Archiv für Dezember 2007

ami sagt danke!

tschüss 2007. nett wars. vorsätze für 2008 gibts nicht, halt ich eh nicht ein.

zum anlass nehmen möcht ich aber den jahreswechsel mal, um mich artig bei euch allen zu bedanken. ich bin nach wie vor erstaunt, wieviele menschen hier täglich vorbeischauen. wie viele menschen sich an den diskussionen beteiligen, kommentieren, mut machen, tips geben oder einfach nur “tschakka!” oder “schallallaaaa!” rufen. das ist es, was man von zeit zu zeit braucht und das ist es, was mein blog für mich so wichtig macht. dafür danke ich euch allen von herzen!

ich lese euch alle - auch wenn ich nicht immer meine spuren hinterlasse. und ich liebe euch alle - bleibt so wie ihr seid auch 2008!

ein frohes neues.

frau ami joggt.

frau wortteufel hat in den letzten tagen immer mal wieder so schön vom joggen berichtet. da ich noro/schlaf/erschöpfungs/…-technisch nicht in der lage war, in den letzten wochen einigermaßen vernünftig und regelmässig sport zu machen, bin ich heute der norohölle zu hause entflohen. zum joggen. bei schnee. und eis. und so einem pippiregen. aber egal. joggen und keine norohölle. leider ging dann auch nach den ersten schritten der i-pod aus mit der lapidaren bemerkung “bitte laden sie ihren i-pod auf!”. etwas frustrierend, wenn man ca. 5 sekunden lang “city of blinding lights” hört, innerlich schon ins runnerhigh verfällt, man sich vorstellt, es heut bis zum rentnercafe am see zuschaffen, weil man dort so einen üdüllischen blick auf den see und die berge hat und dann machts “zzzzzz” und aus. nach ca. 200m. ich hasse es, sport ohne musik zu machen. das geht nicht. sport ohne musik betont das entsetzlich stupide gefühl beim joggen. joggen, das ist nur beine bewegen. da ist nichts mit “ich spüre meine beine, die wie von adlerschwingen getragen über den asphalt huschen” oder “ich versinke in mir und lausche dem pulsieren meines blutes”. quark. ohne musik ist nur “mir platzt gleich der kopf oder die lunge” oder auch “noch 1 m und ich breche zusammen. oh doch lieber noch 5m, da vorne sind spaziergänger ich möcht die nicht in angst und schrecken versetzen”. joggen mit musik aber, da kann ich den platzenden kopf mal eben vergessen. infolgedessen hab ichs dann heut auch nicht zum rentnercafe geschafft, sondern nur zum campingplatz hin und zurück. schön wars trotzdem, der see, die berge verschneit, die stille.

also liebe frau wortteufel, danke fürs vormachen - eine echte alternative, wenn mal wieder studio ausfällt!!

ein erlebnis für die sinne

wenn man sich ins schlafzimmer schleicht, in dem die tochter schläft und sie so zuckersüss, so friedlich, so still, so schlafend vorallem, so zum auffressen aussieht. und man dann in einem anfall von liebe sich neben das kindelein legt und es einfach mal schnuffeln muss, so richtig tief mal die nase reinsteckt in dieses warme bündel mensch. und man das so ziemlich genau auf windelhöhe tut. dann kann das schon mal zu einem erlebnis des geruchssinns ausarten.

(ich hab fast würgen müssen. ich schlechte mutter, ich.)

ich hau gleich!

jetzt auch noch lilly.

aber dann liebe froinde der gepflegten unterhaltung, san mir aussm schneider fei, gell? kein noro net mehr in diesem winter für uns.

(wo bekommt man eigentlich neue nerven her?)

weil gerade alle träumen

hier und hier wurde ja fleissigst geträumt. auch mir träumte, ist allerdings schon vor zwei tagen passiert, fiel mir aber gerade wieder ein:

ich liege mit frau antonmann und ben in einem schwimmbecken, dass an die schwimmbecken von atomkraftwerken erinnert. es ist riesig, alles gekachelt und hallig. ich halte zwei zettel in der hand, auf denen statistische diagramme zu sehen sind. das eine diagramm sieht aus wie eine zwiebel, das andere wie ein tannenbaum. ich sage zu frau antonmann: frau antonmann, sie müssen mir dringend mit dieser stromrechnung helfen. ich kann das nicht ausrechnen. ich weiss nicht, ob ich den tannenbaum oder die zwiebel nehmen soll. woraufhin frau antonmann sagt: hier geht es nicht um zwiebeln oder tannenbäume, hier geht es um höhere mathematik.

besser kann man meine vorstellung von mathematik und zahlen nicht begreiflich machen.

