Archiv für November 2007



yes sir i can boogie

unser partyluder nahm gestern nacht eine auszeit und schlief. und schlief. und schlief. unterbrochen von zweimaligem leertrinken eines fläschens. und da frage ich mich doch: hab ich das vielleicht einfach falsch interpretiert? hatte sie doch immer hunger? und war nur zu wuschig und uffjerescht ordentlich aus der flasche zu trinken?

seis drum. ich bin wach und kann das erste mal seit gefühlten wochen die augen ohne streichhölzer aufhalten.

in diesem sinne: erwachet und lachet-einen schönen start in die kommende woche wünscht euch frau ami!

ausziehen, ausziehen!!

ich dachte, ich komm drum rum. war ja klar, dass frau antonmann wirft:)

oben: olivfarbenes langarmshirt von h&m, da drüber ein t-shirt in rosa von esprit auf dem “psychedelic” draufsteht. dadrüber eine weisse strickjacke von h&m. 
Hose: blaue Jeans, Esprit, die muss einfach sein (exakt wie frau antonmann)
Schuhe: keine wir haben teppichboden in der wohnung
Socken: festhalten - türkis-farbene von h&m. so erkennt man mich auch im dunkel. oder wie ich als alte religionspädagogin zu sagen pflege: mein socken ist meines fusses leuchte.
BH: türkisrosablau gestreift von TCM
Unterhose:  schwarze hipster h&m
Brille: fielmann, bordeauxrot, eckig

ehering und drei ohrringe.

spinnöses huhn

der jahrmarkt der kuriositäten wird erweitert. neben elefantenmenschen, behaarten frauen und kleinen männern gibt es nun das “spinnöse huhn” zu bewundern. es schläft nie, es bewegt sich immer, es grinst viel und es schreit ebenso viel. man kann es kaum fotografieren, so schnell huscht es durch die gegend. mir ist es aber gelungen, ein unscharfes foto von dem spinnösen huhn zu machen, ehe es gackernd und giggelnd wieder wegranntekugelte. watch out for spinnöses huhn:

müde, so müde

wenn man seit längerer zeit so schlechte nächte hat wie wir und das ganze umfeld mitleidet, dann stellt sich nach einiger zeit so etwas ein, was trauernde wohl erleben. sie trauern immer noch, aber das umfeld kommt da irgendwie nicht mehr mit. alle versuchen mut zu machen und mit zuleiden, aber je länger es dauert um so mehr strebt das umfeld der tagesordnung zu, während die trauernden weiter trauen und irgendwann nur noch sagen geht schon alles. ich ertappe mich mittlerweile auch schon beim geht - schon - alles sagen - es strapaziert einfach, immer wieder mitteilen zu müssen, dass es eben gar nicht geht. und es geht überhaupt nicht bei uns zur zeit. ich bin am rande meiner nerven. was muss ich heute manchmal fassungslos den kopf schütteln, wenn ich dran denke, wie fertig ich bei ben war und immer dachte, was für ein stress! ein kind ist kein kind im vergleich zu zwei kleinen kindern. lilly schläft einfach nicht nachts. nicht, dass sie dafür über tag viel schläft. tagsüber kommt sie vielleicht auf insgesamt 2 stunden. nachts ist sie in der regel zwischen 1 und 4 mehr oder weniger wach, davor schläft sie ab 19 uhr mit unterbrechungen. gegen 5:30 uhr kommt ben. man kann sich also ausrechnen auf wieviel schlaf wir derzeit kommen. sie hat keinen hunger, ihre letzte fralsche erhält sie gegen 19 uhr und dann wieder gegen 5 uhr früh. sie hat keine volle windel, sie hat keinen durst, sie hat keine verstopfte nase, sie hat nichts. ausser einen echten schlag. dieses kind ist wie ein duracelhase. der liebste schlug gestern schon vor, ihre beine an einen dynamo zu binden um strom zu sparen. gestern nachmittag haben wir die eine gitterbettseite rausgenommen um ihr bett an meine schlafseite zu schieben. gebracht hat das null. sie kann sich selber überhaupt nicht beruhigen-sie ist wie so eine emotionale schiffsschaukel. sie wiegelt sich immer höher und höher und kommt ohne hilfe überhaupt nicht mehr runter. mir fällt auf, dass sie sich nachts, wenn sie schläft verdreht d.h. die beine und das becken liegen gerade, die taille ist zur einen seite gedreht und der kopf auf die andere seite. sie liegt da wie ein fragezeichen. ihre einzige einschlafposition.

