich weggeben würde – es kommt ja doch manchmal die Frage vor „Füüünf Kinder, wie macht ihr das?“ stehe ich vor mir und weiß genau, dass jedes fehlt – und wenn es nur gerade bei einer Geburtstagsparty ist. Und jeder Charakter ist verschieden, auch von den beiden die am selben Tag geboren sind. Eins ist ganz klar, ohne meine Frau würde der „Laden“ nicht laufen.
Deine Beobachtung was die Aggressionen und Schuldgefühle angeht sind sehr interessant. Ich glaube nicht, dass DU Aggressionen entwickelt hast, versuche ES einmal zu beobachten. Dieser Aufstau von Wut und Emotionen, der sehr wohl kommt oder auch da ist, speziell in schwierigen Situationen, ist meist nicht etwas „Neues“. Die Erfahrung konnte ich beim Meditieren machen, dass negative oft unbewusste Erinnerungen diese Inbalance verursachen. Wesentlich dabei: die Emotion als Fremdkörper betrachten, denn in dem Moment erkennt man, dass es nicht meine Wut, Aggression etc ist, sondern die Wut, es steigt Wut in mir hoch, aber es ist kein Teil von mir. Ups, leichte Themenverfehlung, den Tipp mit der Schuld wollte ich Dir eigentlich schreiben – ist aber sehr ähnlich, zusätzlich die rechte Hand auf den linken Halsansatz legen und ein paar mal sagen „Ich bin frei von aller Schuld“, und schau was passiert. Ich habe es anfangs selbst nicht geglaubt….
Wir machen alle Fehler (da gibt es sicher irgendwo ein Zitat dazu), weil wir aus den Fehlern auch lernen können.
Viel Spaß mit der Familie!
Liebe Grüße
Fritz
die grundfrage der liebesverteilung stellt sich ganz offensichtlich nur bei den kinderchen.
schade
…aber was will man(n) erwarten…
@fritz: warum sollte man schuldgefühle als einen fremdkörper betrachten ? du sprichts do selbst von imbalance. wäre es da nicht sinnvoller diese bei ihr offensichtlich negative behafteten gefühle – und weil sie negativ sind oder auch so “scheinen” – in eine balance zu setzten ?
sich bewusst machen, meinetwegen auch durch meditaion, das zu jeder sschlechten seite auch einen gute gehört.
Hallo.
Bisher hab ich nur still mitgelesen, aber in diesem Post hab ich mich sowas von wiedergefunden! Aber Hallo!!! Ich habe keinen der anderen Kommentare gelesen, vermutlich wiederhole ich nun gerade nur das, was alle anderen auch schon getippert haben, aber egal.
Ich kenne diese Gefühle, absolut und total. Ich habe zwar zwei Söhne, aber der eine (”Große”, süße, dünne) ähnelt meinem Mann total und der andere (kleine süße Dicke) ähnelt mir absolut. Und wie sehr hab ich diesen Kleinen Menschen nicht gemocht. Er hat alles “kaputt” gemacht bei uns, das war meine anfängliche Meinung. Ich wollte ihn nicht. Ich hab ihn gestillt und getröstet und gewickelt – und abgegeben wenn mein Mann von der arbeit kam. Ich habe meinen großen Sohn so sehr geliebt und mit ständig eingeredet er sei in allem so viel toller gewesen. Absoluter Quatsch und ein riesenblödsinn!!! Emil ist viel ruhiger und ausgegloichener und lacht mehr als MAx es je getan hat. Max ist ein ruhiger kleiner Denker und hinterfragt alles und jeden.
Mittlerweile kann ich meine Gefühle sehr gut aufteilen, es gibt Dinge an Max die mich zur Weißglut bringen und genauso hat Emil seine Eigenschaften die mich schier durchdrehen lassen, aber im Großen und Ganzen liebe ich sie Beide. Sie sind beide meine Kinder, gewollt, gewünscht, geliebt! Und sie sollten Beide kein bisschen anders sein. Nie!
@dani
danke für deine ehrlichen worte! ich denke, man muss sich zeit lassen und zeit geben, kinder zu entdecken.
gokui/fritz
ich muss gokui zustimmen. schuldgefühle als fremdkörper betrachten hilft nicht. zumindest mir nicht. die wut und die aggression sind teil von mir und haben ihre herkunft und geschichte. was aber sicher hilft ist, sie in der situation von aussen zu betrachten, um abstand zu gewinnen.
gokui – ich lösche dein doppelpost. das liegt an wordpress, dass hier trotz freigabe nicht immer gleich die kommentare erscheinen!
Meine beiden Soehne koennten nicht unterschiedlicher sein, der Alterunterschied von ueber 6 Jahren macht es nicht einfach(er), das das zwei Vaeter sind sicherlich auch nicht immer (oder garnicht?) von Vorteil, aber irgendwie schaffe ich es (wie jede Mutter glaube ich) doch immer wieder, alles in die richtige Perspektive zu ruecken. Ich liebe sie beide, gleich viel, gleich wenig, gleich anders ;o)
Mutter-Sohn-Beziehungen sind unkomplizierter? Seit wann das denn? Also ich bin da komplett anderer Meinung!!! Diese kleinen sensiblen Jammerlappen, diese Klammeraffen und späteren Maulhelden, na hallo. Da lobe ich mir ein fröhliches Töchterchen!
Insofern glaube ich auch, dass es Affinitäten gibt. Und Phasen (oja, speziell Phasen). Und wenn ich hier meine kleinen Höllengänge mit Freund Ulrich habe, dann lässt uns das auch zusammen wachsen. Und später, wenn er mal groß ist – also in ca. 6 Monaten -, dann werde ich die Höllengänge vergessen haben und mich an meinem Strahlemann erfreuen. Hoffe ich. Inständig!
@ amidelanuit: danke. ich fühlte mich schon ein bischen an die alten PCzeiten erinnert…
@wieder-alle:
ich darf nochmal auf meien erster bemerkung aufnerksam machen: “die grundfrage der liebesverteilung stellt sich ganz offensichtlich nur bei den kinderchen.”
anders gesagt: jede beschäftigt sich sehr ausgiebig mit der verteilung oder gewichtung der liebe zwischen den kinderchen.
war da nicht noch wer ? gibt es da nicht noch jemanden ?
Hmm, ich bin ja selber noch Mutter von nur einem Sohn – aber eben sagte ich noch zu einer Bekannten, das es für mich kaum vorstellbar ist, wie ich ein 2. Kind genauso lieben soll wie das erste. Ich frage mich, ob dies überhaupt möglich ist, füllt meine Maus doch mein ganzes Herz aus und es ist so unvorstellbar im Moment zumindest noch mal so viel Liebe aufzubringen…. aber ich denke, wenn ich das hier so lese, ist es einfach so, man liebt alle Kinder gleich – zumindest die meisten tun das.