(ich hätte n-a-t-ü-r-l-i-c-h den tannenbaum genommen.)

*schnarch*

das war die mit abstand beschissenste nacht ever. der liebste über der kloschüssel, lilly in einem “ichwilljetztsofortkrabbelnkönnen”-anfall zwischen 1:30 uhr und 5 uhr und ben, der immer mal wieder die lage checken musste und zwischen dem liebstem im klo/wohnzimmer und mir und lilly im schlafzimmer hin und her pendelte. ich glaube, wenn ich auf 2 stunden schlaf gekommen bin letzte nacht, dann ist das noch großzügig gerechnet. folglich gehts mir jetzt magentechnisch auch wieder schlechter, die tagesmutter hat ferien und die nachbarin traut sich zurecht nicht die kinder zu nehmen aus angst vor noro.

was mich aber mal so richtig grundsätzlich nervt und zwar so von ganzem herzen, ist die tatsache, dass lilly meilen vom durchschlafen entfernt ist. seit wochen isst sie tagsüber so gut wie nichts. über den gesamten vormittag (von 7 bis 12) verteilt trinkt sie ca. 80ml milch und isst evtl. 5 löffelchen fruchtbrei (glas oder selbstgemacht ist schnurz) dazu ganz evtl. noch 30 ml tee - die aber eher selten. mittags isst sie dann ca. 5 löffelchen irgendeinen ekelbrei aus dem glas, der ihr sichtlich nicht schmeckt und am nachmittag trinkt sie dann mal mit glück 180ml milch. mit glück. gegen 19 uhr bekommt sie ihren abendbrei aus der flasche, den kippt sie, als gäbs kein morgen. sie schläft dann gut ein in der regel und gegen 22:30 uhr will sie nochmal milch ca. 100ml. ich finde das schlicht zu viel sättigendes auf einmal, wenn man den ganzen tag nichts gegessen hat, aber alle versuche, ihr mit wasser/tee/schorlen u.ä. zu kommen schlugen fehl - geschrei wohin das oh hört. bekommt sie dann ihre milch, schläft sie bis ca. 2 uhr. und ab dann geht das theater los. sie wird selten richtig wach, ist aber immer unruhig. sie wedelt und fuchtelt mit den armen, sie strampelt mit den beinen, sie wälzt sich hin und her. dargebotene hände werden gekratzt und festgehalten, dass sie schier blau anlaufen. dann wieder wird alles von sich gewiesen. das ganze kind ist die personifizierte ambivalenz aus “ich will schlafen” - “ich will nicht schlafen”. das geht bis morgens um 5-6 uhr. da verfällt sie dann in einen tiefen schlaf bis gegen 7 uhr. das nächste mal ins bett stecke ich sie, wenn ben zum mittagsschlaf geht, so gegen 12 uhr. dann schläft sie zwei stunden oder 1,5 und das wars für den rest des tages. keine weitere chance bis 19 uhr sie zum schlafen zu bewegen. tagsüber geht sie mittlerweile hin und wieder in den vierfüsslerstand und wiegt sich vor und zurück, es fehlt  nicht mehr viel und sie krabbelt. ich erlebe sie tag und nacht als sehr frustriert darüber, dass nichts vorangeht -was so ja gar nicht stimmt, denn von der mobilität her erlebe ich sie als sehr weit entwickelt. es scheint ihr nicht zu reichen. sie probiert ständig sich fortzubewegen, schaut ben hinterher, der das mittlerweile auch zu spüren scheint ihre frustration, denn seit zwei tagen krabbelt er ihr was vor. sie liegt im flur, er krabbelt los, schaut, ob sie schaut, sagt dann “iii!”, sie schaut, kichert, er krabbelt weiter und wartet dann 5m von ihr entfernt, dass sie ihm nachkommt. was sie mit feuereifer tut. immer wieder geht das so.

es muss sich nachts was ändern-ich weiss aber nicht was. entweder muss sie lernen, sich selbst zu beruhigen, was aber zum nachteil hat, dass wir sie dann auch mal schreien lassen müssen und obwohl ben wirklich geduldig ist - irgendwann wacht er auch auf und dann stehen wir völlig übermüdet gegen 2 uhr morgens mit 2 kleinen wachen kindern da. wir halten das im moment schlicht nicht mehr aus diesen schlafentzug. heute morgen hatten wir schon die idee, sie zwar zusammen hinzulegen, wenn lilly unruhig wird sie ins wohnzimmer zu legen in den laufstall und dort einfach auch mal schreien zu lassen - da wird ben auch nicht so schnell wach. aber überzeugen tut mich das noch nicht wirklich.

ideen, anyone?

ach guten tag - sie schon wieder!