wir haben einen rhythmus wie eine eieruhr. essen schlafen ruhephasen…alles jeden tag an seinem platz. sie schläft in ihrem bett und nicht an ihren spielplätzen, sie isst gut, sie wächst und gedeiht, sie kommt viel raus an die frische luft. der grund muss in ihr liegen. aber wo? was? wie? hat irgendjemand eine idee?

moin moin

gestern hole ich ben von der tagesmutter ab. die berichtet mir, dass ben ja jetzt schon einiges vor sich hin brabbelt und das erste mal “moin” gesagt hat. ich küsse und herze meinen jungen und bin begeistert, wie schön ben unser norddeutsches sprachtraining annimmt und jetzt schon “moin” zur begrüßung sagt. die tagesmutter schaut etwas verständnislos und sagt dann: “nein nicht moin. moin - malen. bayrisch. tut mir leid.” und grinst dabei glücklich.

biea!

heute auf der heimfahrt.

ben: “biea!”
ich: “bitte!?”
ben: “biea!”
ich: “du meinst sicher nicht bier. was meinst du denn dann?”
ben: “ja!? biea!”
ich: “ah. mhm. also was immer biea ist, du bekommst es, wenn wir zu hause sind.”
ben strahlt und grinst: “ascho ja!?”

ich weiss immer noch nicht, was ich meinem sohn da versprochen habe. er hats dann aber gott sei dank vergessen. bis es ihm wieder einfällt denke ich darüber nach, was er gemeint haben könnte….biea! bier? ne, oder?

