beziehungskommunikation

mein mann leidet seit wir uns kennen darunter, dass ich ihn überhaupt nicht beachte. ich kann aber nichts dafür. entweder er steht im wohnzimmer und erklärt mir gerade die welt während ich im bad bin, was immer dazu führt, dass ich entweder überhaupt nicht reagiere, auf das was er da sagte und er dann komisch wird, weil welt erklären sehr schwer ist und man das auch nicht so oft macht und dann sagt die ehefrau auch noch nicht mal was dazu oder aber ich bekomme gerade noch satzfetzen mit und frage “Waaas!?”. auch da wird er komisch. die zweite form unserer beziehungskommunikation geht so, dass mein mann mich 100 mal was fragt und ich 100 mal antworte. beim 101. x verschärft sich dann sein ton dramatisch und ich antworte ebenso dramatisch, dass ich die frage nun schon 100x beantwortet hätte und ob er eigentlich zuhöre. natürlich habe ich nicht 100x geantwortet, denn seit ich mit den kindern alleine zu hause bin, hat sich mein monologisier-verhalten wieder eingeschlichen. ich babbel den lieben langen tag und weil im moment tasüber nur “ascho” oder “audooo” oder “ajo” zurückkommt, antworte ich mir in der regel selber-im kopf. es dauerte mehrere eheliche diskussionen, bis mir klar wurde, dass ich meinem mann in der tat schon beim ersten mal antworte, allerdings im geiste. er selber hört natürlich keine antwort, sondern sieht nur ein völlig entrücktes gesicht und eine frau, die in aller seelenruhe davon läuft oder wäsche zusammen legt oder champignons putzt. was ihn wiederum zur vermutung bringt, dass ich nicht nur verplant bin, sondern in einer anderen dimension lebe. und irgendwie hat er recht.

8 Antworten zu “beziehungskommunikation”


  1. 1 DüneSieben Oktober 28, 2007 um 8:02 Uhr nachmittags

    Solange Ihr nicht aus lauter Vertraut- und Faulheit und “hört ja eh keiner zu” Muddi und Vaddi zu einander sagt… ;)

  2. 2 rebenwanderin Oktober 28, 2007 um 8:16 Uhr nachmittags

    Au weia!?

    Dieses “Waas?!”, bei dem die Stimme gegen Ende des Wortes nach oben geht (oder hab’ ich recht?), höre ich gerade laut und deutlich. Ich glaube das war meist deine Reaktion auf alle Fragen von Herrn Schlafmütze Schäfer im Mathe GK…hihi

  3. 3 sajotara Oktober 28, 2007 um 8:55 Uhr nachmittags

    ich erzähle Rainer auch sehr gerne alles was mir so durch den Kopf geht, aber nur sehr selten wenn er auch anwesend ist…

  4. 4 amidelanuit Oktober 28, 2007 um 9:25 Uhr nachmittags

    düne 7
    sollten wir dieses stadium erreicht haben, dann ist unser leben verwirkt:)
    rebenwanderin
    ja, doch, das kommt hin:))
    sajotara
    da bin ich aber sehr froh, dass es auch noch anderen mit dem täglichen vorsichhinbrabbeln geht. manchmal frag ich mich nämlich schon, ob ich noch recht ticke….

  5. 5 Mama Schwaner Oktober 29, 2007 um 11:15 Uhr vormittags

    Na wenigstens wird Kommunikation bei euch noch versucht, (ich meine damit jetzt nicht Familie Schwaner) andere sagen erst gar nichts mehr zueinander…

  6. 6 tanja Oktober 29, 2007 um 11:21 Uhr vormittags

    Du bist nicht allein! ;-)

  7. 7 Feuervogel Oktober 29, 2007 um 11:28 Uhr vormittags

    Man soll ja viel mit den Kindern reden. Und da wir alle Supermuddis sind, tun wir das auch. Ich habe sogar ab und an das Gefühl, dass auch die Zimmerpflanzen von derart liebevoller Betreuung profitieren. Also nur zu liebe Frau Ami, und nicht nur im Kopf … dann ist auch der Liebste dauerhaft im Bilde, was da so gedacht und kommuniziert wird.

    Die nächste Stufe der (immerhin noch persönlichen) Anrede “Vati” und “Mutti” ist übrigens “Hallo”. Kenne ich aus eigener Erfahrung. Das jagt einem beim Zuhören erst richtig Schauer den Rücken runter …

  8. 8 Martina Oktober 30, 2007 um 2:27 Uhr nachmittags

    Ich hatte mal einen (ansonsten sehr netten umgänglichen) Chef, der etwa 2/3 seiner Kommunikation im Kopf betrieb und 1/3 davon wirklich laut aussprach. Das war durchaus anstrengend, da der Mann unheimlich viel dachte, aber ich lernte so mit der Zeit, seine Gedanken zu lesen. Das kommt mir jetzt, wo ich mit einem recht wortkargen Mann verheiratet bin, zugute. ;)
    Ansonsten ist es bei uns eher umgekehrt als bei euch: Ich rede, er antwortet selten oder oft nur mit einem Grummelbrummeln. Wenn ich allerdings sicher gehen will oder muss, dass meine Worte bei ihm ankamen, lasse ich ihn meine Worte wiederholen. Exlehrersyndrom. *g*

    (Wir sagen hier auch manchmal Mama und Papa zueinander. Ich find das eigentlich noch nicht so schlimm.)

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