“ach guten tag herr noro! sie schon wieder. sie wollen bestimmt zum liebsten. gehen sie einfach durch, der liegt dahinten auf dem sofa und macht mimikri mit der weissen wand.”

(schon wieder muss der großelternbesuch abgesagt werden. vom 2. weihnachtsfeiertag verschoben auf dieses wochenende im ferienort der beiden. na-vielleicht wirds ja wenigstens von sonntag auf montag was mit dem besuch….)

kindstötung-und die große ratlosigkeit

schon wieder. und wieder die fassungslosigkeit, die ich wohl mit vielen teile. was ich mit vielen nicht teile, ist die rabiate verurteilung dieser frauen. zwar muss man differenzieren, aus welchen gründen die tat passierte, da in der regel aber psychische unzurechnungsfähigkeit die grundlage der tat ist, lehne ich die verurteilung dieser frauen ab. was die tat aber unter keinen umständen verständlicher oder weniger schlimm macht.
es fällt mir nur genau am umgang mit diesen frauen auf, wo das problem liegen kann. die reaktionen auf eine kindstötung sind neben fassungslosigkeit und entsetzen eben auch immer “wie kann eine mutter nur so was tun!” “was für ein monster muss diese frau sein!”. aussagen, in den für mich rollenbilder der vermeintlich perfekten mutter stecken. eine mutter darf nicht versagen, sie darf nicht wutentbrannt und aggressiv sein, sie darf nicht ausflippen, sie darf nicht das gefühl nach “ich will einfach nur ruhe haben!” haben, sie muss funktionieren, sie muss da sein, 24 stunden, jeden tag im jahr. das hat sie so gewählt und mit dem wählen muss man auch die konsequenzen tragen. argumente und aussagen, die einer psychischen stabilen mutter schon von zeit zu zeit probleme bereiten. wie muss es da erst einer instabilen ergehen? wenn der berg einem über den kopf wächst, wenn man merkt, dass man dem bild der guten mutter, der perfekten mutter, der geduligen und bedächtigen mutter, nicht nachkommt. wenn man sich an niemanden zu wenden traut, weil das streben nach dem vermeintlichen perfektionismus einsam macht. wenn man sich nicht traut, jemanden um hilfe zu bitten, weil man denkt, man kann es nicht zurückgeben, man steht schon wieder in jemandes schuld, wenn die beziehung kriselt und man auch dort seine rolle nicht ausfüllt, wenn man bedroht ist, sein “ich” zu verlieren-im kampf mit kind und mann und alltag und gesellschaft. welche stabile mutter würde unter diesen umständen nicht bereits den kopf verlieren.
warum und welcher schalter sich genau bei den müttern umlegt, die dann ihre kinder umbringen, weiss ich nicht. ich habe auch nach gründlicher recherche keine befriedigende antwort darauf gefunden. ich weiss auch gar nicht, ob man das nachvollziehen kann und einen die antwort befriedigen würde, weil man diese gefühlslagen von wut, aggression und frustration zwar im ansatz selbst erlebt und nachvollziehen kann, alle weiter gehenden schritte aber nicht. auch daher mag ich diese frauen nicht verurteilen-ich weiss einfach nicht, was “danach” kommt, was es braucht, was passieren muss, damit es zu einem “danach” überhaupt kommen kann. was ich aber tun kann, was wir alle tun müssen, ist darüber nachzudenken, warum es zu sowas kommen kann.
das überidealisierte mutterbild der alles schaffenden, alles klärenden, alles organisierenden mutter in unserer gesellschaft, abzuschaffen und zu ersetzen durch ein ehrlicheres, transparenteres wäre der erste schritt. ein bild, dass überforderung und versagensängste zulässt.
ein zweiter, den ich aber für äusserst schwierig halte, wurde heute in einem radiointerview von der bayrischen familienministerin gezeichnet. sie wünsche sich, so sagte sie sinngemäss, dass unsere gesellschaft offener für kinder werden soll, dass familien von der gesellschaft geholfen werden soll in der erziehung ihrer kinder, dass kinder nicht mehr nur als laut und störend empfunden werden sollen, sondern als glück.
dazu fiel mir als erstes ein satz ein, der zwischen meinem großen bruder (kinderlos) und mir ein paar mal spasseshalber hin und her ging. als er im sommer diesen jahres das erste mal live ben und lilly erleben durfte und mich im stress, sagte er oder ich dann wahlweise leicht ironisch: “aber wenn sie einmal lächeln….man bekommt ja so viel zurück!”. wir haben beide immer drüber lachen müssen, wohl jeder aus unterschiedlichen gründen. und immer wieder in den letzten monaten kam mir der gedanke an den satz. erst musste ich weiter drüber lachen, dann musste ich irgendwann nicht mehr lachen, sondern nachdenken und irgendwann wurde mir was klar, was die unterschiedlichkeit des drüber lachens bei meinem bruder und mir ausmachte. mir wurde klar, dass in der tat was zurück kommt. und das kinderlose das in der tat nicht nachvollziehen können. es ist doch so: in der welt ohne kinder, die wir alle schon belebt haben, bekommt man für das was man tut entweder geld oder lob oder entschädigung oder anerkennung - was auch immer, man bekommt allgemein übliche feedbacks. die kennt man die findet man gut. taucht man ein in die welt mit kindern, bekommt man auch einiges: schlafmangel, nerven aus papier, geldmangel, mangel an zeit für sich. aber eben auch ein kinder lachen, ein erstes “dada” oder ein robben durch den hausflur. man lernt irgendwann, dass die feedbacks der kinder eben nicht wie früher so klar ersichtlich sind und sich so leicht einordnen lassen, wie ein prämie für gute arbeit oder ein lob vom ehepartner, weil man die küche aufgeräumt hat. man bekommt von kinder das zurück was sie geben können - ein lachen, ein verschmitztes “nain!” und dann wird doch gemacht, was die mutter will, ein erstes “kuss!” oder sonst was. und genau diese art von feedback können kinderlose nicht so nachvollziehen, weil sie es einfach noch nicht oder nicht erlebt haben. das macht auch nichts, verhindert aber in meinen augen auch das verständnis für familien und damit den anspruch der familienministerin, dass alle in der gesellschaft familien mit kindern unterstützen sollen. was soll sich ein kinderloses ehepaar auch um die belange einer familie kümmern? zu recht geht sie das nichts an, zumal sie eventuell selber mit problemen zu kämpfen haben und sich da ja auch keine familie von nebenan einmischt. also bleibt es bei den familien mit kindern, die sich selber untereinander helfen müssen.
es muss doch zu schaffen sein, sich gegenseitig mit rat und tat und vorallem im verständnis um die situation, zur seite zu stehen. sich zu unterstützen, zu stützen in krisensituationen, hilfestellung gleich welcher art zu erteilen, offen zu sein für die widrigkeiten einer familie, offen zu sein für die versagensängste, die perfektionistischen ansprüche, die unzulänglichkeiten die uns immer wieder jeden tag selber begegnen. warum nicht offen sein für all das?