lach und sachschwänke II

heute: das wohnheim

ich lebte in meinem praxisjahr in einem wohnheim in einer großen stadt in dem 1% deutsche lebten und 99% ausländer aus allen herren länder. verschärfend kam hinzu, dass bis auf 3 menschen alle musiker waren. klassische musiker. verschwurbeltes volk, dass tagein tagaus nur übte und ansonsten einen sehr ungewöhnlichen lebenstil führte. eigentlich ideale zustände für mich. das zusammenleben war geprägt von einer nahezu unwirklichen toleranz. würde man unser damaliges zusammenleben auf die welt übertragen, es würde nur blumentragende tanzende menschen und fröhliche gesichter geben. allerdings musste man bereit sein, sämtliche vorstellungen von hygiene, besitztum und umgangsformen über board zu schmeissen. besonders gerne mochte ich die asiaten, die zu hauf dort vertreten waren. sie bekamen carepakete aus ihrer heimat geschickt mit sonderlichem essen wie getrockneten winzlingsfischchen, fledermäuschen und wurzeln. sie weihten mich ein in die hohe asiatische kochkunst, ich bekam das rezept für kimchi, welches jahrhundertelang im besitz einer koreanischen familie war und lernte, dass es noch andere sachen zu essen gab aus tk-pizza und schokolade. das einzig wirklich störende (ausser der 10 stündigen überei auf diversen instrumenten und auch nie ein ganzes musikstück sondern 10 stunden lang einen takt) waren die duschvorstellungen. wir teilten uns alle gemeinsam 3 duschen pro stock. besonders die asiatischen männer duschten gerne viel und lang. so lang, dass ich nach einigen wochen in der einen dusche moos an den wänden bemerkte. das blieb deshalb so lange unbemerkt, weil die einzige putzfrau irgendwann den dienst verweigerte, weil die hygienezustände nicht so entgegenkommend waren. meine zweite lieblingsausländertruppe waren die russen. auch sie stark vertreten, vorallem deshalb, weil sich immer irgendwo in unserem wohnheim ein paar illegale aufhielten, nach denen regelmässig mit polizeiverstärkung gesucht wurde und die dann abgeführt wurden (”ach, der war auch illegal?”). die russen -ich darf das mal so verallgemeinernd sagen- hatten das unglaubliche talent, aus schrott noch irgendwas zu machen. der ferseher hatte den geist aufgegeben? kein problem dimitrisergejwladimir macht das schon und simsalabim stand tage später ein schöner fernseher im gemeinschaftsraum. das fragen wiesoweshalbwarum gewöhnte ich mir schon nach ein paar tagen ab-was ich nicht weiss, macht mich nicht heiss diese einstellung war die beste überlebenschance in diesem wohnheim. ich erinnere mich gerne an…nennen wir ihn dimitri….heute solokontrabassist in einem sehr großen europäischen orchester, der sich seinen lebensunterhalt mit dem fälschen von bässen verdiente. sonntags ging er auf einen trödelmarkt irgendwo in der großen stadt und kam mit einem runtergekommenen bass aus dem jahr 1988 daher. dann wurden lacke gemischt und verrührt und farbtöne beigemischt, f-löcher mit dem schleifpapier in barocke f-löcher umgeschleift und verblichene papierchen gebastelt, auf denen der bass dann plötzlich aus dem jahre 1768 kam. und irgendein super ambitionierter vater eines gelangweilten kindes fand sich immer, der ihm den schrott abkaufte. ich erinnere mich als ich eines abends in die gemeinschaftsküche kam und ich dimitri dort in einer armee von lackdosen und einmachgläser mit farbe panschen sah. ich hatte eine kippe in der hand und war im begriff mir diese anzuzünden, als ein funken panik in den augen des sonst sehr gelassenen dimitri aufblinkte und er mit breiten russischen akzent meinte: “niiiicht. schönes wohnheim fliegt sonst in die luuft.” ich habe es ihm sofort geglaubt. auch schön die geschichte der zwei schwulen koreaner, beide flötisten, was sonst, die sich wegen einem dritten koreaner derart in die haare bekamen, dass im lauf des streits der fernseher aus dem zweiten stock des gemeinschaftsraumes flog-ich glaube, das war eines der wenigen mal, bei denen selbst die russen die fassung verloren. aber sie wussten sich zu helfen, besorgten einen neuen und ermahnten die koreaner lediglich mit einer handbewegung (kopf ab) sich zu mässigen. schön auch der übwettstreit meines damaligen freundes und späteren mannes. er wohnte neben einer chinesin, die querflöte spielte und damit auch piccolo. die instrumente scheints wohl nur im doppelpack zu geben. jedenfalls übte sie wirklich geschlagene 10 stunden piccoloflöte. tagein tagaus. stund um stund. einen takt. wenns hochkam mal einen lauf. stund um stund. mein freund bat sie mehrmals doch mal was anderes zu üben, er könne sich durch die papierwände nicht auf sein instrument konzentrieren, es teilweise gar nicht mehr hören. sie übte weiter. bis er beschloss ebenfalls läufe in den höheren lagen zu üben. ohne dämpfer. 10 geschlagene stunden. tagein tagaus. stund um stund. es entstand ein ohrenbetäubender wettkampf, wer zuerst die nerven verlieren würde. am ende war es das restliche wohnheim, dass die beiden mehr als deutlich aufforderte den wettstreit zu beenden.  