ich war nie der meinung, dass ein tod keinen sinn macht. man muss nur suchen. wenn also der tod dieser kinder in irgendeiner form sinn machen soll, dann wenigstens in dem, dass wir daraus lernen -für unsere eigene kleine familie, für unser eigenes kleines soziales netz, für unsere große gesellschaft.

heidi

ich sitze auf dem boden vor dem fernseher, lege wäsche zusammen und heule bei “heidi”. irgendwas stimmt da nicht……

ben & lilly

seit die beiden zusammen in einem zimmer schlafen ist die reine geschwisterliebe ausgebrochen. keiner mag mehr ohne den anderen sein und ben nimmt erstaunliche rücksicht wenn lilly bereits schläft und er noch glockenwach ist. wurde früher geschrien und gezetert, heisst es heute: “pssst. shlusss. iii!” - was soviel heisst wie “ruhe etzt, lilly schläft schon!” holen wir lilly nachts wenn sie sehr unruhig ist zu uns ins bett und ben bekommt das mit, verweigert er jedes weiterschlafen. das geht so lange, bis wir lilly wieder zu ihm ins zimmer legen. tagsüber wird lilly geherzt und geküsst, was sicherlich noch etwas grobmotorisch ist aber von lilly in der regel mit herzhaftem lachen quittiert wird. ziehen wir uns an um rauszugehen, wird 100x mal gefragt: “iii?” damit auch ja keiner seine lilly vergisst. ein bisschen erinnert er mich an einen hütehund der zusieht, dass seine winzlingsherde zusammen bleibt.

sollte ich hin und wieder denken (zum beispiel nach der 5. schlaflosen nacht in folge), dass es vielleicht doch keine so gute idee war, kinder mit dem altersunterschied von 14 monaten zu haben - spätestens wenn ich diese geschwisterliebe sehe, wars die beste entscheidung.

Nächste Seite »