so lebte ich ein jahr unter den wundervollsten menschen aus allen herren ländern. toleranz und die akzeptanz von andersartigkeit nicht nur in der herkunft lernte ich dort. ich erlebte parties, auf denen gegen 3 uhr morgens noch der blockflötist im schlafanzug auftauchte, weil er ohnehin nicht schlafen konnte, jazzgeiger sich auf ihrem instrument battelten um dann gemeinsam tschechische volklieder zu spielen, ich habe erfahren, dass man meryl streep in “out of africa” beim begräbnis von dennis nur mit leberwurst füttern muss und schon gehts ihr besser und ich weiss wie man in einer küche, in der meterhoch der müll steht leckeres asiatisches essen kochen kann.

was will ich mehr?

miss li

es geht euch schlecht? niemand schläft, alles zahnt? ihr seid doof im kopf und eure seele hinkt auch schon den ganzen tag hinter euch her? dann hört miss li.

via

lach und sachschwänke

solange die pest in unserer familie wütet, könnt ihr euch vorstellen, dass ich nicht zu mehr schlaf als 4 stunden pro nacht komme und dadurch etwas gereizt bin. aber ich kann nicht jeden tag darüber berichten. was sollen denn die jungen menschen da draussen denken, die freudig erregt hier halt machen und haha-lustig-geschichten aus dem familienalltag hören wollen? ohje jammertal? ohje griesgrämigkeit? ohje, das ist uns das kindergeld nicht wert? und wenn schon meine arme mutter seit drei tagen morgens solidarisch mit mir mitweint am telefon, dann muss jetzt mal schluss sein.

daher hier eine neue kategorie “lach und sachschwänke mit ami”.

1. schwank

ich hatte mal einen polo. der polo war klein und sehr schnell. und er war ähnlich verwörrt wie seine besitzerin. regelmässig zur winterzeit, wenn die feuchtigkeit durch die ritzen ins auto kroch, wurde es ihm zu bunt. er fing in allen möglichen und unmöglichen situationen an zu blinken. das war besonders in der vorweihnachtszeit ein schöner anblick, wie ich da so mit fröhlich blinkendem auto durch die gegend fuhr. betätigte ich also an sehr feuchten tagen den linken blinkerhebel, gingen vorne beide blinker plus nebelscheinwerfer an. nicht nur einfach an, sondern blinkend im blinkertakt an. ich fuhr also mit blinkender warnblinkanlageund nebelscheinwerfer durch die gegend und immer, wirklich immer, fing der verkehr für eine weile zu stocken an. der vordermann trat irritiert auf die bremse, weil ihm ins kreuz geblinkt wurde und der hintermann erschrak über das leuchtfeuer vor ihm. ich versuchte einen stoischen blick aufzusetzen und tätschelte polo das lenkrad - anarchismus im kleinen fand ich schon immer wunderbar. man könnte das aber auch schlichte ignoranz nennen. denn es dauerte alleine mehrere wochen, bis ich selber merkte, das was nicht stimmte. und das auch nur, weil ich im innenhof unserer firma wenden musste und dazu auf die bremse treten musste, was wieder hübsche lichtspiele aufblinken liess. als ich die offenen münder der kollegen sah wusste ich, das waren nicht meine fahrkkünste, das muss was anderes gewesen sein.

zwei winter lang hielt ich durch und unternahm nichts. fröhlich beleuchtet fuhr ich durch die winterzeit - bis mich die österreichische polizei eines abends auf meine fahrende lichterkette aufmerksam machte und mich verdonnerte, das inner 2 tagen zu reparieren und dann noch mal vorstellig zu werden. ich tat wie geheissen, österreicher verstehen bei lichterketten keinen spass - polo fand das ganze wohl auch nicht lustig, denn er blinkte nie wieder in so fröhlichen kombinationen und wenn ich den blinker setzte, meinte ich immer ein beleidigtes “Tza!” zu hören.

lottoding

wir haben uns entschlossen, dass jemand anders das geld nötiger hat und auf den gewinn verzichtet.

(kriegt man mit einer richtigen zahl auch schon geld?)

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